Emails für Dich. Eine Landwirtin und ein Kulturredakteur im Schlagabtausch

Juli Zeh und Simon Urban schrieben über das Auseinanderdriften der Gesellschaft einen packenden Briefroman. Foto: Peter von Felbert

Liebe Theresa, lieber Stefan,

nein, es ist kein Leak, dass ich Eure Emails und Whatsapps lesen kann, ja sie geradezu verschlinge. In diesem Fall sind Juli Zeh und Simon Urban der Grund, dass Eure Post öffentlich wurde. Als Schriftsteller haben sie Euch erschaffen und Eure Briefe mit dem Titel „Zwischen Welten“ in die Welt hinausposaunt (unterstützt vom Luchterhand Verlag). → weiterlesen

Eine Umarmung der Schönheit und des Alters. Olaf Heines fotografischen Geheimnisse in Schwarz-Weiß

Es ist mein erster Besuch der Galerie „Camera Work“ in der Berliner Kantstraße. Auf den ersten Blick ein unscheinbarer Ort, an dem man schnell vorbeiläuft. Die Ausstellungsräume auf den zwei Etagen sind über den Hinterhof zu erreichen: quer über eine kleine grüne Oase. Dort stellt bis zum 4. Februar der Fotograf Olaf Heine seine „Human Conditions“ aus: eine Verbeugung vor großen Künstlern, „die auf den Zerfall und die Zerstörung dieser Welt mit dem Guten und Schönen antworten“, wie der aus Hannover stammende Fotograf in einem Interview sagte.→ weiterlesen

Gut gemacht, Herr Plattner! Ein Besuch im neuen „Minsk“

Der Wegweiser zum Frauenklo!

Das wäre mir im Ost-Minsk nicht passiert. Bevor ich in die Höhen der Kunst aufsteige, möchte ich mich erstmal erleichtern. Also hinein ins stille Örtchen. Doch welche Tür ist die Richtige? Nicht irgendeine weibliche bzw. männliche Figur weist den Weg. Nur ein stilisiertes Klobecken ist zu sehen. Ah, an der anderen Tür ist noch ein weiteres Zeichen angebracht: wohl für das Pissoir?! Doch das erkennen nur wenige. Gerade schleicht wieder eine Frau verschämt aus der falschen Tür. So kommt man indes gleich erheitert ins Gespräch: Und auf Kommunikation setzt ja das neue alte Haus am Brauhausberg. Über diese Wiederauferstehung gibt es indes nix zu meckern, nicht einmal mein pingeliger Bauleiter-Gatte findet ein Haar in der Suppe. „Da hat sich der Plattner gute Leute rangeholt“, so sein pragmatisches Lob.→ weiterlesen

Die Lichtpflücker. Das Theaterschiff Potsdam feiert mit Poesie und Akrobatik die Hoffnung auf Frieden

Durch die Reihen geht ein verzücktes Raunen. Wie aus einem Füllhorn ergießt sich über die Köpfe der Besucher ein paradiesisches Blumenmeer. Das Theaterschiff hat sich in einen Zauberwald verwandelt. Für zwei Stunden tanzen Glühwürmchen über die Planken, erwärmen Herz und Seele. Zwölf Artisten, Sänger und Pantomime geben sich am Ufer des Tiefen Sees ein beglückendes Stelldichein. Sie kommen aus verschiedenen Ländern: aus der Ukraine und Russland, aus Italien, Frankreich, England und den USA. Und sie halten gemeinsam mit ihrer atemberaubenden Kunst dem lärmenden Kanonendonner ein Licht des Hoffens entgegen.→ weiterlesen