Das große Reale, das große Abstrakte: Geliehene Kostbarkeiten „Von Hopper bis Rothko“ im Barberini

In die leuchtende Abstraktion getrieben: „Die rote Sonne“ von Arthur Dove

Die Wände sind neu gestrichen und geben als taubenblauer Hintergrund den Gästen aus Amerika ihren kraftvollen Auftritt: Sie werden als „Kronjuwelen“ gehandelt, sind aber zumeist für uns noch ungeschliffene Diamanten. Kein Grund, den unbekannten „Fremden“ nicht die Aufwartung zu machen, zumal sich überraschende Verwandtschaften mit berühmten Europäern wie Matisse oder Cezanne ablesen lassen.

Die am morgigen Samstag im Museum Barberini beginnende Ausstellung „Von Hopper bis Rothko“ nimmt uns mit in die Weiten der Rocky Mountains, an den Pazifik oder in die enge Großstadt von New York oder Washington. Dorthin zog es die Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit ihren Staffeleien, um die Farben und Formen hautnah einzufangen. Anfangs ganz dicht dran an der Natur, später in freien Flächen abstrahierend. Berge, Schluchten, Himmel lösten sich auf in großen Farbfeldern. Weiterlesen

Die Höllenfahrt Christi im Kunstgespräch

„Auf Höllenfahrt“: ein Gemälde von Michel Ribestein, dem  „Brandenburgischen Cranach“ Foto: Andreas Miet

Wer das Osterfest nicht nur mit Geschenke suchen, Eiertrudeln und kulinarischen Freuden verbringen möchte, den lädt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zu einer Bildbetrachtung ein. Auf dem Gemälde geht es um die „Höllenfahrt Christi“, die uns den Sinn des Osterfestes malerisch vor Augen führt.  Weiterlesen

Potsdam spielt mit in der Spitzenliga der Kunst. Das Barberini ist eröffnet

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Hier haben die Klassiker der Moderne ihren farbkräftigen Auftritt: darunter Munchs „Mädchen auf der Brücke“.

Geschrieben und gelobpreist wurde genug. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich jeder selbst ein Bild macht. Nachdem das Barberini am Samstag freien Eintritt gewährte und sich die Besucher quer über den Alten Markt schlängelten, ist heute die reguläre Eröffnung des Museums. Der „Alltag“ zieht ein: wenn man bei einem Haus dieser Superklasse überhaupt davon reden kann. Weiterlesen

Ausstellungen, auf die wir uns im Januar freuen können

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Moritz Götzes „Frühstück im Freien“ ist eine pop-artige Auseinandersetzung mit Edouard Manets „Frühstück im Grünen“

Für das Museum Barberini muss man eigentlich nicht werben. Wenn sich am 21. Januar die Türen öffnen, um schon mal für einen Tag die Besucher kostenlos ins Reich der Impressionisten hereinspazieren zu lassen, dürfte ein Anstehen vorprogrammiert sein. Anlässlich des Mitte-Festes „Unterwegs im Licht“  beteiligt sich das Barberini ab 15 Uhr mit mehreren Programmpunkten. Bis 21 Uhr können die Besucher die Eröffnungsausstellungen „Klassiker der Moderne“ und „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ erleben und dazu an viertelstündlichen Kurzführungen teilnehmen. Auch ein Kinderprogramm wird es geben.

Ab 23. Januar sind dann die Künstler mit klangvollen Namen wie Monet, Renoir, Rodin, Liebermann, Munch oder Nolde täglich (außer dienstags) zum regulären Eintritt von 14 Euro zu sehen. Für Besucher bis 18 Jahren ist der Eintritt immer frei.

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Von sinnlicher Schönheit: Marilyn Monroe Foto: © Sam Shaw Inc.

Mit einem spannenden Pendant zum Museum Barberini wartet der Kunstraum c/o Waschhaus während des Festivals „Made in Potsdam“ auf: Eröffnet wird dort am 14. Januar die Ausstellung „Im Freien“. Sie nimmt Bezug auf das Barberini und befasst  sich mit dem „Nachleben impressionistischer Motive“. Weiterlesen

Leere Räume: Das Museum Barberini lädt zum Wandeln ein

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So sieht es vom Alten Markt aus: das Museum Barberini. Ab Montag darf man die leeren Räume besichtigen, wenn man sich ein „Zeitfenster“ gesichert hat. Foto: Museum Barberini/ Helge Mundt

Schon oft bin ich neugierig um den Palast Barberini geschlichen, habe die Bauarbeiten verfolgt und das Aufstellen der Mattheuer-Plastik „Der Jahrhundertschritt“. Nun betrete ich das erste Mal das imposante Haus. Durchaus mit Herzklopfen und natürlich mit Vorfreude auf die Kunst, die da kommen mag. Weiterlesen

Mein gelbes Wunder – gemalt von Barbara Raetsch. Ab Sonntag gibt es eine Ausstellung im Güldenen Arm

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Seh-Abenteuer. Barbara Raetsch lässt das Licht tanzen.

