Spritzig-pointiert durch die Welt der Weine – Lesungen im „Vanille und Koriander“

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Zwei, die sich in der Kunst des Genusses gefunden haben: Tobias Böttcher (l.) und Stephan Dierichs. Beide veranstalten einmal im Monat Weinlesungen im „Vanille und Koriander“: Der eine kocht, der andere fabuliert.        Foto: Emma Werler

Es ist fast wie in der Toskana: In der Mitte steht ein langer Holztisch, an dem sich die Gäste dicht gedrängt und erwartungsfroh versammeln. Auch die kleinen Gartentische drum herum, das Sofa und die mit Kissen ausgelegten Fensterbretter sind besetzt. Vor den Besuchern funkelt der Rotwein in bauchigen Gläsern, in Regalen frohlocken liebevoll hergestellte Köstlichkeiten vom Kürbiskernspinatöl bis zur Apfel-Marzipan-Marmelade. Die meisten Zuschauer wissen, was sie an diesem kerzenbeschienenen Abend in dem Feinkostladen „Vanille und Koriander“ erwartet. Sie sind Eingeweihte des spritzig-vergnüglichen Duetts, das der schauspielernde Sommelier Stephan Dierichs und der ausgewiesene Küchenexperte Tobias Böttcher einmal im Monat anstimmen. Zum Auftakt ihres dritten Jahres in gemeinsamer Wein- und Whisky-Seligkeit geht es an diesem Freitag also in die Toskana: Der eine begibt sich mit zerzaustem Haar, Turnschuhen und ausgefranster Jeans auf die Reise, der andere im zurückhaltend-eleganten Schwarz. Beide offensichtlich mit sich im Einklang. Denn sie haben gefunden, wonach jeder sucht: Erfüllung. Weiterlesen

Resteverwertung deftig und lecker: Bratwurst einmal anders

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Grillpause. Jetzt gibt es Lilis Bratwürste aus dem Ofen: begraben unter Kartoffelbrei.

Es gibt Hartgesottene, die auch im Winter grillen. Dazu gehören wir nicht. Ausnahme ist Silvester. Da ziehen wir fast jedes Jahr mit Freunden, Nachbarn und anderen Wegefährten an die Wublitzbrücke, um das alte Jahr abzubaden (nur die Männer!), die Hände am Holzfeuer zu wärmen, Glühwein zu schlürfen und eben eine Wurst aufs Rost zu legen. Vorbeiziehende Wandersleut im Dreidörfereck Grube-Töplitz-Golm bekommen natürlich auch eine „Thüringer“ ab, wenn sie sich freundlich dazu gesellen.

Dennoch bleiben oft Würstchen übrig, weil jeder etwas mitbringt – und das meist zu viel. Unsere stets kreative Küchenfee Lili – beim Silvestergrillen immer dabei – wartet heute mit einem Reste-fix-Rezeptvorschlag für nicht verbrauchte Bratwürste beim Winter-/Silvestergrillen auf, deren Verfallsdatum aber bald abläuft …

Auflauf mit Bratwurst und Schlachtekraut

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Kamingeflüster bei den Liebermanns

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Max Liebermanns Gemälde „Birken am Wannseeufer nach Ostern“, 1924  Foto: Julia Jungfer

Wir sind durchgefroren von unserer Winterwanderung am Ufer des Wannsees. Schnee klebt unter den Stiefeln. Beim Eintreten in die Villa Liebermann putzen wir ihn feinsäuberlich an der Schwelle ab. Anheimelnde Wärme schlägt uns entgegen. Der Kamin brennt, in der bauchigen Vase leuchten pinkfarbige Lilien im dunklen Tannengrün. Wir holen uns in der Küche einen Kaffee und eine Quiche und lassen es uns am Feuer gut gehen. Die Blicke schweifen über die Wände mit Fotos der ehemaligen Bewohner. Lautlos kommen wir mit ihnen ins Gespräch: mit Max und Martha Liebermann, mit ihrer Tochter Käthe und dem Enkelkind Maria. Weiterlesen

Wenn ein Gedicht zur Revue wird: „Kruso“ am Hans Otto Theater

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Eine rätselhafte Freundschaft von Schiffbrüchigen: zwischen dem Potsdamer Offizierssohn Kruso (Raphael Rubino, links) und dem Studenten Ed (Holger Bülow).  Foto: HL Böhme

 

Den Zuschauern, die Lutz Seilers Buch nicht gelesen haben, geht es wie Edgar: Sie fallen aus dem Nichts mitten in die Handlung hinein und haben Schwierigkeiten, sich zu orientieren und Fuß zu fassen. Die Fäden der Theateradaption des preisgekrönten Romans „Kruso“ lassen sich nur schwer greifen und fügen sich am Ende zu einem löchrigen Gewebe zusammen.

