Die sinnumstürzende Kraft des Theaters: Hinein in die Unidram-Bilderwelt

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Der wilde Tanz der Puppen. Mit „Blind“ wird das Festival eröffnet. Foto: Patrick Argirakis

Lautlose Schreie, flackerndes Licht, Puppen außer Rand und Band – der Unidram-Trailer gibt einen bitter-süßen Vorgeschmack auf das internationale Festival in der Schiffbauergasse. Ein turbulentes Spiel mit den Möglichkeiten des Theaters um Illusion und Wirklichkeit beginnt. Junge Künstler aus Europa reisen nach Potsdam, um ab Dienstag ihre faszinierenden Bilderwelten und visuellen Experimente zu zeigen. Auch ohne Worte sprechen sie eine kraftvoll-beseelte Sprache. Weiterlesen

F-Fan-Fanatische Vocalise: Am Sonntag beginnt das Festival

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Klangvolle Inspiration. Die Vocalise lädt zu einem musikalischen Miteinander.

Das Motto provoziert. „Fanatisch“ ist die diesjährige Vocalise überschrieben: dieses glänzende Fest der Stimmen im dunklen Monat November. Warum wird diese Hohezeit der Musik, die den inneren Frieden beschwört, mit diesem negativ besetzten Wort „abgewertet“? Fanatiker versetzen gerade jetzt die Welt mit ihrem blinden religiösen Eifer in Angst und Schrecken. Ihre besessene Leidenschaft schafft Leiden.

Ud Joffe, der Künstlerische Leiter des Vocalfestivals, das vom 6. bis 27. November mit sieben Konzerten in vier Gotteshäusern aufwartet, weiß natürlich um die Irritation und will provozieren. Oder das Wort von seinem schwarzen Gewand befreien. Weiterlesen

Verlosung: 2 x 2 Freikarten für „Nathan der Weise“ in der Französischen Kirche

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Jude und Muslim werden Freunde: Teo Vadersen spielt den reichen und weisen Nathan (r.), Martin Molitor den offenherzigen Sultan Saladin. Foto: Poetenpack/Constanze Henning

[Update: die Verlosung ist bereits beendet] Nimmt man die Beitrags-Klickzahlen des Kulturseglers als Maßstab, so war die Poetenpack-Inszenierung von Lessings „Nathan der Weise“ in der Französischen Kirche mit Abstand das meistbeachtete Kulturevent des letzten Jahres. Unsere Rezension kann hier noch einmal nachgelesen werden.

Nun, ein Jahr später, gibt es eine Neuauflage des erfolgreichen Stückes in Regie von Andreas Hueck. Zwischen dem 26. und 30. Oktober finden abendliche Aufführungen jeweils um 19 Uhr in der Französischen Kirche Potsdam statt.

Für die Veranstaltung am Samstag, den 29. Oktober, 19 Uhr, verlost der Kultursegler 2 x 2 Freikarten.

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Stühle beiseite, es wird gesungen und getanzt! Baby- und Kleinkindkonzerte im Ricciotti

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„Komm, sing mit!“ heißt es künftig alle zwei Monate im Café Ricciotti.

Der Ansturm ist groß an diesem verregneten Oktobernachmittag. Immer mehr Eltern drängen mit ihren Kindern in das kleine Café mit dem Namen, der sich so schwer merken lässt: Ricciotti. So heißt  der Architekt des Nikolaisaals, in dessen Vorderhaus das Café seit einem Jahr ansässig ist. Hier fand am vergangenen Donnerstag das erste Kleinkindkonzert „Komm, sing mit!“ statt, das schon Wochen im Voraus ausverkauft war. Einige spontane Gäste mussten also dieses Mal im Regen stehen bleiben und wurden auf den nächsten Termin am 1. Dezember vertröstet.

