Croissants statt Eiersalat: Ein Blick zurück durch die Rauchschwaden der Theaterklause

Mit Leckereien und einem frischen Wein in den Feierabend: Ab jetzt wohl öfter in der neu eröffneten Theaterklause in Potsdam-West | Foto: ro

Sie scheinen nur auf die Eröffnung gewartet zu haben: die Kiezbewohner von Potsdam-West. Wo findet man auch sonst Freiluftplätze in der Nachmittagssonne – noch dazu bei hausgebackenen Kuchen oder Potsdamer Stangeneis mit Blick auf die rutschenden und kletternden Kinder. Die Theaterklause in der Zimmerstraße – vis-à-vis vom Spielplatz – ist im Handumdrehen wieder zum Treffpunkt geworden.

Für mich ist es ein ganz besonderer Ort: drei Jahre lang holte ich mir hier fast täglich die beliebten Eiersalatbrötchen. Meist trug ich sie durch die rauchgeschwängerte Luft schnell nach oben an meinen Schreibtisch, in die Dramaturgie. Dort fühlte ich mich im Kreise meiner Kolleginnen sicherer. Denn die Schauspieler und Sänger, die selbstbewusst in der holzgetäfelten Kantine fläzten, schienen Lichtjahre von meinem kleinen Horizont entfernt. Weiterlesen

Forschen. Entdecken. Mitmachen.

Computer mit menschlichen Eigenschaften werden auch an der TH Brandenburg entwickelt (Foto: THB Mrkor)

Den Klang des Universums hören. Zum Licht der Sterne fliegen. Mit Fontane Geburtstag feiern. Und humanoide Roboter treffen.

Klingt nach einer Mischung aus Science-Fiction und Reise in die Vergangenheit. Und tatsächlich ist es dieser Spagat, der neben der Themenvielfalt den Potsdamer Tag der Wissenschaften ausmacht. Am 13. Mai werden bereits zum fünften Mal Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 40 Potsdamer und Brandenburger Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Schulen zusammenkommen, um Interessierten einen Einblick in ihren Arbeitsalltag zu gewähren. Weiterlesen

Klingende Leidenschaft in der Friedenskirche

Einer der gefragtesten Bandoneón-Solisten weltweit: Lothar Hensel.

Auch wir haben uns im Tango versucht. Wochenlang trafen wir uns jeden Mittwochabend nach der Arbeit in der „Theaterklause“, um gemeinsam über das Parkett zu gehen. Ja, zu gehen. Und zu stoppen. Und weiterzugehen. Was sich wie ein Kinderspiel anhört, verlangte von beiden Partnern größte Konzentration. Denn es war nicht wie beim Walzer, wo man vertraut fast blindlings  gemeinsam über den Boden schwebt. Tango lebt von den Überraschungen, von den Impulsen, die der eine gibt und denen der andere folgt. Kommen noch Schritte wie der „Übersteiger“ oder gar Drehungen dazu, gerät das Spiel schnell ins Wanken. Wir kamen jedenfalls bei jedem neuen Schritt ins Schwitzen, vor allem wenn auch noch die Partner getauscht werden mussten – was beim Tango so Brauch ist. Irgendwann gaben wir auf, obwohl uns die Musik und die gefühlvolle Zwiesprache durchaus gefielen. Bei einem Auffrischungskurs kürzlich in der „fabrik“ fühlten wir uns indes wie Analphabeten, die noch nie etwas vom Tango gehört haben. Aber wir bekamen auch wieder Lust, es erneut mit der Caminata und Cruzada zu versuchen. Denn so klangvoll geht es zu beim Tango Argentino!

