Weich gebettet im Meer des Lichts

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Erleuchtet. Töne werden zu Licht. Die Installation im Kunsthaus zieht vor allem Familien an.

Das Licht breitet sich wie eine warme Dusche über dem Körper aus. Es ist ein sanftes, ein wohliges Gefühl, das im Wechsel der Farben wegträumen lässt. Betty Rieckmanns Lichtinstallation „taming the light“, die unter dem Gebälk des Kunstraums aufragt, entführt in eine Welt der Magie, die der Besucher mit eigener Hand ausmalen kann. Er setzt sich einfach ans Keyboard und mit seinem Spiel verändern sich die Farben. Töne werden zu Licht und wechseln mit den Oktaven. Man muss kein großer Meister sein: Auch eine laienhafte Improvisation schwingt sich zum Zauberstab auf.

Dabei wirkt dieses technische Konstrukt aus 12 Zylindern beim Betreten des sakral anmutenden Raumes wie ein Kanonenrohr-Gespinst: kalt und bedrohlich. Doch schon beim ersten Anschlag der Tasten füllen sie sich mit Wärme und lassen die elektronische Tüftelei hinter dieser originellen Lichtchoreografie vergessen. Die Kabel an der Wand, das nüchterne Gestänge aus den Drei-Meter-Rohren und die von der Künstlerin selbstgegossenen Betonsockel verschwinden im Lichterrausch. Betty Rieckmann, die in Karlsruhe lebende 29-jährige deutsch-amerikanische Lichtbändigerin erleuchtet das Publikum.

Vor allem in den Dämmer- und Abendstunden lohnt der Besuch des etwas versteckt liegenden Kunsthauses. Man kann auch eine „Privataudienz“ vereinbaren. Auf jeden Fall sollte man die ganze Familie einladen und die Kinder einbeziehen. Das Publikum ist deutlich jünger als bei sonstigen Ausstellungen des Kunsthauses. Und auch die Verweildauer sei länger als gewöhnlich, erzählt Vereinsmitglied Christian Sorgenfrey. Wer trennt sich schon gern von einer warmen Dusche? (he)

Geöffnet ist Di 11 – 15 Uhr, Mi, Do, Fr 11 – 18 Uhr, Sa + So 12 – 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung ( Tel. 0331-200 80 86 )

Zu sehen bis 22. November im Kunsthaus, Ulanenweg 9

Weiteres unter www.kunstverein-kunsthaus-potsdam.de

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