In der Geschenkesucherei gibts so manche Grübelei…

Jedes Jahr die gleiche Diskussion: Wollen wir uns wirklich noch alle gegenseitig beschenken – jetzt, wo die Familie immer größer wird? Reicht es nicht, wenn nur die Kinder bunte Päckchen auswickeln? Die Fraktion der Gerne-Schenkenden hat auch in diesem Jahr mal wieder gewonnen. Und somit beginnt das Nachdenken.

Der Kultursegler wartet für alle, die auch beim Grübeln sind, mit ein paar Geschenkideen auf: → weiterlesen

Walzer der Verdammnis: Eugen Ruge erzählt in „Metropol“ von seiner Großmutter und Stalins „Säuberungsaktionen“

Auf den Spuren seiner Großmutter: der Autor Eugen RugeFoto:Asja Caspari

Ein eisiger Wind schlägt dem Leser entgegen. Es ist nicht nur die klirrende Kälte des russischen Winters, die sich durch das Buch „Metropol“ zieht. Es ist vielmehr diese unsägliche Zeit, die alle Poren erstarren lässt, in der Bespitzelung, Verrat, ohnmächtige Angst gnadenlos um sich greifen. Jeder bangt um sein Leben: Bin ich der Nächste, der von Stalins Getreuen abgeholt, nach Sibirien geschickt oder erschossen wird? Eugen Ruges neuer Familienroman erzählt anhand der Geschichte seiner Großeltern von den „Säuberungen“ in der Sowjetunion auf ihrem Höhepunkt von 1936 bis 1938. Rund 1000 Menschen wurden damals täglich exekutiert – so die Schätzungen. Seine Großmutter Charlotte, die schöne Übersetzerin, und ihr zweiter Mann Hans, kamen mit dem Leben davon. Doch sie schwiegen zeitlebens über diese anderthalb Jahre im „Metropol“, dem Luxushotel in Moskau, das nichts anderes als ein Gefängnis war: in dem die Wände Ohren hatten, wo jeder nervös beim Frühstück um sich schaute, wer nun wieder fehlte, weil er nachts abgeholt wurde.→ weiterlesen

Pfeifend durch den Herbst des Lebens: In „Harold und Maude“ brilliert Rita Feldmeier in ihrer letzten großen Rolle am Hans Otto Theater

Der Rock'n' Roll des Lebens: Rita Feldmeier und David Hörning in Harold und Maude. Foto: Jauk

Sie pfeift auf Scheinmoral, jodelt auf dem Hochsitz eine Hymne auf das Leben und die Liebe. Auch mit 80 schillert das Glück noch bunt wie eine Seifenblase. Und wenn sie zerplatzt? Macht nichts: der Moment hat sich dennoch gelohnt. Rita Feldmeier spielt am Hans Otto Theater in „Harold und Maude“ die couragierte Menschenfreundin Maude und macht damit nicht nur sich selbst ein großes Geschenk. Der Vorhang öffnet sich nach 44 Jahren nun zu ihrer letzten Spielzeit: Das Publikum feiert sie!→ weiterlesen

Im Galopp durch ein blutrotes Jahrhundert: „Das achte Leben. Für Brilka“ am Hans Otto Theater

Diese Urlaubslektüre erwies sich in jeder Hinsicht als Schwergewicht. Als unser alter Koffer in Split vom Band rollte, zerfiel er in seine Einzelteile. Mittendrin der 1300-Seiten-Roman „Das achte Leben. Für Brilka“ von Nini Haratischwili. Natürlich rafften wir alles wieder ordentlich zusammen, schnürten notdürftig unser Ränzl und brachten es unversehrt in unsere Herberge. → weiterlesen