Mit kriegerischem Gebrüll und lautem Getöse geht es erstmal vor die Tür. Das Publikum folgt der farbenprächtigen wilden Herde. Rund um ein Feuer gebärden sich die sieben Mimen von Ton und Kirschen als raufendes Volk, das sich gegenseitig an den Kragen geht. Nach diesem Prolog mit Tod und Wiederauferstehung geht es hinein in die fabrik und eine farbenprächtige Collage greift Raum. Das Wandertheater feiert seinen 25. Geburtstag mit Texten von Beckett, Tschechow, The English Mumming Play, Rumi, Ovid und Brecht. Und das natürlich in der ihm eigenen humorvoll-poetischen Art, in der sich Schauspiel, Maskentanz und Puppenspiel klangvoll vereinen. Theater, das Herz und Bauch anspricht und den Kopf dabei nicht vergisst. „In the blink of an eye“ – In einem Augenblick – ist eine fantasievolle Reise durch die Welt, in der sich allerorten Liebe und Leid, Wut und Sehnsucht paaren.→ weiterlesen
Auf der Suche nach dem Lieblingsstück: Kunstmesse „ART Brandenburg“ in der Schinkelhalle
Auf der Webseite kann man schon mal auf Tuchfühlung gehen und zwischen den Künstlern wandeln. Ich stoppe bei den sinnlich-selbstbewussten Frauenfiguren von Heike Adner, dem feingesponnen-kraftvollen Liniengeflecht des armenischen Malers Ararat Haydeyan, den raumgreifend-erzählerischen Collagen von Bettina Schilling … Und merke: Es wird schwierig!
Es ist ein spannender Vorgeschmack auf die Werke von rund 100 zeitgenössischen Künstlern, Künstlerkollektiven und Produzentengalerien aus Brandenburg und Berlin, die vom 9. bis 12. November auf der 7. ART BRANDENBURG präsentiert werden.→ weiterlesen
Farbe statt grauer Masse. Das Museum Barberini schaut „Hinter die Maske“: auf Künstler aus der DDR

Hier soll ein Schlussstrich gezogen werden: Das Nachwende-Schwarz-Weiß-Bild der DDR-Kunst wird mit Farbe gefüllt. Nein, es gab nicht nur Staats- und Auftragskunst und nicht alle Künstler biederten sich an und ließen sich verbiegen. Und selbst die staatsnahen Größen warteten durchaus mit Qualität auf. Differenzierung statt Pauschalisierung. Das Museum Barberini schaut nun abseits der politischen und sozialen Aufladung auf die künstlerische Bedeutung, die zwischen 1945 bis 1989 entstanden ist. Die ausgewählten Werke von 80 Künstlern in rund 120 Werken zeigen deutlich die Traditionslinien auf, die an den DDR-Grenzen keineswegs vorbei liefen. → weiterlesen
Schönheit hat viele Gesichter: Im Zwiegespräch mit den Old Masters im Supermarkt Golm

Wir sind nicht die Einzigen, die an diesem Nachmittag in die Hochkultur von Golm eintauchen. Ja, in diesem versteckten Winkel des seit 17 Jahren geschlossenen Lebensmittelmarktes ist eine Ausstellung zu sehen, die es in sich hat. Und die aufgrund der großen Resonanz bis Mitte November verlängert wird. Ich muss zugeben, dass ich mich etwas skeptisch auf den Weg gemacht habe: eher an Promi-Schaumschlägerei dachte als an zupackende Kunst. Irrtum!
„Old Masters“ ist diese aufwühlende Ausstellung überschrieben, in der berühmte Gemälde nachgestellt und fotografiert wurden. Es ist keineswegs ein Abklatsch der Alten Meister, was der polnischen Fotografin Sylwia Makris da in feinsinniger Neuinszenierung gelungen ist: kein ehrfurchtvolles Erstarren.→ weiterlesen


