Kleine Sonnentänzer auf großer Bühne: Marita Erxlebens Eleven zeigen „Wie der Rabe das Licht brachte“

Auf Spitzen im Rampenlicht des Hans Otto Thaters. Foto: Vanessa Schümmelfeder

Es ist schwer, den richtigen Weg zu finden: nicht nur für die Sonnentänzer und das Rabenvolk. Auch dem Zuschauer fehlt über weite Strecken der Kompass der Erleuchtung. Die von Choreografin Marita Erxleben meisterlich in Szene gesetzte Tanzproduktion „Wie der Rabe das Licht brachte“ glänzt zwar am Hans Otto Theater mit sinnlichen und kontrastreichen Bildern, aber der Inhalt bleibt mitunter auf der Strecke.
Dabei führt der Geist der Dunkelheit erklärend durch die einzelnen Stationen der Erkenntnis und könnte sie zusammenhalten und vorwärts treiben. Aber es mangelt an einem gut nachvollziehbaren Erzählstrang. So empfiehlt es sich, das Programmheft vor oder begleitend zur Aufführung zu lesen. Allerdings richten die meisten Zuschauer wohl ohnehin ihre Aufmerksamkeit vor allem auf den entscheidenden Moment, wenn ihr eigenes Kind auf die Bühne tritt und endlich all den Zauber versprühen darf, für den es ein ganzes Jahr so eifrig geprobt hat. „Das ist meine Tochter!“, ruft euphorisch eine junge Frau neben mir, als die Schneeflocken im strahlenden Weiß hereinschneien. Das Mutterherz läuft über. Ja, sie sind schön anzusehen: die zahlreichen Mädchen und Jungen aus dem „Spaß am Tanz“-Verein. Man spürt ihre Aufregung, ihren Puls, ihren Enthusiasmus. Die jüngsten Eleven bekommen besonders viel Szenenapplaus. Aber natürlich sind es vor allem die Großen, die auf Spitzen und mit stolzer Haltung beweisen, dass sich Mühe und Fleiß in Bühnenzauber verwandeln lassen. Sie lächeln selbstbewusst ins Publikum, wissen mit Eleganz und Ausdruckskraft zu überzeugen. Die Mädchen drehen sich in feinem Tüll und fließenden Stoffen, die Jungs kämpfen und punkten im frech-rasanten HipHop-Style. Die Kostüme von Maren Steinebel sind ein Augenschmaus, die die Eleven ideenreich in Ponys, Biber, Hasen oder Schneeeulen verwandeln.

Da ist es dann auch fast nebensächlich, dass es in dem indianischen Märchen um die beiden Völker Helaku und Chogan geht, deren Zusammenleben von Misstrauen geprägt ist. Als das Licht verschwindet, sind sie gezwungen zu kooperieren …

Auf der Bühne erleben wir wenig Indianisches. Aber wir sehen beherzt tanzende Kinder und Jugendliche, die unter der einfühlsamen Hand ihrer Choreografin geschickt ihre Stärken zeigen können und den Geist des Lichtes versprühen. Jeder bekommt seine Rolle, seinen einzigartigen Auftritt! (he)

Für folgende Vorstellungen gibt es noch Karten:

Sa, 8.7., 11:00 Uhr (Restkarten)

So, 9.7., 17:00 Uhr (Restkarten)

Mo, 10.7., 10:00 Uhr (Restkarten)

Di, 11.7., 10:00 Uhr (Restkarten)

Di, 11.7., 17:00 Uhr

Mi, 12.7., 10:00 und 17:00 Uhr

Do, 13.7., 10:00 Uhr (letzte)

Karten unter www.hansottotheater.de

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