Filmsonntag zum Gedenken an Doris Borkmann und Roland Gräf

28. Mai 2017 - 14:30

Potsdam

 

Bei der Preisverleihung der DEFA-Stiftung 2014 von Reinhardt & Sommer

„Es lässt sich nicht fassen und wir müssen es dennoch hinnehmen, dass zwei so große, wunderbare Menschen und Filmschaffende uns verlassen haben.“ Mit diesen Worten trauern die Mitarbeiter des Filmmuseums um Doris Borkmann und Roland Gräf, denen sie einen Filmsonntag widmen.

Doris Borkmann war die bescheidene Frau hinter den großen Namen: hoch professionelle und äußerst produktiv, die dem Namen Regieassistentin alle Ehre machte. Sie ist am 12. Mai 2017 verstorben. In einer über 65-jährigen beruflichen Laufbahn hat sie das organisatorische und künstlerische Filmhandwerk von der Pike auf gelernt und angewendet: Filmfotografin, Cutterin, Regieassistentin. 1951 fing sie bei der DEFA an, arbeitete mit Kurt Maetzig („Der schweigende Stern“, „Schlösser und Katen“) genauso zusammen wie mit Frank Beyer („Der Bruch“), Lothar Warneke („Blonder Tango“), Roland Gräf, Rainer Simon usw. 18 Jahre währte die Zusammenarbeit mit Konrad Wolf mit Filmen wie „Ich war 19“ und „Solo Sunny“. Nach 1990 bildete sie oft mit Andreas Dresen ein Team: „Halbe Treppe“, „Nachtgestalten“, „Sommer vorm Balkon“… Ein gutes „Händchen“ bewies sie beim Casting, bei der Rollenbesetzung. Der Schauspielernachwuchs interessierte sie ganz besonders, für nicht wenige Neuentdeckungen war sie verantwortlich.

Ihr zu Ehren wird am Sonntag, dem 28. Mai um 14.30 Uhr der Dresen-Film
„Sommer vorm Balkon“
gezeigt.

 


„Bankett für Achilles“
erinnert dann um 17 Uhr an den verstorbenen Regisseur Roland Gräf.
Er war einer der erfolgreichsten und individuellsten Regisseure der DEFA und ist am 11. Mai gestorben.  Er war dem Filmmuseum seit Jahrzehnten verbunden, 2004 wurde er zum 70. Geburtstag mit einer Ausstellung geehrt, 2009 zeigten wir seine Fläming-Bilder, poetische Fotografien dieses Landstrichs und seiner Menschen. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er mit dem Band „Meine Last Picture Show“ ein bildkünstlerisches Vermächtnis.

Roland Gräf hatte nach 1992 leider keine Förderer für seine Filmprojekte gefunden, so verschrieb er sich (glücklicherweise) der Fotografie. Zuvor stach er mit Filmen wie „Fallada – letztes Kapitel“ (1987), „Das Haus am Fluss“ (1985), „Märkische Forschungen“ (1981), „Die Flucht“ (1977) oder „Bankett für Achilles“ (1975) aus dem DEFA-Schaffen hervor. Er arbeitete mit Schauspielern wie Katrin Saß, Erwin Geschonneck  oder Armin Müller-Stahl zusammen. Als Autorenfilmer mit besonderem Blick für soziale Realitäten gelang es Roland Gräf, der auch ein äußerst sensibler Kameramann gewesen ist, wahres Leben einzufangen – und das unter den schwierigen Bedingungen einer staatlich gelenkten Filmproduktion. Nicht zu vergessen sein Engagement im „Künstlerischen Rat“ der DEFA, der unter seinem Vorsitz in den 1980er Jahren mehrfach kulturpolitische Öffnungen angemahnt hat.

Sonntag, 28.05.2017 um 14.30 Uhr
Sommer vorm Balkon

Einführende Worte: Peter Hartwig (Produzent, Fotograf)
Sonntag, 28.05.2017 um 17:00 Uhr
Bankett für Achilles

Einführende Worte: Ralf Schenk (DEFA-Stiftung)

Kleiner Empfang zwischen den Filmen


Kartenreservierung: 0331-2718112,
ticket@filmmuseum-potsdam.de

Eintritt frei