Wenn das Leben langsam wird

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Beine hoch und abtauchen…

Geduld. Das ist mein Zauberwort der Stunde. Nein der Wochen. Seit Anfang Juli liege ich bevorzugt auf der Couch – das linke Bein bandagiert auf der Lehne. Es muss heilen. Und dazu braucht es Zeit und Ruhe. Inzwischen fühle ich fast eine Schockstarre. Das Leben gleitet an mir vorüber und ich wiederhole mantramäßig: Nicht so schlimm. Das kannst du alles nachholen. Dennoch kribbelts vom Zeh bis in die Haarwurzeln. Wandern im Harz? – Ausgefallen! Fahrradtour nach Rathenow? Verschoben! Sportwochenende am Salzhaff Pepelow? Die Freunde tanzten ohne mich im „Zappelbunker“.

Dafür lese ich. Und lese … Der Stapel geborgter Bücher, die ich seit Monaten am Bettrand horte, ist aufgebraucht. Weiterlesen

Die Idylle trägt Trauer: „Vor der Morgenröte“ ist ein Kino-Ereignis

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Josef Hader als Stefan Zweig: Heimweh in der Idylle. Foto: X-Filme

Nachdem ich aus dem Kino kam, griff ich sofort zur „Schachnovelle“. Es muss Jahrzehnte zurückliegen, als ich sie gelesen hatte. Jetzt drängte es mich, dieses vergilbte Reclam-Heftchen mit dem letzten, 1942 geschriebenen Werk Stefan Zweigs nochmal zur Hand zu nehmen. Grund war dieser überaus eindringliche, nachwirkende Film über ihn: „Vor der Morgenröte“ von Regisseurin Maria Schrader. Weiterlesen