Wittenberg: Wir sind schon da!

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Asisis zeichnerische Annäherung an Luther: zu sehen im imposanten Panorama-Neubau „Luther 1517“.

Manchmal bringt es nichts, die erste sein zu wollen. Mit Luther und Wittenberg sollte man sich Zeit lassen. Noch hat der Winter das kleine Städtchen im Griff und mit ihr seine Einwohner. Die Freude auf Touristen hält sich jedenfalls bislang bedeckt. Weiterlesen

Im Land der Stille. Wenn Uckermärker auf Urlauber treffen

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Abtauchen in der Uckermark. Der Ferienhaus-Park Brennickenswerder liegt zwischen dem Großen Lychensee und dem Mellensee.

„Wo ist denn Deine Bäuerin?“, fragt unser Enkel den stämmigen Bauern, an dem nur der zottelige Hund an seinem Bein sympathisch dreinschaut. Die Bäuerin ist ihm offensichtlich abhanden gekommen, ebenso wie seine Kühe und Hühner, mit denen er im Internet geworben hat. Der Stall steht leer, frische Milch gibt es nur auf dem Bauernhof zwei Kilometer entfernt. Wir hatten dennoch unseren Urlaubsspaß: am uckermärkischen Mellensee, obwohl wir uns regelmäßig des Bauern Tiraden über die schrecklichen Urlauber aus Berlin anhören mussten. Sein Nachbar kam auch nicht besser weg. Offensichtlich fehlte diesem Poltergeist schon länger die Frau. Das war im vergangenen Jahr. Wir fuhren in diesem Jahr wieder in die Uckermark: wieder an den Mellensee – allerdings an einen anderen. Die Uckermark hat zwei davon, beide in der Nähe von Lychen. Weiterlesen

„Für die Malediven hat’s nicht gereicht!“ Herzliche Grüße aus der Baruther Glashütte

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Das Kulturland Brandenburg beschlägt in diesem Jahr den lahm gewordenen Gaul „Handwerk“ mit goldenen Hufeisen. Landauf, landab gibt es Veranstaltungen, um wegbrechenden Traditionen liebevoll zu huldigen und ihnen neuen Schliff zu geben. An einige der Orte nehmen wir Sie mit auf Reisen: auf eine sommerliche Landpartie. Zum Auftakt schauen wir in die Baruther Glashütte, die in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag feiert und inzwischen ein Museumsdorf ist. Ja, es lohnt sich! Weiterlesen

Vorsicht Zwerge! Die Kulturhauptstadt Wroclaw zeigt sich frech, bunt und lauschig

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Nein, Herr Geheimrat, in diesem Falle muss ich Ihnen widersprechen! Ihr einziger Satz, den sie je über Breslau verfassten, ist nicht in Stein gemeißelt. „Breslau stinkt!“ wussten Sie, Herr von Goethe, anno 1790 zu berichten. Uns begegnete Ende Mai 2016 diese Stadt an der Oder indes mit herrlichen Holunder- und Akaziendüften, die sich quer durch die lauschigen farbenfrohen Plätze am Ring, Salzmarkt, Domplatz – und wie sie alle heißen – zogen. Weiterlesen

Auf die Plätze, fertig, los! Die Laufsaison ist gestartet.

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Durch das Frühlingsgrün: Insellauf Töplitz. (Foto: Wolfram Lehmann)

Die Wintermonate sind lang. Um 17 Uhr wird es duster und man selbst ist eigentlich auch schon reif fürs Bett. Die Motivation, nach einem langen Arbeitstag das Sportshirt überzuziehen und durch die stockfinstere Nacht zu laufen, tendiert zu null. Viel zu verführerisch lockt der Gedanke an einen Feierabend auf der Couch. Mit Beginn des Frühlings, wenn die Tage wieder länger werden, legt auch der Körper langsam seinen Schalter um. Er lechzt nach Bewegung; der innere Schweinehund scharrt mit den Füßen und will endlich überwunden werden. Also gibt man nach, lässt die Winterlethargie hinter sich, staubt die Joggingschuhe ab und schlüpft in die Sportklamotten. Das T-Shirt spannt etwas am Bauch. Noch ein Grund mehr, die Laufsaison zu starten. Ich schnappe mir meinen mp3-Player, klicke den Seeed-Ordner an und zu Molotov bahne ich mir meinen Weg durch die Touri-Gruppen gen Park. Ich weiß nicht, ob es die Musik oder die Bewegung ist, aber sofort beginnt mein Herz zu hüpfen. Die Endorphine begleiten mich; vorbei an blühenden Obstbäumen und herausgeputzten Mandarinenten. Es duftet nach Frühling und ich freue mich, dass der Winter endlich hinter uns liegt.