Für die Eingeweihten, die Seilers Roman und seine Figuren kennen, ist diese Inszenierung indes eine kraftvolle Stimme, die neue Töne anschlägt und Stimmungen schafft, die die Düsternis aufbrechen. Weiterlesen

Die PuppenTheaterTeufel in Schöpferlaune: Samstag ist Premiere

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Jugendliche Puppenspieler zeigen am Wochenende im T-Werk frei nach Prometheus, wie die Geschichte der Menschheit begann: „Ich nenne es: Den Anfang!“

Es muss schon kräftig dampfen und brodeln in dieser Ursuppe, in der alles entstand. Und so läuft die Nebelmaschine auf Hochtouren, wenn Prometheus sein Werk beginnt … Fünf Potsdamer Jugendliche, genannt die „PuppenTheaterTeufel“, bringen am Wochenende im T-Werk die griechische Mythologie auf die Bühne: in ihrer ganz eigenen bildreichen Version. Weiter

Potsdam erleuchtet

Lichtertag

 

Es ist matschig, grau und ungemütlich. Nur ungern setzt man da einen Fuß vor die Tür; zieht sich lieber auf die Couch zurück und wartet mit Blick auf den Tulpenstrauß geduldig auf den Frühling. Auch für das kommende Wochenende sind nichts als dicke Wolken angesagt. Nicht eine Sonnenstunde soll uns vergönnt sein. Auch wenn zunächst also nichts nach in die Kälte zu locken scheint, so sollte man doch einen Gang nach draußen wagen – „unterwegs im Licht“. Denn unter diesem Slogan erstrahlt am Samstag Potsdams historische Mitte. Weiterlesen

Lilis Rezept des Monats: Orangensalat und Karibisches Hähnchen

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Süße trifft auf Schärfe: in Lilis Orangensalat

„Der beste Schatz für einen Mann ist eine Frau, die kochen kann“, sagt der Volksmund. Und der muss es wissen. Lilis Mann jedenfalls weiß zu schätzen, was  ihm aus dem Küchenreich seiner Frau an Überraschungen entgegenwächst. Da geht es rund um den Globus. Wie mit dem Karibischen Hähnchen. Das tränkt sie die ganze Nacht in Rum und Limettensaft, bevor es in den Ofen kommt. Zum pikant würzigen  Fleisch im Gemüsebett reicht sie köstlichen Orangensalat, der die saftige Süße der karibischen Sonne auf die Schärfe des Pfeffers  prallen lässt. Weiterlesen

Wenn Kulturen verschmelzen: Beim compARTE Festival gibt es keine Grenzen

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Sie haben sich viel vorgenommen. In einem Romanistik-Seminar entwickelten Studierende der Uni Potsdam ein Konzept für ein Festival. Nachdem sie sich in der Theorie mit Transkulturalität auseinander gesetzt hatten, wollten sie den Begriff raus aus den Büchern hinein ins Leben holen. Ab Samstag zeigen sie nun, warum Bilder größer, Musik farbiger, Grenzen fließender werden. Weiterlesen

Eine virtuelle Reise zu den Potsdams dieser Welt

...auf einer Potsdam-Reise um die Welt
Eine Potsdam-Reise um die Welt

In diesen kalten, dunklen Wintertagen schweifen meine Gedanken gerne mal ab. Vor meinem inneren Auge dreht sich der Globus mit ordentlichem Schwung, um auf einen zufälligen Fingerzeig hin die nächste Reisedestination zu bestimmen – wenn auch (vorerst) nur fiktiv. Und dabei kam ich auf folgende Idee: Ich lade Sie hiermit ein auf eine kleine, virtuelle Weltreise. Aber eine ganz spezielle. Es geht von Potsdam über Potsdam nach Potsdam! Was das bedeutet? Lesen Sie selbst. Weiterlesen

Malerisch-tänzerischer Festival-Auftakt von „Made in Potsdam“

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Auf Flucht und Suche: Am Donnerstag ist Festivalbeginn von Made in Potsdam

Es ist eine ungewöhnliche Zeit für ein Festival. Alles scheint noch eingefroren, das Jahr muss sich erst warmlaufen. Da kommt das Elektro-Scooter-Ballett gerade richtig. Es rollt am Donnerstag zum Auftakt des „Made in Potsdam“-Festivals erwärmend durch Raum und Zeit und lässt das Fahren zum Tanz werden. Weiterlesen