Im Zwiegespräch mit "Paulus": über die eigene Glaubenswahrheit im Alltag

25. Mai 2017 - 19:30

Potsdam

„Das jüngste Gericht“ / Grafik: Werner Rudolf Götz

Im 25. Lebensjahr begann Felix Mendelssohn Bartholdy mit seiner Komposition des „Paulus“. Zu Himmelfahrt wird sie in der Erlöserkirche zu hören sein. In diesem Werk beleuchtet der junge Mendelssohn Bartholdy Stationen des Apostels musikalisch. Anlässlich des Niederrheinischen Musikfestes in Düsseldorf wurde das Werk unter der Leitung des Komponisten am 22. Mai 1836 uraufgeführt. Den letzten Schliff gab er seinem Werk aber erst nach der Uraufführung. „Mich hat vieles während der Aufführung erfreut, vieles verstimmt, und bis jetzt noch arbeite ich an einzelnen Stellen des Clavier-Auszugs, der nun bald erscheinen soll, und der Partitur, weil manches meine eigentliche Idee gar zu wenig ausspricht, ihr nicht einmal andeutend nahe kommt“, bekannte Mendelssohn.
Das Werk erfreute sich eines außergewöhnlichen Erfolges, der alles in den Schatten zu stellen schien, was an Oratorien seit Haydns Spätwerken in Deutschland geschrieben worden war. Von Düsseldorf aus trat der „Paulus“ seinen Siegeszug durch Europa an. Das Werk erreichte eine Popularität, die erst durch den „Elias“ übertroffen werden sollte.

Wer aber war der Paulus? Seine Lebensdaten  sind rasch erzählt: Geboren um das Jahr 9 nach Christus in Tarsus, von Beruf Zeltmacher wie sein Vater und als junger Jude so wissbegierig, dass man ihn bald schon nach Jerusalem reisen ließ, damit er sich dort einen Lehrer suchte, um selber einmal Schriftgelehrter werden zu können. Als solcher gerät er in einen Konflikt mit der sich entwickelnden Christengemeinde; ja, es wird gar berichtet, dass er mit großem Eifer die Christen verfolgte. Dann, etwa um das Jahr 33, das sogenannte Damaskuserlebnis: In einer
Vision begegnet ihm Jesus, der ihn fragt: „Warum verfolgst Du mich?“. Dieses Ereignis verändert sein Leben von Grund auf. In dem Wort „vom Saulus zum Paulus werden“ ist es sprichwörtlich geworden. Paulus lässt sich taufen, verbringt eine Zeit in der Einsamkeit, nimmt Kontakt zur christlichen Urgemeinde in Jerusalem auf und wird schließlich zum Apostel der jungen Christenheit. Auf drei großen Missionsreisen gründet er Gemeinden in Kleinasien und Europa. Schließlich kommt er nach Rom. Dort stirbt er unter Kaiser Nero um das Jahr 60 eines gewaltsamen Todes.

Ud Joffe während einer Probe (Foto: Andreas Fink).

Die Aufführung in der Potsdamer Erlöserkirche leitet Ud Joffe: Dass ein Jude mit einem Kirchenchor während des Evangelischen Kirchentages „Paulus“ aufführt, spricht – neben der musikalischen Arbeit der Einstudierung – schon von selbst für eine tiefe Beschäftigung und ehrliche Auseinandersetzung mit den Inhalten des Gesungenen.

Ud Joffe forderte während der Probenarbeit ein persönliches Reflektieren über die eigene Einstellung zur Religion und das Widerspiegeln der eigenen “Glaubenswahrheiten“ im täglichen Leben heraus.
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
»Paulus«
Oratorium nach Worten der Heiligen Schrift

Ausführende:
Esther Hilsberg – Sopran
Regina Jakobi – Alt
Markus Schäfer – Tenor
Sebastian Noack – Bass
Potsdamer Kantorei
Neues Kammerorchester Potsdam
Leitung: Ud Joffe

im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017

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Abendkasse 1 Stunde vor Konzertbeginn
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