Kanon der Einsamkeit: Die „Drei Schwestern“ am Hans Otto Theater

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Der schöne Schein: Hinter der Fassade bröckelt es im Gebälk der Einsamkeit. Jeder greift in seinem Anspruch auf Glück ins Leere. Foto: HOT/HL Böhme

„Wir wollen nach Moskau!“. Gebetsmühlenartig wiederholen die Schwestern diesen Satz: schreiend, flüsternd, fast daran erstickend. Moskau ist ihr Sehnsuchtsort, ihre Hoffnung. Er könnte auch „Europa“ heißen, so wie wir ihn täglich von Flüchtlingen in den Medien rufen hören. Die Sehnsucht trägt viele Gewänder.

Anton Tschechows Stück „Drei Schwestern“, das am Freitag am Hans Otto Theater zur Premiere kam, rückt dem Besucher hautnah auf Leib und Seele. → weiterlesen

Wo sich Arbeit und Leben umarmen: Fünf Keramiker unter einem Dach

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Obwohl das selbstgebaute Tor aus Robinienholz weit geöffnet ist, fährt man schnell an dieser Kunst-Oase vorbei. Das Hinweis-Schild Keramische Werkstätten Glindow am Backstein-Pfeiler ist von zurückhaltender Schlichtheit. Hier wird eben mehr geklotzt als geprotzt.

Der Charme des Vierseitenhofs der ehemaligen Wassermühle in Glindow entfaltet sich erst beim Nähertreten. Dann aber mit freundlichem Nachdruck. → weiterlesen

„Haben Sie Geduld!“ – Auf dem Abstellgleis in die Kulturhauptstadt

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Einladend herausgeputzt: Die Europäische Kulturhauptstadt Wrocław (Breslau).

Es ist 10:39. Hinter mir liegen 21 Minuten Hochleistungssport. Auch ohne mich auch nur einen Meter vom Platz zu bewegen, bin ich schweißgebadet, mein Blut kocht. Dieser sich endlos wiederholende Satz: „Bitte haben Sie noch etwas Geduld. Wir sind gleich für Sie da!“ hat sich wie eine Mantra in mein Kopf eingebrannt. Es ist inzwischen das vierte Mal, dass ich mich mit der Bahnauskunft „duelliere“ und sie mich aufs tote Gleis stellen wollen.

Dabei will ich doch nur zwei Fahrkarten – ohne jedes Extra. In die Europäische Kulturhauptstadt Wrocław, dem frühere Breslau, soll es gehen. Das Hotel war mit nur zwei Klicks im Nu gebucht. Wie aber hin- und zurückkommen? Der tägliche Fernbus von Berlin erreicht bereits im Morgengrauen um 5 Uhr die polnische Metropole. Nein, das muss nicht sein. Kultur soll schließlich auch Spaß machen. Bahnfahren ist ohnehin entspannter – denke ich. Also rechtzeitig buchen, dann wird es auch per Zug nicht so teuer. So meine Logik.→ weiterlesen

„Do-it-yourself“ – Selbstgemacht ist schöner!

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Ob Stricken, Nähen, Basteln, Gärtnern oder Bauen – Selbermachen ist absolut im Trend. Das Internet ist voll von Anleitungen, wie man aus Europaletten Möbel baut, Buchumschläge falzt, Samenbomben anrührt oder einen Lampenschirm aus einer Häkeldecke zaubert. Es gibt Blogs, die Bild für Bild erklären, welcher Schritt als nächstes folgt, so dass man selbst mit zwei linken Händen durchaus Ansehnliches schaffen kann. Vielleicht Gefäße aus Beton?

Obwohl mein Papa gelernter Maurer ist, beschränkt sich mein Wissen über Zement auf die Kindheitserinnerung des sich immer drehenden Mischers in unserem Garten. Dieser übte zwar eine gewisse Faszination auf mich als kleines Mädchen aus, was da aber nun genau vor sich ging, kann ich nicht sagen. Interessierte mich eigentlich auch nicht. Nur dass wir immer schnell aus den Weg springen mussten, wenn die Trommel gestoppt und die homogene graue Masse ins Fundament gegossen wurde, das weiß ich noch. Dann schippte mein Papa, was das Zeug hielt. Ähnlich erging es mir bei meinem neuesten „Do-it-yourself“-Projekt: Kerzenständer und Vasen aus Beton gießen.→ weiterlesen