„Wir sind die schrecklichsten Eltern“, schreibt die Potsdamer Autorin Janina Kürschner in ihrem munteren Buch über den ganz normalen Familienwahnsinn

Ein  ganzes Bündel vielfältiger kultureller Veranstaltungen tut sich beim Lesen dieses Satzes auf: Morgens Theater, abends Zirkus und zwischendurch ganz großes Kino. Man kann ihn so lesen, als ob er uns in eine gehobene Stimmung versetzen will, doch auch mit einem gedehnten Duktus, bei dem man einen kleinen Seufzer heraushört. „Unsagbares Glück und hin und wieder ein Stöhnen liegen im Familenalltag dicht beieinander“, sagt die Potsdamer Autorin Janina Kürschner in einem Gespräch. Im Marburger Francke Verlag hat sie ein Buch mit dem Titel „Morgens Theater, abends Zirkus und zwischendurch ganz großes Kino“ veröffentlicht. Damit macht sie deutlich, was alles in einer Familie möglich ist.

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Die Fantasie führte Regie: „Rembrandts Orient“ im Museum Barberini

Auf altmeisterlichem Grün sprechen sie von den Wänden: die alten Männer mit ihren silberdurchzogenen Rauschebärten. Unter ihren goldschimmernden Turbanen schauen sie nachdenklich mit verschattetem Gesicht auf die Besucher des Museums Barberini. Diese Porträts sind Magier von unaufdringlicher Zauberkraft, feinkomponierte Gestalten aus der Werkstatt Rembrandts, deren Sog man sich nicht entziehen kann.→ weiterlesen

Im Netflix-Sog: versunken auf der Fernsehcouch

Der Weg aus der Angst. Unorthodox schaut auf die Drangsal in abgeschotteten Gemeinden. (Foto: dpa)

Auch ich bin jetzt Netflixerin, ja sogar eine binge watching-Anwärterin. Was das ist? Man kann es auch als Komaglotzen bezeichnen oder als Serienmarathon. Schuld an dieser Sucht sind Tom Hanks und die 12-jährige Helena Zengel. Vor allem aber das Teufelszeug Corona. Eigentlich wollte ich nie auf die verführerische Netflix-Couch, in der fast jeder, der sie abonniert, versinkt. Mein Fernsehpensum bestritt ich bislang vor allem mit Arte und 3Sat – und hatte damit voll auf zu tun. Auch dem Sonntag-Abend-Tatort halte ich noch immer die Treue, obwohl er mich oft wütend macht, wie kürzlich die „Hetzjagd“ in Ludwigshafen, die das Thema Rechtsradikalismus butterweich kredenzte. Nun aber Hanks und Zwengel in „Neues aus der Welt“. In meiner Tageszeitung las ich die Kritik und wollte diesen Western natürlich sofort sehen. Doch Kinopremieren sind Dinge aus einer fernen Zeit, also fand die Erstausstrahlung bei Netflix statt.

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Zwischen abstrakten Nomen, Impffrust und einem Heldinnenepos – Überwintern im Coronamodus

Online-Angebote frohlocken, überbieten sich gegenseitig: Konzerte, Theater, Kino, Ausstellungen – die Kreativität schlägt Purzelbäume, die Kultur bäumt sich als geschundene Kreatur schmerzvoll und doch kampfeswillig auf. Dennoch kann ich mich nicht so recht entschließen, meinen Kunsthunger im Internet zu stillen. Zu oft sitze ich schon vor dem Laptop, um mit meinem Enkel die Lernapp Anton hoch und runter zu scrollen oder auf der Geografie-Plattform online.seterra.com möglichst schnell auf die richtigen Ländergrenzen, Hauptstädte und Gebirge zu klicken. Inzwischen kenne ich mich auch mit abstrakten und konkreten Nomen aus und konnte sie dank der Malerei auch meinem „Schüler“ gut erklären. Im Handy starre ich auf zudem auf pnn.de, um den Corona-Newsblog zu verfolgen oder mir den Finger wund zu tippen, um vielleicht doch noch irgendwann einen Impftermin für meine 95-jährige Mutter zu bekommen. 150 Fehlversuche registriert inzwischen meine Anrufliste. Aber jetzt ist ohnehin Funkstille. Kein Impfstoff, keine Termine. Wohin mit dem Groll? Am besten ins Lesereich abtauchen. → weiterlesen