Seelenmesse im Vocalise-Glanz

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In der Erlösererkirche entfaltete sich der musikalische Glanz des Mozart-Requiems.

Aufgewühlt und beseelt verlassen die Zuschauer das Gotteshaus. Die meisten stehen noch plaudernd unter der großen Blutbuche auf dem Vorplatz und tauschen ihre Eindrücke aus. Es wirkt nach: das Mozart-Requiem, dieses monumentale Werk in seinen Abgründen und lichtem Glanz. In großen Schwingen legte es sich wie eine Klangglocke über die dicht besetzten Reihen. Immer wieder ist es diese Eintracht von Musik und Raum, die die Konzerte in der Erlöserkirche so besonders und einmalig machen. Weiterlesen

Das Fremde in uns – die Vocalise nähert sich einem großen Thema auf leise Weise

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Bei der Vocalise 2015, die am 5. November beginnt, geht es nicht um den Blick auf Andere, sondern auf uns selbst: auf unsere eigene Kultur, die wir sehr schätzen und die uns dennoch manchmal fremd ist.

Allerorts sind wir von dem Thema Fremdheit umzingelt. Pegida-Aufmärsche machen uns wütend, hitzige Talkrunden in den Medien müde. Wir unterschreiben Petitionen gegen Fremdenhass, spenden Geld und Kleidung, erwägen eine Patenschaft – und schauen zugleich verstohlen auf die so anders aussehenden Menschen unter Kopftüchern und langen Gewändern, denen wir in Potsdam mehr und mehr begegnen. Ist dieser Fremde auf der anderen Straßenseite „nur“ Flüchtling oder führt er gar Böses im Schilde? Der Glaube an das Gute im Menschen, auch in uns selbst, wird auf die Probe gestellt und verlangt Vertrauen.

Auch in der „Vocalise“, dem traditionellen Vocalfestival des Herbstes, geht es um das Fremde. Allerdings nicht um Syrer oder Afghanen, unsere neuen unbekannten Nachbarn. Nein Ud Joffe, der künstlerische Leiter der Vocalise, möchte vor allem das Fremde in uns selbst hinterfragen: auf eine unaufgeregte, subtile Weise. Weiterlesen