Von himmlischer Perspektive: „Doppeldotter“-Ausstellung im KunstHaus

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„Sunny Winter“ überschrieb der Maler Jub Mönster sein Aquarell auf Papier auf Leinwand

Die Frau im roten Mantel wirft einen langen blauen Schatten: wie einen Schweif zieht sie ihn hinter sich her. Fast schwebend bewegt sie sich in dieser weiten blauen Landschaft – zwischen Himmel und Erde. Ein eisiger Luftzug scheint dem Bild zu entspringen. Man spürt, wie der Wind die Zöpfe und Kleidung der Frau durchweht. Unerschrocken vergräbt sie ihre Hände in den Taschen und wirkt wie ein Ausrufezeichen: stark und zart zugleich. Der Bremer Künstler Jub Mönster, der ab Sonntag im KunstHaus Potsdam seine Arbeiten zeigt, betrachtet seine Figuren aus einer halb-himmlischen Perspektive: in einem geheimnisvollen Spiel zwischen Wissen und Ahnung. Weiterlesen

Kunst aus der Heimat – mitten in der Karibik

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Im Blitzlicht der Karibik: Seefahrende Kunst, die ihren Hafen auch in Potsdam hat. Foto: he

Ich gebe es zu: Ich war auf der Aida – auf dem Schiff, so groß wie ein Hochhaus und beargwöhnt wie ein Ungeheuer. Gemeinsam mit 2000 anderen Kreuzfahrern tauchten wir in die Karibik ein, erkundeten Inseln, deren Namen ich vorher noch nie gehört hatte. In dieser so weiten Ferne reiste aber auch ein Stückchen Heimat mit. Auf einen der vielen Decks überraschte mich eine Kunstnische.  Weiterlesen

Aus Schaumkronen geboren – „Der Nix“ als spritzig-witziges Hörbuch

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Er hat sich die Geschichte vom „Nix“ ausgedacht und spricht sie auch. Dazu singt Pierre Sanoussi-Bliss eigene Lieder. Der 1962 in Berlin geborene Schauspieler, Regisseur und Autor ist bekannt aus „Der Alte“ , war Hauptdarsteller in Doris Dörries Kinofilm „Keiner liebt mich“, gab 2001 sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor mit dem Film „Zurück auf Los!“, in dem er auch die Hauptrolle spielte, und bringt demnächst seinen neuen Film „Weiber'“ heraus: eingereicht für die Berlinale.      Foto: Agentur Kling

Es ging ihm wie der Plötze Alma. Pierre Sanoussi-Bliss war zu faul, um nachzudenken. Stattdessen drehte er sich von einer Seite auf die andere und ließ sich unter Palmen von der Sonne auf Mauritius bescheinen. Die Urlaubslektüre war längst ausgelesen, alle Killer gefasst. In dieser stumpfsinnigen Langeweile schaute der Schauspieler aus Berlin träge auf die Wellen. Plötzlich sprang ein kleines Meerestier aus dem Wasser und mit ihm eine Geschichte direkt in seinen Kopf. Als wenn er nur darauf gewartet hätte. Seine letzten vier Urlaubstage reichten gerade dazu aus, um diese angespülte Geschichte aufzuschreiben: seinen „Nix“. Weiterlesen

Bevor die Schatztruhe geschlossen wird, noch schnell zu Hockney bis Holbein

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Stilles Versenken. Es ist eines der bedeutendsten Gemälde des 16. Jahrhunderts, die „Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen“ von Hans Holbein d. J. Foto: Sammlung Würth/ Pilipp Schönborn

Waren Sie schon bei Würth? Nein? Sie wissen gar nicht, wer das ist? Macht nichts: Er ist Milliardär und hat sein Geld mit Schrauben verdient. Dabei blieb so viel übrig, dass der Baden-Württemberger eine stattliche Summe in eine einmalige Kunstsammlung mit 17 000 Werken stecken konnte. Und die sollten sie kennen! Noch bis 10. Januar ist Zeit, die 400 meisterlichsten Schätze aus diesem Privatbesitz im Gropiusbau in Berlin anzuschauen. Weiterlesen