Einladung zum Lächeln

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Edel, hilfreich und gut – Nutzobjekte von Künstlerinnen und Künstlern in der Galerie Ruhnke

Der rot leuchtende Stuhl strahlt dem Besucher einladend entgegen. Doch wer sich draufsetzt, wird ihn schnell wieder verlassen. Bequem ist anders. Ja, man fühlt sich trotz der Wuchtigkeit dieser originellen Holzkonstruktion fasst eingepresst. Irgendwie erinnert dieses Nichtsitz-Vehikel an Omas Ohrensessel ebenso wie an einen elektrischen Stuhl.
Bunt, elegant, aber auch schräg und absurd sind die Nutzobjekte von 15 Künstlerinnen und Künstlern, mit denen die neue Ausstellung in der Potsdamer Galerie Ruhnke am Samstag eröffnet wird. Weiterlesen

Wo die Waschbären weinselig tanzen

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Zwischen den Reben. Vom Töplitzer Weinberg aus hat man einen weiten Blick auf die Havellandschaft.

Die torkelnden Waschbären sind uns nicht begegnet. Die laben sich lieber in den Abendstunden an den gärenden Trauben. Allerdings haben es ihnen die Wolenskis schwerer gemacht, um an den verlockenden Rebensaft zu gelangen. 12 Kilometer blaue Netze zogen die Weinbauern durch die Töplitzer Weinstöcke und halten nunmehr Waschbären und auch Stare und Wespen auf Distanz. Jedenfalls ein bisschen.

Umso willkommener sind die einkehrenden Zweibeiner, die mit ihrem Gläschen Riesling oder Regent bis hoch auf den Berg steigen dürfen: „Wein erleben, wo er wächst“ – so der Slogan des Weinguts Klosterhof Töplitz. Weiterlesen

Liebe trifft Muse – das Neue Kammerorchester startet in die Saison

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Ein Reigen der Leidenschaft

 

Wie liebt man richtig? Diese Frage ist so alt wie die Menschheit und sucht immer wieder nach Antwort. Allein die Annäherung lässt Gefühle brodeln, Gedanken tanzen. Auch die Musiker des Neuen Kammerorchesters Potsdam nähern sich in ihrem 1. Sinfoniekonzert der Saison 2015/2016 dieser Paaruntersuchung hinsichtlich Treue und Vertrauen, Eifersucht und Hingabe. Weiterlesen

„Beim Singen vergehen die Sorgen“

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Christine Wolff leitet den Aus-Freude-Singen Chor

Die Sängerin Christine Wolff startet am Sonntag auf dem Theaterschiff  eine neue Reihe: die Mit-Sing-Partys. Dazu kamen wir mit ihr ins Gespräch:

Christine, seit knapp zwei Jahren leitest Du den Aus-Freude-Singen-Chor in Potsdam, der sich in vergnüglicher Atmosphäre fest etabliert hat. Nun feiert ein weiteres Mit-Sing-Projekt Premiere: Einmal monatlich lädst Du ins Theaterschiff ein. Möchtest Du Potsdam in eine singende Stadt verwandeln?

Ja, unbedingt, und nicht nur Potsdam, sondern am liebsten die ganze Welt! Weiterlesen

„45 years“ – Szenen einer Ehe

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Ein feingesponnes Psychogramm: 45 Years

 

Kaum geht das Licht an, ereifern sich meine Kino-Mitstreiterinnen aufs Trefflichste. Wie kann diese Frau nach 45 Ehejahren nur so eifersüchtig sein? Dazu noch auf eine Vorgängerin, die 50 Jahre tot ist? Das ist doch sinnlose Selbstzerfleischung. Ja, wie kann sie nur, diese Kate, die doch immer so vernünftig ist?

Charlotte Rampling spielt es uns vor: authentisch, gefühlstief, verzweifelt. Und es ist durchaus möglich, sich in sie hineinzuversetzen. Zumal sie ein Leben lebte, das eigentlich einer anderen gehören sollte. So jedenfalls fühlt es Kate in diesem kammerspielartigen Kinofilm der leisen Töne. Weiterlesen

Zeit, die hilft

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Am Nachmittag: Kira und weitere Helfer nehmen Spenden entgegen. Alles läuft unbürokratisch. / Foto: he

Gleich hinter der Schranke am Horstweg – vis-à-vis vom Arbeitsamt – steht Kira und nimmt die Sachen entgegen. Gerade kommt ein Mann mit Fahrrad und hat dicke Decken auf dem Gepäckträger. Die nimmt Kira gern. Es stapelt sich bereits unter ihrem weißen Partyzelt. Noch ist Kira allein, für morgens ist es schwer, Helfer zu finden. Sie selbst überlegte nicht lange, um sich in der Erstaufnahme-Zweigstelle in Potsdam einzubringen. Sie musste einfach zupacken. „Geld habe ich nicht, aber vielleicht etwas mehr Zeit als andere.“ Also nutzt sie die Semesterferien und empfängt mit freundlichem Lächeln die vielen Spender. Weiterlesen