Wer sich mit anderen Laufbegeisterten messen oder einfach einmal andere Strecken in Begleitung erlaufen möchte, dem seien folgende Läufe ans Herz gelegt: Weiterlesen

„Haben Sie Geduld!“ – Auf dem Abstellgleis in die Kulturhauptstadt

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Einladend herausgeputzt: Die Europäische Kulturhauptstadt Wrocław (Breslau).

Es ist 10:39. Hinter mir liegen 21 Minuten Hochleistungssport. Auch ohne mich auch nur einen Meter vom Platz zu bewegen, bin ich schweißgebadet, mein Blut kocht. Dieser sich endlos wiederholende Satz: „Bitte haben Sie noch etwas Geduld. Wir sind gleich für Sie da!“ hat sich wie eine Mantra in mein Kopf eingebrannt. Es ist inzwischen das vierte Mal, dass ich mich mit der Bahnauskunft „duelliere“ und sie mich aufs tote Gleis stellen wollen.

Dabei will ich doch nur zwei Fahrkarten – ohne jedes Extra. In die Europäische Kulturhauptstadt Wrocław, dem frühere Breslau, soll es gehen. Das Hotel war mit nur zwei Klicks im Nu gebucht. Wie aber hin- und zurückkommen? Der tägliche Fernbus von Berlin erreicht bereits im Morgengrauen um 5 Uhr die polnische Metropole. Nein, das muss nicht sein. Kultur soll schließlich auch Spaß machen. Bahnfahren ist ohnehin entspannter – denke ich. Also rechtzeitig buchen, dann wird es auch per Zug nicht so teuer. So meine Logik. Weiterlesen

Kunst aus der Heimat – mitten in der Karibik

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Im Blitzlicht der Karibik: Seefahrende Kunst, die ihren Hafen auch in Potsdam hat. Foto: he

Ich gebe es zu: Ich war auf der Aida – auf dem Schiff, so groß wie ein Hochhaus und beargwöhnt wie ein Ungeheuer. Gemeinsam mit 2000 anderen Kreuzfahrern tauchten wir in die Karibik ein, erkundeten Inseln, deren Namen ich vorher noch nie gehört hatte. In dieser so weiten Ferne reiste aber auch ein Stückchen Heimat mit. Auf einen der vielen Decks überraschte mich eine Kunstnische.  Weiterlesen

Schwein gehabt! Die Kultursegler wünschen alles Gute für 2016

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Streicheleinheiten für Paul und Pauline.

 

Sie sind Glücksschweine: Paul und Pauline. Seit ihrer Geburt vor vier Monaten leben sie auf freiem Fuß und durchfurchen furchtlos und ausgelassen den Acker. Wer an ihrem Zuhause vorbeikommt, schaut verzückt auf die beiden Borstenviecher. Das kleine Dorf Leest hat seine Attraktion: in Rosa und in Rosa-Schwarz gefleckt. Paul ist eine Züchtung aus Haus- und Wildschwein und versteht sich prächtig mit Zuchtsau Pauline! Hobby-Bauer Zosky bringt den beiden zwei Mal am Tag frisch Gekochtes und Gegartes und verspricht, dass sie auch ihren ersten Geburtstag Ende August 2016 in trauter Zweisamkeit verleben dürfen. Für Pauline ist indes noch lange nicht Schluss: Sie hat für stetigen Nachwuchs zu sorgen. Schwein gehabt!

Die Kultursegler wünschen Ihnen, liebe Leser, für 2016 Gesundheit und dass auch Ihnen das Glück hold ist!

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„Oma, wohnt da unten die Hexe?“. Die Frage meines Enkels ist nicht unbegründet. Die Häuserruinen, auf die wir aus 20 Metern Höhe schauen, verströmen märchenhaften Grusel. Die perfekte Szenerie für „Hänsel und Gretel“. Doch die Hexe bleibt in ihrem Versteck und wir können ungestört die weite Aussicht vom Baumwipfelpfad genießen. Stufe für Stufe haben wir ihn erklommen und den Fahrstuhl links liegen gelassen. Schließlich muss man solche Erlebniswelt aus eigener Kraft erobern. Der Wind pfeift uns um die Nase, wir ziehen den Schal enger um den Hals. Doch es geht noch höher: von den leicht schwankenden Bohlen des 320 Meter langen Pfades über die Baumwipfel, klettern wir weitere 20 Meter den Aussichtsturm hinauf. Weiterlesen

Paretzer Dorfweihnacht

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Weihnachtsbasar in der Paretzer Scheune / Foto: Stiftung Paretz

Einfach mal raus – doch keine Idee wohin? Das idyllisch gelegene Paretz, Ortsteil der Stadt Ketzin, fühlt sich ein bisschen wie Urlaub an. Hier steht nicht nur das Lieblingsschloss von Königin Luise und Friedrich Wilhelm III., das Dorf besticht durch den hübschen Dorfanger, herausgeputzte Vorgärten und vor allem durch die geschmackvoll restaurierten Vierseitenhöfe. Darunter auch der Storchenhof Paretz am Ende der Hauptstraße. Weiterlesen