Schwarz und stolz – ein musikalischer „Kommentar“ zum Amtsantritt von Donald Trump

 

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Der Film „Schwarz und stolz“ erzählt, welche inspirierende Kraft in der Verschiedenheit von Kulturen liegen kann.

Musik kann zwar keine Vorurteile zu Fall bringen, aber sie kann mitreißen und das Herz erwärmen. Was wäre also geeigneter als ein Ausflug in die Musik, um die Amtseinführung von Donald Trump zu „kommentieren“?! In der Galerie Ruhnke ist am Vorabend dieses schwarz anmutenden Tages der Film „Schwarz und stolz – die Geschichte der Black Music“ zu sehen. Und allein schon wegen des Songs „Strange Fruits“ von Billie Holiday lohnt es sich, die Galerie zu besuchen. Dieser Song ist von einer emotionalen Wucht, der auch heute noch – 70 Jahre später – aufwühlt. Weiterlesen

Darf ich vorstellen? Miss Schnuck – Letzte Chance für Toni Erdmann

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Miss Schnuck alias Ines Conradi lädt zum Empfang im Evakostüm und sorgt für Lacher, die im Halse stecken bleiben. (Foto: Komplizen Film)

Sein Name war in den vergangenen Wochen in vieler Munde: Toni Erdmann. Das ist dieser verrückte Papa, der nicht mit ansehen kann, wie seine Tochter über ihre Arbeit das Leben vergisst. Nachdem der Film von Regisseurin Maren Ade in Cannes gefeiert und mit dem Preis der internationalen Filmkritik 2016 ausgezeichnet wurde, traf er auch bei den deutschen Cineasten auf großen Anklang. Im Thalia Potsdam war er über Wochen zu sehen und trotzdem hab ich es einfach nicht nach Babelsberg geschafft. Mal stimmte die Zeit nicht, mal fehlte die Begleitung. Aber da Freunde und Familie gleichermaßen begeistert waren, wollte ich dieses Kinoerlebnis auf keinen Fall verpassen. Umso mehr freute ich mich, als ich den Film im Programm des Filmmuseums entdeckte. An drei Terminen haben alle Nachzügler noch einmal die Chance, selbst die Bekanntschaft mit Toni Erdmann und Ms. Schnuck zu machen. Weiterlesen

Berlinale-Nachspiel: Die Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ im Filmmuseum Potsdam

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Guanajuato setzt der Farbigkeit Mexikos die Krone auf. Dort spielt der Film „Kreis mit vier Ecken“, der am Donnerstag im Filmmuseum läuft.

Es ist der 16. März 2008, Palmsonntag. Wir erleben den Einmarsch von Jesus auf dem Esel – wie damals in Jerusalem. Palmenblätter drappieren seinen Weg: von den dicht gedrängten Einwohnern der Stadt zu wahren Kunstwerken gesteckt. Am Abend erklimmen wir den Hügel, um beim Sonnenuntergang den Blick auf das zauberhafte Kolonialstädtchen zu genießen. Schweiß tropft uns von der Stirn. Doch der Blick auf die Stadt entschädigt für die Anstrengung. Guanajuato zieht uns in seinen Bann  – so wie es die Backpacker versprachen, mit denen wir zuvor Erfahrungen austauschten. Die Architektur, die engen Gässchen, aber vor allem die bunten Fassaden, die wie ein bunter Flickenteppich die Hänge überziehen, haben sich festgesetzt und tauchen als Bilder sofort wieder auf, wenn ich den Namen der Stadt lese. So wie nun im Programm des Filmmuseums. Da hüpft das Herz höher. Der Kurzfilm „Kreis mit vier Ecken“ ist Teil des Berlinale Spotlight, das bis zum 26. Februar im Filmmuseum stattfindet, und entführt in die Straßen eben dieser mexikanischen Stadt. Weiterlesen

Horst Krauses Lieblingsfilm: der meisterliche „Postmeister“

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Foto: Bernd Settnik/DPA

Er kommt nicht mit dem Motorrad und auch nicht mit Hund. Horst Krause hat seinen zu kleinen Helm und die Uniform an den Nagel gehängt und ist im Ruhestand. Nichts mehr mit Polizeiruf 110. Aber der sympathische Dicke bleibt dennoch aktiv. Am Freitag, den 18. Dezember besucht er das Filmmuseum und präsentiert in Cinéma privé seinen ganz privaten Lieblingsfilm. Geschossen wird darin auch – allerdings aus Verzweiflung und im Selbstmord. Weiterlesen

Kein Weihnachten ohne Aschenbrödel

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1999 wurde er zum „Märchenfilm des Jahrhunderts“ gekürt. Berechtigt. „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gehört zu Weihnachten wie der Lebkuchen zur Adventszeit. Und weil man in Gesellschaft und auf großer Leinwand noch mehr Spaß an diesem hübschen, koketten Aschenbrödel hat, das sich mit Witz, Mut und List den Prinzen angelt, raten die Kultursegler, am Nikolausnachmittag ins Filmmuseum zu gehen. (so)

Termine: 2.12. / 6.12. um 15 Uhr

Weiteres: www.filmmuseum-potsdam.de/Drei-Haselnuesse-fuer-Aschenbroedel_2.html Weiterlesen

Konrad-Wolf-Filmabend mit Solo Sunny und Wolfgang Kohlhaase

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Das Filmteam: Konrad Wolf, Renate Krößner, Wolfgang Kohlhaase (v.l.) Foto: Filmmuseum Potsdam

Wenn Solo Sunny mit langem Ohrring und Glitzerhaarnetz ihr „Blue – the dawn is growing blue“ ins Mikro haucht, ist das von einer Kraft und Melancholie, der den Atem stocken lässt. Auch jetzt, wenn ich mir 35 Jahre nach der Premiere das Lied auf Youtube noch einmal anhöre, und in dieses zugeschminkte und doch offene Gesicht von Sunny schaue, ergreift es mich. Da singt sich eine junge Frau das Herz aus der Seele, und die Gäste in der Bar schlingen abgestumpft weiter ihre Schnitzel in sich rein. Lebenslust prallt auf Lebensfrust. „Solo Sunny“, der am kommenden Mittwoch bei einem Konrad-Wolf-Erinnerungsabend noch einmal im Filmmuseum läuft, gehört für mich zu den ganz großen Filmen der DEFA: mit einer Renate Krößner, die dieser Sunny alles einverleibte, was Jugend ausmacht: Lust, Liebe, Wut, Aufbegehren, Anderssein. Und das trotz der kollektiven Ausrichtung der DDR. Weiterlesen

„45 years“ – Szenen einer Ehe

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Ein feingesponnes Psychogramm: 45 Years

 

Kaum geht das Licht an, ereifern sich meine Kino-Mitstreiterinnen aufs Trefflichste. Wie kann diese Frau nach 45 Ehejahren nur so eifersüchtig sein? Dazu noch auf eine Vorgängerin, die 50 Jahre tot ist? Das ist doch sinnlose Selbstzerfleischung. Ja, wie kann sie nur, diese Kate, die doch immer so vernünftig ist?

Charlotte Rampling spielt es uns vor: authentisch, gefühlstief, verzweifelt. Und es ist durchaus möglich, sich in sie hineinzuversetzen. Zumal sie ein Leben lebte, das eigentlich einer anderen gehören sollte. So jedenfalls fühlt es Kate in diesem kammerspielartigen Kinofilm der leisen Töne. Weiterlesen