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Ein Suchender zwischen den Welten. „Widerständige Bilder“ von Peter Weiss im Filmmuseum

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Selbstbildnis von Peter Weiss im Jahr 1938

Er fuhr an den Ort, für den er bestimmt war und dem er entkam: nach Auschwitz. Das war 1964. Die Eltern von Peter Weiss erkannten rechtzeitig, dass sie als Juden Deutschland verlassen müssen, um zu überleben. Peter Weiss nahm an den Auschwitz-Prozessen in Frankfurt teil, schrieb anschließend das dokumentarische Theaterstück „Die Ermittlung“. 1965 wurden diese Gesänge über die Hölle auf Erden an 15 Theatern zeitgleich uraufgeführt: einmalig in der deutschen Theatergeschichte. Auch in Potsdam gelangte es auf die Bühne. Peter Kupke, späterer Intendant des Hans Otto Theaters, inszenierte es. Er wird dabei sein, wenn Anfang Oktober anlässlich des 100. Geburtstages von Peter Weiss das internationale Symposium „Ermittlungen“ stattfindet.

Eine Lesung seines Dokumentarstücks „Die Ermittlung“ fand 1965  in der DDR-Volkskammer statt und wurde mitgeschnitten.  Einige dieser Szenen sind in der Foyerausstellung im Filmmuseum  zu sehen, die am kommenden Freitag, den 30. September um 19 Uhr eröffnet wird. Weiterlesen

Entspannung und alternative Heilmethoden: die ETAGE 3 lädt zum Tag der Offenen Tür

 

Tage-des-Lichts-e1473171929951-576x1024„Wir sind neu – wir sind anders – wir sind ganzheitlich und schauen hinter die „Fassade“. Mit diesem Slogan wirbt die „Etage 3“ in der Zeppelinstraße 47A. Sie steht für Therapie, Körperarbeit, Workshops, Kurse und Seminare und ist eine neue Gesundheitsadresse in Potsdam, die man sich merken sollte. Auch zwei Arztpraxen sind angeschlossen: die Schmerztherapie Gunhild Wodni und die Psychotherapie Sabine Ranke.

Schnell fährt man an diesem Ort in der Zeppelinstraße vorbei, dessen Reiz sich erst nach Betreten der hellen und klar strukturierten Räume offenbart. Ich hatte das Glück, der Ärztin Gunhild Wodni bei einer Fahrradtour zu begegnen und sie bot mir an, meinen Kurs Biografisches Schreiben dort zu veranstalten. Eine gute Idee. Auch eine Freundin geht Anfang November dort vor Anker und lehrt Achtsamkeit und Entspannung bei Yoga Nidra. Es ist also ein weit gespanntes Netz, das sich dort ausbreitet.

Am kommenden Samstag ist die Öffentlichkeit von 15 bis 18 Uhr eingeladen, hinter die Türen des wachsenden Angebotes zu schauen. Neben kleinen fachlichen Beiträgen zu alternativen Heilmöglichkeiten gibt es die Möglichkeit, sich selbst in den gebotenen Kurzpräsentationen ausprobieren.

In den Vorträgen geht es um Narbentherapie, Krisen rund um die Geburt, Zehenlesen, Kundaliniyoga, Integrative Köpertherapie, Kinesiologie und vieles mehr.

Und auch für den kulturellen Teil ist gesorgt. Der Pianist und Pädagoge Alexander Heinrich präsentiert gemeinsam mit Marek Kaszuba am Bass die „Sieben Tage des Lichts“. Diese Tänze entstanden im Sommer 2016 nach einer Kalabrienreise und lassen Raum für Improvisation.

Ab 20.30 Uhr wird dann gemeinsam das Tanzbein geschwungen.

Das genaue Programm ist auf www.etage3-Potsdam.de zu finden.

Samstag, 24. September 2016, 15 bis 18 Uhr‚ ETAGE 3, Zeppelinstraße 47a, gegenüber vom art-hotel

Was Theater kann! Das große Fest zum Spielzeitbeginn

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Auch neue Gesichter gibt es zu entdecken. Frédéric Brossier ist einer der drei neuen Ensembleschauspieler. Er spielt schon jetzt im „Sommernachtstraum“.