„Afterwööörg!“: ein guter Start ins Wochenende im Babelsberger Kiez

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Pilzköpfe – musikalisch und kulinarisch. Diesen Freitag im La Strada. ©the guardian / kochbar.de

Das La Strada in Babelsberg ist eine Fundgrube für den Liebhaber italienischer Feinkost. In der Auslage lockt die Antipasti verführerisch neben einer Auswahl an Käse, Salami und verschiedenen Schinken. In den Regalen finden sich erlesene Weine, verschiedenste Pastasorten mit passendem Pesto oder duftender Espresso neben dem typischen Gebäck. Auch die arbeitende Bevölkerung im Babelsberger Kiez rund um die Karl-Liebknecht-Straße wissen, genau wie ich, das La Strada sehr zu schätzen, ist doch das tägliche Mittagsangebot – meist ein Pastagericht – eine willkommene, frische und vor allem exklusivere Alternative zu Fleischer, Asia-Imbiss oder der Babelsberger (Groß-)Küche gegenüber. Und das bei einem mehr als fairen Preis von 4,50 Euro pro Portion.

Wer ins La Strada geht, der kommt öfter. Hier kennt man sich. Betreiber Frank „Lemmi“ Lemnitz und sein Team werden von vielen Gästen persönlich begrüßt. „Lemmi“ ist neben seiner Leidenschaft für das Südländisch-Kulinarische auch ein großer Freund der handgemachten Musik. Weiterlesen

Ost oder West? Der gleiche Mief, die gleiche Lust

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Der Osten: Grüne Straße, Wernigerode, 1980 / Foto: Rudi Meisel

Es ist ein heiteres Rätselraten entlang der gefallenen Mauer. Sind wir gerade im Osten oder Westen? Es bedarf schon des genauen Hinschauens, um sicher zu gehen. Die Blümchen-Kittelschürzen könnten ein Hinweis sein. Aber verlässlich sind nur die Bildtitel. Es existierten mehr Gemeinsamkeiten in ost- und westdeutschen Wohnzimmern und an bierseligen Stammtischen beiderseits des Stacheldrahts als man gemeinhin denkt. Die Teilung Deutschlands in Sozialismus und Kapitalismus ließen zwar die Unterschiede in Ideologie, Wirtschaft und Gewohnheiten stetig wachsen. Aber biedere Behaglichkeit, unwirtliche Wohnsiedlungen, den nachbarlichen Schwatz, die jugendliche Rebellion gab es hüben wie drüben. Das zeigt sehr eindrücklich die Ausstellung „Landsleute 1977-1987“ im c/o Berlin mit Arbeiten des westdeutschen Fotografen Rudi Meisel. Weiterlesen

Aus dem Schatten ins Rampenlicht

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Frech, charmant und stimmkräftig: Christel Leuner nahm beim Theaterfest die Besucher mit auf eine musikalische Reise an die Nordee. Begleitet wurde sie von Christian Deichstetter. / Foto: he

Bei diesem Wetter mussten wir uns einfach aufs Rad schwingen, um 13 Kilometer weiter in die bunt schillernde Welt des Theaters einzutauchen. Doch wir kommen zu spät. Die Karten für den Rundgang durch das Labyrinth der Werkstätten mit den Schauspiel-Kostproben sind schon vergriffen. Die Enttäuschung verfliegt schnell, denn überall gibt es Dinge zum Bestaunen: Glitzerkostüme zum Kauf, Prinzessinnen-Schuhe zum Reinschlüpfen, eine Windmaschine zum Drehen. Das Hans Otto Theater setzt bei seinem traditionellen Fest zum Saisonauftakt nun schon im vierten Jahr auf Besuchernähe. Weiterlesen

Film trifft Gastronomie

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Die Genusswerkstatt am Filmmuseum präsentiert sich mit offener Küche und im rustikalen Charme. / Foto: he

Die Pasta schmeckt und ist mit Raffinesse zubereitet. Für 6,90 Euro und dazu noch ein Getränk kann man hier öfter „business-lunchen“. Wir sitzen draußen und genießen die Spätsommersonne. Die freundliche Bedienung hat gut zu tun, lässt uns aber nicht allzu lange warten. Derweil greife ich in die alte Obstkiste mit den Filmbüchern und blättere in der Biografie des verstorbenen DEFA-Regisseurs Frank Beyer, dessen Filme „Spur der Steine“ oder „Der Aufenthalt“ uns einst so berührten. In diesem Café geht es um eine besondere Melange: Film trifft Gastronomie. Allerdings lässt der Name nicht sofort darauf schließen. Das einstige Filmcafé heißt nun „Genusswerkstatt“ und hat nach zwei Jahren Schließzeit neue Chefs. Weiterlesen