An manchen Tagen wirkt es erdenschwer und sommersatt. Das heitere Sonnengelb geht über in das matte Gold des Herbstes. Wie oft bin ich wohl schon mit meinem gelben Wunder in der Wohnung umgezogen, um es ins rechte Licht zu setzen, ihm den besten Auftritt zu gewähren?! Es ist immer wieder voller Überraschungen, dieses gemalte Farbspiel von Barbara Raetsch. Ich entdeckte es vor gut zehn Jahren in einer Ausstellung im Museumshaus „Im Güldenen Arm“, dort, wo ab Sonntag erneut die Bilder der Potsdamer Künstlerin zu sehen sind: diesmal anlässlich ihren bevorstehenden 80. Geburtstages. Weiterlesen

Eine Feier des Lebens. Bis in den Tod. Fotografien von Monika Schulz-Fieguth im Potsdam Museum

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Das „Klosterbuch“, 2010. Die Seiten springen fast heraus.

Es ist bereits ein paar Wochen her, als ich die Porträtwelt Monika Schulz-Fieguths im Potsdam Museum durchquerte. Mit einem gebrochenen Knöchel an die Couch gefesselt, blättere ich jetzt noch einmal durch den Katalog ihrer Ausstellung und bin erneut zutiefst berührt. Vor allem ihre Fotografien über das Sterben sind von einer Kraft, die atemlos machen. Unaufgeregt und doch aufwühlend. Weiterlesen

Unheilschwanger im Paradies: Malte Brekenfelds magisch-verrückte Welt in der Sperl Galerie

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„Sei unser Licht“, überschrieb Malte Brekenfeld dieses Bild. Also: Mir nach Kanaillen! Die Sperl Galerie lädt zu einer schaurig-schönen Ausstellung ein.

Seine Bilder erinnern mich an die Wimmelbücher, die mein Enkel so mag. Immer wieder gibt es aus irgendeiner Ecke eine neue Offenbarung. Genaues Hinsehen ist gefragt und dankt es dem Betrachter mit einer Fülle kleiner Geschichten. Auch bei Malte Brekenfeld bleibt keine Ecke ausgespart, um nicht ein weiteres Mal zu überraschen: Es zappelt, wimmelt und vibriert wie in einem unter Strom gesetzten Aquarium. Weiterlesen

Hinein in die Offenen Ateliers: Fragen und Mitmachen erwünscht

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Bildende Kunst und Musik im Dialog. Malou von Simson gestaltete im vergangenen Jahr zum Tag des Offenen Ateliers eine Eisskulptur. Auch am kommenden Sonntag gibt es viele originelle Ideen. Foto: Sebastian Gabsch

Rund 130 Künster beteiligen sich in diesem Jahr am Tag des Offenen Ateliers in Potsdam. Oh je. So viele, wie noch nie. Das macht es für den Besucher nicht leichter. Wohin lenke ich meine Schritte, was verspricht, am Spannendsten zu werden?!

Gespräche mit Künstlern sind eigentlich immer ein Gewinn. Man dringt in Geheimnisse vor, die ein Kunstwerk begreiflicher werden lassen, ihre Magie entblättern. Wie wird welche Farbe aufgetragen: mit dickem Pinsel oder bloßer Hand, in mehreren Schichten oder hauchdünn? Folgt der Maler seiner Intuition oder einem festen Plan? Was müssen Keramiker beachten, wenn sie ihre Tonschöpfung  dem Brennofen anvertrauen? Was ist der entscheidende Augenblick für einen Fotografen? Viele Fragen, die Sie am Sonntag los werden können. Denn mehr Wissen lässt mehr sehen. Weiterlesen

Vital und geschunden: auf Potsdams Skulpturenpfad

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Fragen Sie doch mal im Freundeskreis, wer schon mal den Walk of Modern Art in Potsdam erwandert hat?! Sie können sich der skeptisch-bewundernden Blicke sicher sein. Nur die wenigsten werden von diesem „Walk“ wohl schon etwas gehört haben. Vielmehr denkt man als Erstes an den Walk of Fame, der die Promis von Hollywood im Straßenpflaster von L.A. verewigt. Aber in Potsdam? Na ja, es klingt durchaus etwas großspurig, was sich da die kunstbeflissenen Aktivisten um die Beigeordnete Iris Jana Magdowski ausgedacht haben. Man kann diese ambitionierte Idee auch schlicht Skulpturenpfad nennen. Und selbst das ist zurzeit noch recht übertrieben: denn von den 14 geplanten Arbeiten stehen erst vier. Aber immerhin: der Anfang ist getan. Weiterlesen