Lilis Gruß aus der Küche: ein herbstliches Dreigang-Menü

Als mich mein Mann mit seinem diesjährigen Urlaubswunschziel konfrontierte, glaubte ich, meinen Ohren nicht zu trauen. Nach Detmold sollte es gehen, so sein Begehr. Ich kenne Detmold nicht. Aber es hörte sich an wie Hintertupfingen, Jüterbog oder Würselen. Inzwischen weiß ich, dass er sich auf die Spuren der Varusschlacht begeben möchte: zum Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald. Nun denn: Morgen geht’s los. Ein straffes Programm ist „abzuarbeiten“: mit klangvollen Stationen wie Münster, Bonn, Worms und Heidelberg, die auf Detmold folgen. Am Ende erwartet uns ein Quartier in Meersburg am Bodensee, dem Ort der Erbauung von Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Ihr Fürstenhäusle ist indes gerade wegen Renovierung geschlossen. Schade. Aber es gibt anderes zu entdecken. Zum Beispiel die Badische Küche.

Doch bevor wir uns auf Brägele mit Bibeliskä einlassen, was so viel wie Bratkartoffeln mit selbstgemachtem Kräuterquark bedeutet, gibt es hier für Euch nochmal Lili „satt“: Ein Dreigang-Menü mit den Früchten des Herbstes. Ich habe es bereits kosten dürfen – und schmecke noch immer die aromatischen Kürbisspalten und köstlichen Weinpflaumen auf den Lippen.→ weiterlesen

Klangvolle Bilder. Wolf-Dieter Pfennig malt live beim Eröffnungskonzert des Neuen Kammerorchesters Potsdam

Auf den Schwingen der Fantasie. Wolf-Dieter Pfennig begleitet das Neue Kammerorchester Potsdam malend durch die Saison.

 

Er selbst sagt von sich: „Ich bin ein Jazzer im Zeichnen und Malen“. Am Donnerstag kann Wolf-Dieter Pfennig live unter Beweis stellen, wie tief das Improvisieren in seiner künstlerischen Hand pulsiert, wie die Musik sein Malen dirigiert. Zur Saisoneröffnung des Neuen Kammerorchesters Potsdam in der Schinkelhalle entsteht vor den Augen des Publikums ein großformatiges Werk, das das Gehörte sichtbar macht: Rhythmen und Klänge gerinnen zu Strichen, Farben, Impressionen.  Pfennig ist in dieser Spielzeit ein „Artist in Residence“, er gestaltet die Plakate und Flyer des Klangkörpers – und zum Auftakt nun eben dieses „Spontanwerk“.→ weiterlesen

Eine Fusion, die es in sich hat – Dellé und das Deutsche Filmorchester Babelsberg bringen den Nikolaisaal zum Toben

Dellé und das Babelsberger Filmorchester im Nikolaisaal

Es ist ein Wiedersehen der besonderen Art. Eine Rückkehr dorthin, wo der Grundstein für eine große Musikkarriere gelegt wurde. Denn Frank Dellé, Frontmann der Berliner Band Seeed, spielt an diesem Abend nicht zufällig in Potsdam. Nein, er hat hier während seines Studiums zum Toningenieur an der damaligen HFF, heute Filmuniversität Babelsberg, mehrere Jahre gelebt. „Dabei konnte ich mich kontinuierlich verbessern. Vom Studentenwohnheim in Golm, über ein Zimmer am Neuen Palais schaffte ich es schließlich bis ins damals gerade erst erbaute schöne Studentendorf nach Griebnitzsee“, erinnert sich der gebürtige Berliner, der damals trotz der Nähe zu seiner Heimatstadt bewusst nach Potsdam zog. Und nun ist er wieder hier. Steht auf der Bühne des Nikolaisaals – neben der Person, die schon vor 20 Jahren das Talent des jungen Studenten erkannte. Neben seinem damaligen Dozenten für Gehörbildung: Bernd Wefelmeyer, Dirigent des Deutschen Filmorchesters Babelsberg.→ weiterlesen

Der grüne Fürst und die Kaiserin bitten zum Empfang: Noch bis 15. Oktober ist die Schau im Schloss Babelsberg geöffnet

Nach der Ausstellung wird das Schloss wieder für mehrere Jahre geschlossen. Foto: Sophie Jäger

Schaffen Sie es auch immer erst auf den letzten Metern? Da gibt es im Kopf eine Liste mit den schönsten Dingen, spannendsten Filmen, hochgelobtesten Ausstellungen, die man keineswegs verpassen möchte, doch am Ende muss man sich sputen, dass sie nicht ungesehen vorüberziehen. Bei Pückler ist es mir noch rechtzeitig gelungen, ihm meine Aufwartung zu machen. Sogar drei Wochen, bevor er sich aus dem Schloss Babelsberg wieder verabschiedet. Noch bis zum 15. Oktober weht die weiße Fahne mit dem Wort Pückler auf dem Schlossturm und lädt ein, die Ausstellung „Pückler Babelsberg – Der grüne Fürst und die Kaiserin“ zu sehen. Ein Muss für Parkliebhaber. Und dank Online-Reservierung für ein bestimmtes Zeitfenster ganz bequem ohne Schlange stehen.→ weiterlesen