Ganz entspannt kann man indes in der „Tango Bar“ in der Friedenskirche Platz nehmen. Dort wird am Freitag, den 28. April um 19.30 Uhr, allein der Musik gelauscht. Weiterlesen

Alles hat seine Zeit: Barbara Wiesener liest aus ihren „Notizen aus dem Gartenhaus“

Die Sonnenstrahlen tragen schwarze Ränder. Foto: Sybille Kinne

Sie nannte ihr Buch bescheiden: „Notizen aus dem Gartenhaus“ und haderte lange mit der Veröffentlichung. Zu privat erschienen ihr die niedergeschriebenen Gedanken. Doch gerade diese ungefilterte Nähe macht die Stärke dieses kleinen, bewegenden Büchleins aus, das nun in der zweiten Auflage erschienen ist. Die Autorin Barbara Wiesener stellt es am Dienstag, den 14. März, im „Viktoriagarten“ vor. Weiterlesen

L‘ Amour Fou – Liebe ohne Zukunft

Hans-Otto-Theater, Das goldene Vlies von Franz Grillparzer, Regie: Alexander Nehrlich Medea Marianna Linden Jason Florian Schmidtke Gora Sabine Scholze Phryxus/ Kreon Peter Pagel Aietes Bernd Geiling Peritta/ Kreusa Denia Nironen Milo Wolfgang Vogler Absyrtus Jonas Götzinger Junge Medea Renée Carlotta Gerschke Clara Sonntag
Ein Kampf der Gefühle (Foto: Göran Gnaudschun)

„Das Goldene Vlies“ von Franz Grillparzer im Hans Otto Theater

Es ist ein Abend der großen Emotionen. Antiker Stoff verpackt in einer dramatischen Liebesgeschichte, die sich schnell als „Amour Fou“ entlarvt – eine Liebe, die zum Scheitern verurteilt ist. Zugegebenermaßen sah ich dem Theaterabend etwas skeptisch entgegen, tue ich mich mit Dramen aus der Mythologie doch manchmal etwas schwer. Zu viele gleich klingende Namen, zu viele Intrigen, zu viele Nebenhandlungen. Und dazu eine Sprache, die die volle Konzentration abverlangt. Doch die Tragödie “Das Goldene Vlies“ von Franz Grillparzer unter der Regie von Alexander Nerlich benötigte nur wenige Minuten, um mich am vergangenen Samstagabend in ihren Bann zu ziehen. Weiterlesen

Schwarz und stolz – ein musikalischer „Kommentar“ zum Amtsantritt von Donald Trump

 

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Der Film „Schwarz und stolz“ erzählt, welche inspirierende Kraft in der Verschiedenheit von Kulturen liegen kann.

Musik kann zwar keine Vorurteile zu Fall bringen, aber sie kann mitreißen und das Herz erwärmen. Was wäre also geeigneter als ein Ausflug in die Musik, um die Amtseinführung von Donald Trump zu „kommentieren“?! In der Galerie Ruhnke ist am Vorabend dieses schwarz anmutenden Tages der Film „Schwarz und stolz – die Geschichte der Black Music“ zu sehen. Und allein schon wegen des Songs „Strange Fruits“ von Billie Holiday lohnt es sich, die Galerie zu besuchen. Dieser Song ist von einer emotionalen Wucht, der auch heute noch – 70 Jahre später – aufwühlt. Weiterlesen

Jauchzet, frohlocket: Das Weihnachtsoratorium von Bach auch speziell für Kinder

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Wenn Bilder das Herz ergreifen … In der Erlöserkirche wird die Weihnachtsgeschichte kindgerecht erzählt

Sie ergreifen uns immer wieder: diese großen alten Geschichten. In den maßgeschneiderten  Gewändern des Meisters Johann Sebastian Bach vereinen sich biblische Text mit himmlischer Musik und erheben sich engelsgleich in beglückender Lebensfreude. Das Weihnachtsoratorium ist  ein unvergänglicher „Hit“. In unserem Wohnzimmer erklingt er Jahr für Jahr mit dem Dresdner Kreuzchor und der Dresdner Philharmonie – schon etwas knarrend auf dem Plattenteller. Noch viel strahlender entfaltet er sich natürlich live im Kirchenschiff. Unter dem rot-goldenen Sternengewölbe der Erlöserkirche erreicht die Musik mit Kraft und Seele unser Herz und rührt uns an mit geistlichen Bildern, die wie Liebeslyrik anmuten: „Jauchzet, frohlocket!“

