Löwin und Gazelle: Lisa Simone elektrisiert ihr Publikum im Nikolaisaal

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Feurig temperamentvoll: die großartige Lisa Simone. Foto: promo

Natürlich kaufen wir im Foyer ihre druckfrische CD, um sie gleich auf dem Nachhauseweg im Auto zu hören. Dieser Abend, dieses Fest soll einfach noch nicht zu Ende sein. Lisa Simone lädt den Nikolaisaal mit einer Energie auf, die sich wie ein Leuchtfeuer über das Publikum ergießt und es mit Glücksgefühlen erhellt. Grandios, fulminant, anrührend, sympathisch – jedes Kompliment ist nicht übertrieben für diese zarte Frau mit der Wahnsinnsstimme, die mal samtweich, dann wieder kantig scharf, in jedem Fall raumgreifend elektrisierend und federleicht die Welt durchmisst: von ihren erdigen Wurzeln bis in die Lichte des Himmels. Weiterlesen

Auf die Plätze, fertig, los! Die Laufsaison ist gestartet.

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Durch das Frühlingsgrün: Insellauf Töplitz. (Foto: Wolfram Lehmann)

Die Wintermonate sind lang. Um 17 Uhr wird es duster und man selbst ist eigentlich auch schon reif fürs Bett. Die Motivation, nach einem langen Arbeitstag das Sportshirt überzuziehen und durch die stockfinstere Nacht zu laufen, tendiert zu null. Viel zu verführerisch lockt der Gedanke an einen Feierabend auf der Couch. Mit Beginn des Frühlings, wenn die Tage wieder länger werden, legt auch der Körper langsam seinen Schalter um. Er lechzt nach Bewegung; der innere Schweinehund scharrt mit den Füßen und will endlich überwunden werden. Also gibt man nach, lässt die Winterlethargie hinter sich, staubt die Joggingschuhe ab und schlüpft in die Sportklamotten. Das T-Shirt spannt etwas am Bauch. Noch ein Grund mehr, die Laufsaison zu starten. Ich schnappe mir meinen mp3-Player, klicke den Seeed-Ordner an und zu Molotov bahne ich mir meinen Weg durch die Touri-Gruppen gen Park. Ich weiß nicht, ob es die Musik oder die Bewegung ist, aber sofort beginnt mein Herz zu hüpfen. Die Endorphine begleiten mich; vorbei an blühenden Obstbäumen und herausgeputzten Mandarinenten. Es duftet nach Frühling und ich freue mich, dass der Winter endlich hinter uns liegt.

Wer sich mit anderen Laufbegeisterten messen oder einfach einmal andere Strecken in Begleitung erlaufen möchte, dem seien folgende Läufe ans Herz gelegt: Weiterlesen

Vital und geschunden: auf Potsdams Skulpturenpfad

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Fragen Sie doch mal im Freundeskreis, wer schon mal den Walk of Modern Art in Potsdam erwandert hat?! Sie können sich der skeptisch-bewundernden Blicke sicher sein. Nur die wenigsten werden von diesem „Walk“ wohl schon etwas gehört haben. Vielmehr denkt man als Erstes an den Walk of Fame, der die Promis von Hollywood im Straßenpflaster von L.A. verewigt. Aber in Potsdam? Na ja, es klingt durchaus etwas großspurig, was sich da die kunstbeflissenen Aktivisten um die Beigeordnete Iris Jana Magdowski ausgedacht haben. Man kann diese ambitionierte Idee auch schlicht Skulpturenpfad nennen. Und selbst das ist zurzeit noch recht übertrieben: denn von den 14 geplanten Arbeiten stehen erst vier. Aber immerhin: der Anfang ist getan. Weiterlesen

Vorspeisengenuss: Flammkuchen mit Spargel und Lachs

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Spargelgenuss aus Lilis Ofen.

Die Spargelsaison ist eröffnet! Lili präsentiert uns heute ein schnelles Rezept zum Einstimmen –  als Vorspeise oder mit einem frischen Salat dazu auch als vollwertiges und schnelles Abendbrot für 2 Personen!

