Wandern und Wundern. Auf dem Kunstpfad durch den Hohen Fläming

Die Wölfe machen die beste Figur. Mit zotteligem Fell stehen sie zu dritt unter dem dichten Blätterdach und spitzen die Ohren. Der mittlere streckt seinen Kopf gen Himmel, ganz in Hab-Acht-Stellung. Die drei Isegrims wirken eher verletzlich als bedrohlich. Fein ausgeformt von der belgischen Künstlerin Marion Burghouwt gehören sie zu 26 wundersamen Objekten, die den Kunstwanderweg Hoher Fläming säumen. Die zwischen Bad Belzig und Wiesenburg in eine Nord- und Südroute gestaltete Freilichtgalerie ist himmlisch schön – auch ohne die künstlerische Pointierung. Dichte Buchenwälder, ein betörend duftender Rhododendronweg, bunte Schmetterlingswiesen – eine Augenweide auf Schritt und Tritt. 17 Kilometer sind es vom Bahnhof Belzig nach Wiesenburg, der Weg ist frisch gemäht, auch an den schmalen Stellen.→ weiterlesen

Losgehen und ankommen. Beeindruckende Open-Air-Ausstellung auf der Brandenburger Dominsel

Es sind bewegende Geschichten, die oftmals ans Herz gehen. In der Open-Air-Ausstellung „Losgehen und ankommen“ rund um die gotische St. Petrikapelle  am Brandenburger Dom  werden in Wort und Bild auf Tafeln zehn Lebensgeschichten erzählt, Geschichten von Menschen verschiedener Generationen, die  politische Untergänge erlebten, die die Bitterkeit und Not von Vertreibung erlitten, denen Kriege ein menschenwürdiges Dasein nicht gestatteten. Es sind Flüchtlinge aus dem deutschen Osten des Jahres 1945 und jene, die in unserer Zeit auf der Flucht aus arabischen und afrikanischen Staaten sind.→ weiterlesen

Für Krimiobristin Ingrid Noll sind die Morde nur das Sahnehäubchen

Der kühle Grauburgunder schmeckt auch schon zur Mittagszeit und passt zur launigen Lesung von Ingrid Noll. Die große alte Dame der Kriminalliteratur verzichtet für ihren Auftritt bei LIT:potsdam heute mal auf ihre Siesta. Trotz hochsommerlicher Temperaturen kommt die 85-Jährige im Gespräch mit Denis Scheck geradezu in Fahrt. Bevor sie sehr ausgiebig aus ihrem neuen Roman „Kein Feuer kann brennen so heiß“ liest und den vertrackten Bettgeschichten von Altenpflegerin Lorina und ihrem massierenden Frauenverführer Boris die Bühne überlässt, erzählt sie von ihrem eigenen Leben.

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Viel Schauspielfutter und karge Dialoge. Tragikomisches Sommertheater im Gasometer

Ins Gasometer des Hans Otto Theaters ist der Wilde Westen eingezogen. Allerdings in seinen letzten Zuckungen. Die Helden sind traurige Gestalten, die an der Hüfte statt des Colts einen Handfeger tragen und die sich am liebsten selbst bemitleiden. Das Juchhu des endlich wieder Spielen-Könnens zeigt sich am Donnerstagabend bei der Premiere von „Genie und Verbrechen“ als ein herrlich groteskes Vergnügen mit bitterem Unterton. → weiterlesen