In diesem Jahr sind in der Erlöserkirche von den Teilen 1-3 gleich zwei Fassungen zu erleben: die altbewährte für die Großen (am 17. Dezember) und eine verschlankte speziell für Kinder und Familien. Weiterlesen

Das #EmptyMuseum Barberini ist nun geschlossen. Aber am 23. Januar öffnet es wieder: dann gefüllt mit Kunst

Noch sind die Räume leer, bald aber schon werden die Impressionisten einziehen.
Noch sind die Räume leer, bald aber schon werden die Impressionisten einziehen.

Am liebsten würde man über das Parkett tanzen: unter den hohen geschwungenen Decken, im Rausch der Weite und der farbprächtigen Wände – inmitten von Potsdam, das durch die Fenster grüßt. Das EmptyMuseum ist ein gelungener Auftakt für das Museum Barberini. Eine Woche lang strömten die Potsdamer und Touristen an den Alten Markt, der nun wieder in alter Geschlossenheit für sich einnimmt. Überall strahlende Gesichter, die durch dieses Schmuckstück in äußerer Palazzo-Anmut und innerer schlichter Eleganz wandeln. Hier haben Handwerker bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Auch in den kleinsten Details ist Akkuratesse zu erkennen. Von den technischen Raffinessen, die das Auge kaum wahrnimmt, ganz zu schweigen.

Wer sie verpasst hat – die leeren Räume,  den sollen unsere Fotos (© D. Jäger) einen kleinen Eindruck vermitteln: von diesem Geschenk an Potsdam. Die Millionen von Hasso Plattner sind gut angelegt: zur Freude aller! Weiterlesen

Glühwein schmeckt auch bei 10 Grad! Weihnachtsmärkte in Potsdam und Umgebung

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Advent am Audimax – Weihnachtsmarkt der Uni Potsdam am 7. Dezember. Foto: Karla Fritze

Den Herrnhuter Stern habe ich bereits letztes Wochenende ins Fenster gehängt. Auch die ersten Tannenzweige wurden in der Wohnung verteilt und am Spekulatius konnte ich im Supermarkt auch nicht mehr vorbeigehen. Selbst den ersten Glühwein gab es bereits vor ein paar Wochen auf der Terrasse meiner Eltern. Da waren es allerdings noch knackige Temperaturen um die 0 Grad, wie es sich fürs Glühweintrinken gehört.

Bei lauen 10 Grad zu Last Christmas über die Brandenburger zu schlendern, fühlt sich wie jedes Jahr zu Beginn der Adventszeit irgendwie falsch an. Mal abgesehen von den grausigen Elchgesängen und dem schrillen Weihnachtsblingbling, von denen man sich auf kommerziellen Weihnachtsmärkten wie diesen zum Teil belästigt fühlt.

Doch Weihnachtsmarkt ist nicht gleich Weihnachtsmarkt. Und deswegen habe ich mal recherchiert, wo man im diesen Jahr besinnlich in die Adventszeit eintauchen kann. Weiterlesen

Leere Räume: Das Museum Barberini lädt zum Wandeln ein

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So sieht es vom Alten Markt aus: das Museum Barberini. Ab Montag darf man die leeren Räume besichtigen, wenn man sich ein „Zeitfenster“ gesichert hat. Foto: Museum Barberini/ Helge Mundt

Schon oft bin ich neugierig um den Palast Barberini geschlichen, habe die Bauarbeiten verfolgt und das Aufstellen der Mattheuer-Plastik „Der Jahrhundertschritt“. Nun betrete ich das erste Mal das imposante Haus. Durchaus mit Herzklopfen und natürlich mit Vorfreude auf die Kunst, die da kommen mag. Weiterlesen