Ich wollte es gleich ausprobieren, leider  war in meinem sonst so gut bestückten Supermarkt das Flammkuchen-Kühlregal leer. Eine freundliche Mitarbeiterin versprach, sofort nachzuordern. Spätestens am Wochenende frage ich nach. (he)
Flammkuchen mit Spargel und Lachs

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Königliche Festmusiken, Jazz und Salons: Bonjour Frankreich!

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Galant und royal: Am 10. Juni beginnen die Musifestspiele Potsdam Sanssouci – getragen von der Liebe zu Frankreich. Wer dabei sein will, sollte sich jetzt um Karten kümmern.

Dieses Festival ist eigentlich ein Selbstläufer. Die Karten sind gefragt, die Besucher Wiederholungstäter. Es empfiehlt sich also auch schon ein paar Wochen vor Festivalbeginn den Terminkalender zu zücken. Wer noch keine Zeit hatte, sich durch das diesjährige Programm der Musikfestspiele zu blättern, dem sollen ein paar Tipps auf die Sprünge helfen. Denn noch gibt es hier und da Gelegenheit, ab 10. Juni mit ins Land des Sonnenkönigs, der Chansons und der Liebe einzutauchen: mit einem herzlichen „Bonjour Frankreich!“. Weiterlesen

Kanon der Einsamkeit: Die „Drei Schwestern“ am Hans Otto Theater

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Der schöne Schein: Hinter der Fassade bröckelt es im Gebälk der Einsamkeit. Jeder greift in seinem Anspruch auf Glück ins Leere. Foto: HOT/HL Böhme

„Wir wollen nach Moskau!“. Gebetsmühlenartig wiederholen die Schwestern diesen Satz: schreiend, flüsternd, fast daran erstickend. Moskau ist ihr Sehnsuchtsort, ihre Hoffnung. Er könnte auch „Europa“ heißen, so wie wir ihn täglich von Flüchtlingen in den Medien rufen hören. Die Sehnsucht trägt viele Gewänder.

Anton Tschechows Stück „Drei Schwestern“, das am Freitag am Hans Otto Theater zur Premiere kam, rückt dem Besucher hautnah auf Leib und Seele. Weiterlesen

Wo sich Arbeit und Leben umarmen: Fünf Keramiker unter einem Dach

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Obwohl das selbstgebaute Tor aus Robinienholz weit geöffnet ist, fährt man schnell an dieser Kunst-Oase vorbei. Das Hinweis-Schild Keramische Werkstätten Glindow am Backstein-Pfeiler ist von zurückhaltender Schlichtheit. Hier wird eben mehr geklotzt als geprotzt.

Der Charme des Vierseitenhofs der ehemaligen Wassermühle in Glindow entfaltet sich erst beim Nähertreten. Dann aber mit freundlichem Nachdruck. Weiterlesen

„Haben Sie Geduld!“ – Auf dem Abstellgleis in die Kulturhauptstadt

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Einladend herausgeputzt: Die Europäische Kulturhauptstadt Wrocław (Breslau).

Es ist 10:39. Hinter mir liegen 21 Minuten Hochleistungssport. Auch ohne mich auch nur einen Meter vom Platz zu bewegen, bin ich schweißgebadet, mein Blut kocht. Dieser sich endlos wiederholende Satz: „Bitte haben Sie noch etwas Geduld. Wir sind gleich für Sie da!“ hat sich wie eine Mantra in mein Kopf eingebrannt. Es ist inzwischen das vierte Mal, dass ich mich mit der Bahnauskunft „duelliere“ und sie mich aufs tote Gleis stellen wollen.

Dabei will ich doch nur zwei Fahrkarten – ohne jedes Extra. In die Europäische Kulturhauptstadt Wrocław, dem frühere Breslau, soll es gehen. Das Hotel war mit nur zwei Klicks im Nu gebucht. Wie aber hin- und zurückkommen? Der tägliche Fernbus von Berlin erreicht bereits im Morgengrauen um 5 Uhr die polnische Metropole. Nein, das muss nicht sein. Kultur soll schließlich auch Spaß machen. Bahnfahren ist ohnehin entspannter – denke ich. Also rechtzeitig buchen, dann wird es auch per Zug nicht so teuer. So meine Logik. Weiterlesen