Doch der Argwohn bleibt: „Geächtet“ erzählt am HOT über Vorurteile, Religion und Rassismus

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Theater mit Tiefgang: Gespielt von Melanie Straub, Jon-Kaare Koppe, Philipp Mauritz und Aimee Breidbach (v.l.)

Das Theater ist in aller Munde. Allerdings nicht wegen seiner Inszenierungen. Es geht um Querelen hinter der Bühne. Der Intendant versteht es offensichtlich nicht, seine Mannschaft hinter sich zu einen. Statt sie mitzunehmen im Ringen um zugkräftige Bühnenstoffe, Publikumsgunst und Zuschauerzahlen, fühlen sich die Schauspieler übergangen und stehengelassen in ihrer Hoffnung auf Mitsprache. Ihr Vorwurf, der in einem Brief vor zwei Jahren seinen Niederschlag fand, heißt zusammengefasst: zu wenig Demokratie.

Das Ganze wurde jüngst in der Lokalpresse ausgiebig beleuchtet und wir wollen nicht im Nachhinein ins langsam verstummende Horn der Aufständigen oder des eingeschnappten Intendanten noch laue Luft blasen. Der Oberbürgermeister und seine fachkundigen Berater werden entscheiden müssen, wie lange die Ära Wellemeyer noch anhält. Offensichtlich geht es um eine breitgefächerte Antistimmung gegen den obersten Spielherren, obwohl er seiner Crew eigene Spielwiesen in der Reihe „nachtboulevard“ immer wieder einräumte. Sie muss also tiefer liegen, diese Eisschicht. Das zu bewerten, ist von außen schwierig. Viele wissen indes aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn Chefs für Kälte und Erstarrung im Betriebsklima sorgen.

Auf der Bühne ist es den Schauspielern indes nicht anzumerken, ob und wie heiß es brodelt unter den Brettern, die die Welt bedeuten. In der Inszenierung „Verdächtig“, die ich am Tag der Einheit in einem recht gut gefüllten Haus erleben konnte, gab es einmal mehr ein kraftvoll und differenziert aufspielendes Ensemble, mit dem das Theater immer wieder punkten kann.→ weiterlesen

Entschleunigen auf dem Storchenhof Paretz

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Der ausgebaute Vierseitenhof lädt zum Verweilen ein.

Meine Freundin und ich sitzen in der Sonne und schlürfen genüsslich unseren Kaffee. Die Männer verausgaben sich beim Tischtennis und die Kinder pflügen mit dem Bagger den riesigen Sandkasten um. Am vergangenen Wochenende haben wir uns auf dem Storchenhof im malerischen Dorf Paretz einquartiert. Wo einst die Schweine hausten, sind vor zwei Jahren die gemütlichen und gut ausgestatteten „Schwalbennester“ entstanden, die man mit bis zu vier Personen beziehen kann. Manchmal muss man gar nicht in die Ferne schweifen, um dem Alltag für einen Moment zu entkommen. Wenn auch die Auszeit nicht ganz billig ist.→ weiterlesen

Unser September-Gruß aus der Küche: Würziges Curry mit Kürbis.

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Kürbis macht schlank, schön und bewahrt vor Krankheiten. Die Mayas und Azteken feierten den Kürbis schon vor Tausenden von Jahren als heilige Arznei-Frucht.
Mein Nachbar hat mir aus seinem Garten ein riesiges Exemplar spendiert. Wie aus dem Bilderbuch: kugelrund, ohne Fehl und Tadel. Dieser Kürbis wird nicht geschlachtet und auch kein Gesicht reingeschnitzt.  Er darf in seiner schlichten, aber ausladenden Schönheit den Herbstschmuck auf der Treppe anführen. Aber natürlich werde ich Lilis Rezept nachkochen und zum Wochenende einen Hokkaido kaufen: für ein Würziges Curry mit Kürbis.→ weiterlesen

Ein Suchender zwischen den Welten. „Widerständige Bilder“ von Peter Weiss im Filmmuseum

Peter Weiss
Selbstbildnis von Peter Weiss im Jahr 1938

Er fuhr an den Ort, für den er bestimmt war und dem er entkam: nach Auschwitz. Das war 1964. Die Eltern von Peter Weiss erkannten rechtzeitig, dass sie als Juden Deutschland verlassen müssen, um zu überleben. Peter Weiss nahm an den Auschwitz-Prozessen in Frankfurt teil, schrieb anschließend das dokumentarische Theaterstück „Die Ermittlung“. 1965 wurden diese Gesänge über die Hölle auf Erden an 15 Theatern zeitgleich uraufgeführt: einmalig in der deutschen Theatergeschichte. Auch in Potsdam gelangte es auf die Bühne. Peter Kupke, späterer Intendant des Hans Otto Theaters, inszenierte es. Er wird dabei sein, wenn Anfang Oktober anlässlich des 100. Geburtstages von Peter Weiss das internationale Symposium „Ermittlungen“ stattfindet.

Eine Lesung seines Dokumentarstücks „Die Ermittlung“ fand 1965  in der DDR-Volkskammer statt und wurde mitgeschnitten.  Einige dieser Szenen sind in der Foyerausstellung im Filmmuseum  zu sehen, die am kommenden Freitag, den 30. September um 19 Uhr eröffnet wird.→ weiterlesen