111 Orte, die uns Geschichte erzählen: Auf ins brandenburgische Outback!

Eine Stiftung kümmert sich um den Erhalt der Reste des Olympischen Dorfes in Elstal. Man kann es besichtigen.

In diesem Büchlein geht es um ein beklagenswert dürres Land: um die lange Zeit verschmähte Streusandbüchse Brandenburg. Heute wissen wir es besser. Dieses einstige preußische Kerngebiet hat Landschaft im Überfluss. Das erkennen lange vor den Einheimischen immer wieder die reisequirligen Berliner. Der Autor und Journalist Paul Stänner ist einer von ihnen, allerdings ein Zugezogener aus dem Münsterland. Er kehrt dem Großstadtmoloch nur allzu gern den Rücken und durchquert mit spitzer Feder und geschultem Auge das sich weit ausstreckende Seen-, Kiefern- und Feldermeer sowie die Schlösser und Burgen der Friedrichs und Wilhelms und ihrer Fußvölker. Dabei entdeckte er an 111 Orten immergrüne Kulturgewächse, die er für uns mit respektloser Herzensfrische beschreibt: So wie es sich für eine „Berliner Schnauze“ gehört. Weiterlesen

Werders Abgründe: Die „Dunkle Havel“ als spannungsreicher Heimatkrimi

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Kommissar Sanftleben stochert im dichten Nebel, der sich über die Havel legt. Foto: jä

Eine Freundin erzählte mir, dass sie gerade einen Krimi lese, der in unserer Gegend spiele und total spannend sei. Eine Woche später beam ich das Buch geschenkt. Eine gewisse Skepsis beim Thema Heimatkrimi kann ich nicht verleugnen. Doch die wich mit jeder der rund 250 Seiten. Die „Dunkle Havel“ von Tim Pieper riss mich mit in ihre Untiefen. Auch wenn die literarische Fangleine etwas kurz geraten ist – die anfängliche Armut an Verben störte mich schon  – nahm  mich die Handlung sofort gefangen. Gespannt trat ich ein in das Gartenreich der Obstmucker-Gilde. Hinter dieser bürgerlichen Fassade öffnete sich nunmehr ein wahrer Schlund an krimineller Energie: Drogen, Prostitution, Menschenhandel. Und der Anglerverein mittendrin im Sumpf der skrupellosen Hakenleger. Weiterlesen