Lilis Rezept zum Oktober: Apfelcrumble und Apfelchutney

Spätestens mit den Herbststürmen in der vergangenen Woche sind auch die letzten Äpfel von den Bäumen gefallen. Bevor sie verfaulen, sollte man schnell zugreifen und sie, wenn nicht frisch verzehrt, zum Beispiel in einem Crumble oder Chutney verarbeiten. Wer mit diesen „neumodernen“ Wörtern nichts anfangen kann, darf sie auch gern Süßspeise und Sauce nennen.

Unsere Küchenfee Lilli hat zwei tolle Rezepte ausprobiert, die sie Euch nicht vorenthalten möchte.

Früher hätte sie aus ihrem Fallobst Apfelmus gekocht. Aber die „Flotte Lotte“ ist längst entsorgt und so hat sie nach neuen Apfelrezepten gestöbert. Der Apfelcrumble ist einfach, schnell gemacht und kann als Nachtisch auch gleich warm verspeist werden. Wer’s lieber herzhaft und richtig scharf mag, probiert vielleicht mal das Chutney aus?! Weiterlesen

Und noch ein lächelndes Vollmondgesicht: Wenn Bildchen zu uns sprechen

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Wer „whatsappt“ oder chattet, kommt an ihr nicht vorbei: der bunten Welt der Emoticons.

Der Rekordinhaber ist mein Enkel. Er hat es auf 35 gebracht: ein Schweif aus Sternen, Sonne und Mond. Der ganze Himmel vereint auf meinem kleinen Display. Bei meinen Freundinnen sind zwinkernde Smileys mit Kussmund, Herzaugen und Schmollmund heiß im Kurs. Und eine schlicht lächelnde Sonne macht sich ohnehin verdammt gut als Übergang zwischen verschiedenen Absätzen. Das Auge sieht eben mit. Und die so genannten Emoticons – Symbole, die verwendet werden, um Stimmungs- und Gefühlszustände auszudrücken – bringen Farbe ins grau-weiße „Papier“ der Elektronik-Briefe. Gut gelaunt wird geschrieben und „gemalt“, was das Zeug hält. Her und hin und hin und her und jeder möchte das letzte Wort haben – gern mit dem dicken aufmunternden Daumen als Schlussakkord. Wer schreibt, der bleibt. Daran hat sich seit Jahrhunderten nichts geändert. Nur die Form wandelt sich.
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Verlosung: 2 x 2 Freikarten für „Nathan der Weise“ in der Französischen Kirche

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Jude und Muslim werden Freunde: Teo Vadersen spielt den reichen und weisen Nathan (r.), Martin Molitor den offenherzigen Sultan Saladin. Foto: Poetenpack/Constanze Henning

[Update: die Verlosung ist bereits beendet] Nimmt man die Beitrags-Klickzahlen des Kulturseglers als Maßstab, so war die Poetenpack-Inszenierung von Lessings „Nathan der Weise“ in der Französischen Kirche mit Abstand das meistbeachtete Kulturevent des letzten Jahres. Unsere Rezension kann hier noch einmal nachgelesen werden.

Nun, ein Jahr später, gibt es eine Neuauflage des erfolgreichen Stückes in Regie von Andreas Hueck. Zwischen dem 26. und 30. Oktober finden abendliche Aufführungen jeweils um 19 Uhr in der Französischen Kirche Potsdam statt.

Für die Veranstaltung am Samstag, den 29. Oktober, 19 Uhr, verlost der Kultursegler 2 x 2 Freikarten.

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Darf ich vorstellen? Miss Schnuck – Letzte Chance für Toni Erdmann

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Miss Schnuck alias Ines Conradi lädt zum Empfang im Evakostüm und sorgt für Lacher, die im Halse stecken bleiben. (Foto: Komplizen Film)

Sein Name war in den vergangenen Wochen in vieler Munde: Toni Erdmann. Das ist dieser verrückte Papa, der nicht mit ansehen kann, wie seine Tochter über ihre Arbeit das Leben vergisst. Nachdem der Film von Regisseurin Maren Ade in Cannes gefeiert und mit dem Preis der internationalen Filmkritik 2016 ausgezeichnet wurde, traf er auch bei den deutschen Cineasten auf großen Anklang. Im Thalia Potsdam war er über Wochen zu sehen und trotzdem hab ich es einfach nicht nach Babelsberg geschafft. Mal stimmte die Zeit nicht, mal fehlte die Begleitung. Aber da Freunde und Familie gleichermaßen begeistert waren, wollte ich dieses Kinoerlebnis auf keinen Fall verpassen. Umso mehr freute ich mich, als ich den Film im Programm des Filmmuseums entdeckte. An drei Terminen haben alle Nachzügler noch einmal die Chance, selbst die Bekanntschaft mit Toni Erdmann und Ms. Schnuck zu machen. Weiterlesen

