„The Gate“: 300 Jahre Berliner Geschichte in 20 Minuten

Geschichte hautnah. „The Gate“ setzt schlaglichtartig und mit multimedialer Finesse auf Emotionen.

Schon beim Runtersteigen der Treppe dröhnt uns lauter Kanonendonner entgegen. Wir hören die piepsige Stimme von Walter Ulbricht: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.“ Als wir schließlich durchs Drehkreuz den flachen dunklen Raum betreten, werden wir von der Bilderflut geradezu überschwemmt. Der Körper vibriert im „Kugelhagel“ dieser rasanten Erlebnisshow zwischen Schüssen, Scherben, Bomben, Feuer, Jubeltaumel. In nur 20 Minuten durcheilen wir 300 Jahre Geschichte und es gibt kein Entrinnen. Diese vor einem Jahr eröffnete multimediale Ausstellung „The Gate“ in den Räumen des früheren Kennedy-Museums neben der französischen Botschaft am Pariser Platz zieht hinein: mit kraftvollen Filmsequenzen, schnellen Schnitten, dröhnenden Elektrobeats. Wie in einem Fahrstuhl geht es hoch und runter – von Glanz zu Elend und wieder zurück: vom blutigen Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs zu den Charleston-Klängen der 20er, vom Scheiterhaufen „entarteter“ Kunst zum Erstürmen der Mauer, vom lichten Ballett der Nachwende-Kräne in die schwüle Hitze der wiedervereinten Disconacht. Weiterlesen