Film trifft Gastronomie

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Die Genusswerkstatt am Filmmuseum präsentiert sich mit offener Küche und im rustikalen Charme. / Foto: he

Die Pasta schmeckt und ist mit Raffinesse zubereitet. Für 6,90 Euro und dazu noch ein Getränk kann man hier öfter „business-lunchen“. Wir sitzen draußen und genießen die Spätsommersonne. Die freundliche Bedienung hat gut zu tun, lässt uns aber nicht allzu lange warten. Derweil greife ich in die alte Obstkiste mit den Filmbüchern und blättere in der Biografie des verstorbenen DEFA-Regisseurs Frank Beyer, dessen Filme „Spur der Steine“ oder „Der Aufenthalt“ uns einst so berührten. In diesem Café geht es um eine besondere Melange: Film trifft Gastronomie. Allerdings lässt der Name nicht sofort darauf schließen. Das einstige Filmcafé heißt nun „Genusswerkstatt“ und hat nach zwei Jahren Schließzeit neue Chefs.

Kay Fock ist neben Ralph Junick einer von beiden und nimmt beschürzt unsere Bestellung auf. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt von der guten Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum und dass er als nächstes den Dominic-Raacke-Abend kulinarisch begleiten wird. Der findet am 25. September statt und präsentiert nicht nur den einstigen charismatischen Tatort-Kommissar, sondern auch dessen Lieblingsfilm „Die Büchse der Pandora“. Auch der Förderverein des Filmmuseums und der DEFA-Stammtisch sollen in der rustikalen, gesprächsanimierenden Atmosphäre unter den alten polnischen Industrielampen der Genusswerkstatt tagen. Doch wer auf die Idee kommt, nach einem Filmbesuch noch auf ein Glas Wein einzukehren, wird enttäuscht. Die Stühle werden für gewöhnlich um 19 Uhr hochgestellt und nur aus speziellen Anlässen wie Kochkurse und Weinverkostungen länger für Besucher bereit stehen. Vielleicht auch im Anschluss an das traditionelle „Potsdamer Filmgespräch“?! Die Absprachen dazu laufen. Zur offiziellen Eröffnung der „Genusswerkstatt“ am Donnerstag gab es nach dem passenden, köstlich-unterhaltsamen Film „Kiss the Cook – So schmeckt das Leben“ indes keine Chance, dort noch einzukehren.

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Kay Fock und seine netten Mitarbeiterinnen. / Foto: he

Kay Fock, der dreifache Vater, sieht die Genusswerkstatt vor allem auch als Familientreff: ein Spielteppich soll demnächst ausgerollt werden und neben den Filmbüchern gibt es dann vielleicht auch eine Kiste mit Kinderbüchern. Zu dieser Ausrichtung passt wiederum die Marco-Polo-Familienausstellung im Hause. Und am morgigen Sonntag, zum Tag des Offenen Denkmals, an dem es um 11 Uhr einen Rundgang auch in die  sonst verborgene Räumlichkeiten des Filmmuseums gibt, lädt  die Genusswerkstatt ebenfalls mit ein: zur Stärkung an frisch zubereiteter Pasta unter den Blicken von Roman Polanski und seinem Pianisten, die von den Wänden auf die regen Gespräche an den langen Werkstatt-Tischen schauen. (he)

Weiteres unter www.genusswerkstatt-potsdam.de und www.filmmuseum-potsdam.de

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