Lust auf Brandenburg – Mikro-Abenteuer zwischen Welterbe, Weinbergen und Waldseen

Reisen nach Schema F kann jeder. Ausflüge werden durch die kleinen besonderen Momente einmalig, durch Begegnungen, besondere Erlebnisse abseits der typischen Touri-Pfade. Wie wäre es mit einer Teestunde im Japanischen Bonsaigarten, einem Picknick in den Weinbergen, einer Eselwanderung? Oder Sternegucken am dunkelsten Ort in Deutschland?

Mikro-Erlebnisse oder -Abenteuer nennen das die Touristiker oder Reisejournalisten. Auch der Reiseführer „Berlin außenrum – Überlandabenteuer Brandenburg“, erschienen im Michael Müller Verlag, möchte kein 0815-Reiseführer für Brandenburg sein. Es geht um die „Idee, einen Ort durch Erlebnisse zu erkunden“, schreiben die Autoren in ihrem Vorwort. Auch für die Dumont-Ausgabe „52 kleine und große Eskapaden – Potsdam & Havelland“ wurden kleine, feine Erlebnisse recherchiert, die wirklich Lust machen, in die Region einzutauchen.→ weiterlesen

Zwischen Seerosen und Malkastenbeeten. Zu Gast in Monets Zaubergarten in Giverny

Hasso Plattners Seerosen-Sammlung ist Schuld. Seine Monet-Bilder im Museum Barberini befeuerten immer wieder meinen Wunsch, die zarten Wasserschönheiten auch mal am Originalschauplatz bestaunen zu dürfen. Zu meinem Geburtstag hielt ich nun plötzlich das unerwartete Geschenk in den Händen: eine Reise nach Giverny in den Garten des großen Lichtmalers.→ weiterlesen

Selbstanzeige: Umweltsünderin!

Gerade erst gestern habe ich meiner Enkelin zum Geburtstag ein Buch über die wertvolle Ressource Wasser geschenkt. Schließlich bin ich doch die umweltbewusste Großmutter. Oder nicht? Heute trägt mir der Postbote ein Paket ins Haus, das den weiten Weg von Indien auf sich genommen hat. Es kam mit dem Schiff und mit dem Auto – und mit viel Verspätung. Nach dem Auspacken drängt es mich dazu, dem Verkäufer aus dem fernen Mumbai einen Brief zu schreiben.

Lieber Kavya Krishna,

wir haben aufgrund der verzögerten Lieferung nun schön öfter über die Verkaufsplattform etsy miteinander korrespondiert. Dort habe ich den Tischorganizer aus Holz entdeckt. Beim Kaufen – so muss ich gestehen – hatte mich das Herkunftsland nicht interessiert. Ich hatte nur Augen für den praktikablen und dekorativen Sinn des kleinen Möbelstücks: nicht größer als ein dickes Buch.

Um an den Inhalt des dreimal so großen Kartons zu kommen, der es nun endlich bis in mein Dorf geschafft hat, musste ich zu einem scharfen Messer greifen. Das zentimeterdick umwickelte Klebeband hatte es in sich. Aber noch viel größer wurden meine Augen, als ich mich schließlich zum Kern des Ganzen vorgearbeitet hatte. Eine Flut von bunten Klamotten schwoll mir entgegen: Hosen, Hemden, Shirts, Tücher, Kleider, Schals. Und irgendwo darunter begraben lag arglos der kleine feine Stiftehalter.

Einige der 13 Einzelteile hatten Flecken, andere Löcher, und wiederum andere waren ohne Fehl und Tadel.  Anfangs musste ich schallend lachen angesichts dieses farbenfrohen Verpackungschaos‘. Doch sogleich spürte ich die schallende Ohrfeige, die ich mir selber verpasst hatte. Wie ignorant war ich beim Bestellen eigentlich gewesen, wo ich doch weiß, wohin der ganze Onlinehandel führt! Gerade erst hatte ich gelesen, dass ein Großteil der Textilien aus unseren grünen Kleidersammlungs-Containern am Ende in Afrikas Gewässer landen – weil sie in diesem Überfluss dort nicht gebraucht werden und zudem die Hersteller vor Ort arbeitslos machen.

Nun also schickst Du mir, lieber Krishna, die alten Klamotten als Verpackungsmaterial zurück. Richtig so! Nun muss ich sie entsorgen. Aber wo? Ich habe mir ein Eigentor geschossen und in die Fratze des Umweltsfrevels geschaut, die ich selbst verursacht habe.

Ich wünsche Dir weiterhin gute Geschäfte. Nunmehr ohne mich – trotz der guten Qualität Deines Organizers! Ich organisiere um – und schaue künftig auf örtliche Anbieter. Am besten im Laden. Die Zeit der beschlagenen Brille hinterm Maskengesicht ist ja zum Glück erstmal vorbei. Aber vielleicht braucht es auch einfach weniger Einkäufe?!

Mit besten Grüßen aus dem fernen Land des Überflusses,

Heidi

Weit mehr als eine Dada-Ikone: Hannah Höch berührt mit einem vielseitigen Werk im Berliner Bröhan-Museum

Als die Ausstellung eröffnet wurde, fielen noch keine Bomben. Die Collagen, Aquarelle und Gouachen von Hannah Höch erzählten in surrealen Bildern von einem Leben, das zwei Weltkriege hinter sich gelassen hatte. Inzwischen haben sie nun eine unerwartete, neue Sprengkraft bekommen. Ihre weise, aus den Wolken emporsteigende „Eule mit Lupe“, gemalt 1945, schaut wieder auf die kleine Erde, die vom Himmel zu fallen droht. Betroffen schauen wir auch auf ihren „Totentanz“ und ihr „Sterbendes Gewissen“, oder auf die 1937 gemalten weißen Tauben, die in ihrer Verstümmelung an Kampfflieger erinnern.→ weiterlesen