Das Theater zeigt am Samstag zum Auftakt der neuen Saison, was die Kunst im Inneren zusammenhält. Ob Schauspieler, Tischler, Inspizient oder Requisiteur – sie alle gestalten eine knallbunte „Vorstellung“, in der sie sich auch selbst den Spiegel vorhalten. An geheimnisvollen Orten zwischen Werkstätten und Bühne können die Zuschauer an offenen Proben teilnehmen, Schau-Aktionen der künstlerischen Abteilungen erleben oder sich auf eine „Kleine Theaterweltreise“ begeben, bei der es auch Kostproben aus kommenden Stücken gibt.
Die Mitarbeiter offenbaren, was Theater alles kann und entfachen ein „Feuerwerk“ aus Licht und Ton und künstlerischer Raffinesse. Weiterlesen

Tanzen bis der Arzt kommt: Straßenfest zum Saisonauftakt des Nikolaisaals

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Wenn sie spielen, wird getanzt: die Kölner Jungs Bukahara unterhalten mit Gipsy, Reggae und Balkan Sound

Wie immer zum dreitägigen Saisonauftakt, kommt auch das Straßenpublikum auf seine Kosten. Der Nikolaisaal lädt Samstagabend open air und  ohne Eintritt zur ausgelassenen „Ouvertüre“  der kommende Spielzeit.  Mit Doc Horn & The Hornbabes kann ab 19.30 Uhr in der lichtgetränkten Wilhelm-Staab-Straße getanzt werden, bis der Arzt kommt. Es gibt Rock’n’Roll, Rockabilly und Swing, gewürzt mit einer rebellischen Portion Punkrock. Doch aufgepasst: Auch für den anschließenden PopFolkSwingArabicBalkan von Bukahara sollte man Kraft bewahren. Denn bei diesen Jungs ist ebenfalls klar: „Wenn wir spielen, wird getanzt“ – bis die Pflastersteine glühen. Weiterlesen

Mein gelbes Wunder – gemalt von Barbara Raetsch. Ab Sonntag gibt es eine Ausstellung im Güldenen Arm

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Seh-Abenteuer. Barbara Raetsch lässt das Licht tanzen.

An manchen Tagen wirkt es erdenschwer und sommersatt. Das heitere Sonnengelb geht über in das matte Gold des Herbstes. Wie oft bin ich wohl schon mit meinem gelben Wunder in der Wohnung umgezogen, um es ins rechte Licht zu setzen, ihm den besten Auftritt zu gewähren?! Es ist immer wieder voller Überraschungen, dieses gemalte Farbspiel von Barbara Raetsch. Ich entdeckte es vor gut zehn Jahren in einer Ausstellung im Museumshaus „Im Güldenen Arm“, dort, wo ab Sonntag erneut die Bilder der Potsdamer Künstlerin zu sehen sind: diesmal anlässlich ihren bevorstehenden 80. Geburtstages. Weiterlesen

Wo die Familie hochkant schlief – Neues bei den alten Spreewaldbauern in Lehde und Lübbenau

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Schaurig-schön: die Spreewaldlandschaft als perfekte Krimi-Kulisse – und für familienfreundliche Ausflüge

Der gerade wieder ausgestrahlte Spreewald-Krimi „Mörderische Hitze“ hat’s gezeigt: Nicht jeder versteht es, einen Kahn zu bauen. Der Frust darüber muss aber nicht gleich im Blutbad enden wie in dem schaurig-spannenden Fall von 2014, bei dem schon die Szenerie dunkle Gedanken weckte. Bei Tage besehen, ist der Spreewald an sich ein heiteres Plätzchen – auch wenn die Touris an Gut-Wetter-Wochenenden auf den Fließen für Kahn-Staus sorgen und gerne mal eine wilde Flucherei anstimmen, wenn sie mit ihren Paddelbooten festsitzen. Nach meinem jüngsten Ausflug gemeinsam mit dem Verein Kulturland Brandenburg steht indes fest: Ich bin bald wieder hier und zwar mit meinen Enkeln. Weiterlesen