Zum Herz zerreißen: Der Film „24 Wochen“ ist von atemloser Kraft und Ehrlichkeit

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Noch im Thalia zu sehen: „24 Wochen“. Ein großer Film, der nichts ausspart. Foto: Neue Visionen

In diesen Film sollte keiner alleine gehen. Er hat so eine Wucht, dass man einfach die Nähe eines Freundes braucht, mit dem man auch anschließend das Unfassbare teilen kann. Eigentlich wollte ich mich um „24 Wochen“ drücken. Allein der Trailer zog mich schon runter. Doch dann fragte mich eine Freundin, ob ich sie begleiten würde. Ich ging mit. Und das war gut so. Dieser Film über die Frage, ob man ein behindertes und zudem herzkrankes Kind zur Welt bringt, ist so direkt, so ehrlich, so schonungslos, dass er noch Tage später in Kopf und Seele kreist. Und immer wieder zu dem Gedanken führt: Gott sei Dank, dass ich das nicht entscheiden muss!

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Stühle beiseite, es wird gesungen und getanzt! Baby- und Kleinkindkonzerte im Ricciotti

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„Komm, sing mit!“ heißt es künftig alle zwei Monate im Café Ricciotti.

Der Ansturm ist groß an diesem verregneten Oktobernachmittag. Immer mehr Eltern drängen mit ihren Kindern in das kleine Café mit dem Namen, der sich so schwer merken lässt: Ricciotti. So heißt  der Architekt des Nikolaisaals, in dessen Vorderhaus das Café seit einem Jahr ansässig ist. Hier fand am vergangenen Donnerstag das erste Kleinkindkonzert „Komm, sing mit!“ statt, das schon Wochen im Voraus ausverkauft war. Einige spontane Gäste mussten also dieses Mal im Regen stehen bleiben und wurden auf den nächsten Termin am 1. Dezember vertröstet.

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Doch der Argwohn bleibt: „Geächtet“ erzählt am HOT über Vorurteile, Religion und Rassismus

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Theater mit Tiefgang: Gespielt von Melanie Straub, Jon-Kaare Koppe, Philipp Mauritz und Aimee Breidbach (v.l.)

Das Theater ist in aller Munde. Allerdings nicht wegen seiner Inszenierungen. Es geht um Querelen hinter der Bühne. Der Intendant versteht es offensichtlich nicht, seine Mannschaft hinter sich zu einen. Statt sie mitzunehmen im Ringen um zugkräftige Bühnenstoffe, Publikumsgunst und Zuschauerzahlen, fühlen sich die Schauspieler übergangen und stehengelassen in ihrer Hoffnung auf Mitsprache. Ihr Vorwurf, der in einem Brief vor zwei Jahren seinen Niederschlag fand, heißt zusammengefasst: zu wenig Demokratie.

Das Ganze wurde jüngst in der Lokalpresse ausgiebig beleuchtet und wir wollen nicht im Nachhinein ins langsam verstummende Horn der Aufständigen oder des eingeschnappten Intendanten noch laue Luft blasen. Der Oberbürgermeister und seine fachkundigen Berater werden entscheiden müssen, wie lange die Ära Wellemeyer noch anhält. Offensichtlich geht es um eine breitgefächerte Antistimmung gegen den obersten Spielherren, obwohl er seiner Crew eigene Spielwiesen in der Reihe „nachtboulevard“ immer wieder einräumte. Sie muss also tiefer liegen, diese Eisschicht. Das zu bewerten, ist von außen schwierig. Viele wissen indes aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn Chefs für Kälte und Erstarrung im Betriebsklima sorgen.

Auf der Bühne ist es den Schauspielern indes nicht anzumerken, ob und wie heiß es brodelt unter den Brettern, die die Welt bedeuten. In der Inszenierung „Verdächtig“, die ich am Tag der Einheit in einem recht gut gefüllten Haus erleben konnte, gab es einmal mehr ein kraftvoll und differenziert aufspielendes Ensemble, mit dem das Theater immer wieder punkten kann. Weiterlesen