NEULICH fuhr ich am späten Nachmittag mit der S-Bahn von Berlin nach Potsdam. Ich war müde und froh, einen Sitzplatz gefunden zu haben. Doch ein kleiner Junge im Kinderwagen und im Dauerschreimodus ließ mich kurz überlegen, ob ich das Abteil wechsele. Der Mutter schien das Weinen weniger auszumachen. Sie telefonierte und schaute über alle fragenden Blicke der Mitreisenden stoisch hinweg. Schließlich erhob sich ein junger Mann, Mitte 30, von seinem Platz, ging zu dem Kind und sprach es freundlich an. Der Junge machte große Augen und vergaß vor Schreck sein Weinen. Keine zwei Minuten später war er eingeschlafen. Die Mutter hörte auf zu telefonieren. Und lächelte. Ob sie überhaupt jemand in der Leitung gehabt hatte?
Geschichten solcher Art erlebt jeder, doch die wenigsten schreiben sie auf. Ich hätte es auch nicht getan, wäre mir nicht das Buch NEULICH IN BERLIN in die Hand gefallen.→ weiterlesen




