Wellness mit Geschichte – Auszeit in der Schorfheide

Das Sauna-Haus direkt am Großdöllner See

Normalerweise haben wir die freien Tage nach Weihnachten für eine kurze Flucht in den Süden genutzt – um energiegeladen in das neue Jahr zu starten. Dieses Jahr entschieden wir uns dafür, den Jahreswechsel mal zuhause zu verbringen. Spätestens am 2. Januar wurde uns klar, dass das die falsche Entscheidung war. Zwar hatten wir ein nettes Silvester, aber die Aussicht, erst im Juni wieder Urlaub zu haben, deprimierte uns dann doch ganz schön.

Umso willkommener kam da die kleine Auszeit, die ich mir am vergangenen Wochenende mit zwei Freundinnen gönnte. Unser Ziel: ein Wellnesshotel in der Schorfheide.

Meine Freundin legt bei unseren regelmäßig stattfindenden kleinen Ausflügen sehr viel Wert darauf, dass wir mindestens eine Anfahrt von einer Stunde haben, sodass es sich wirklich nach „mal raus“ anfühlt. Und so nutzten wir auch die Fahrt in den Norden Brandenburgs schon für nette Erlebnisse am Wegesrand. Wir pausierten am Schloss Oranienburg und staunten mal wieder über die menschenleeren und doch so hübschen Brandenburger Dörfchen entlang der Landstraße.

Im Hotel Döllnsee-Schorfheide eingecheckt, lagen wir schwuppdiwupp am großzügigen Pool und waren endgültig im Wohlfühlmodus angekommen. Nach der Massage freuten wir uns über die Sauna, die wir nur für uns hatten. Leider haben wir erst am nächsten Tag das Saunahäuschen direkt am See entdeckt. Allein um die zu testen und anschließend in den See zu springen, lohnt es sich wiederzukommen.

Görings ehemaliges Gästehaus: das heutige Hotel Döllnsee-Schorfheide.

Neben der malerischen Lage direkt am Großdöllner See ist es aber auch die wechselvolle Geschichte, die das Haus so spannend macht. Es wurde 1941 im Auftrag von Reichsmarschall Hermann Göring gebaut und diente als Gästehaus für Görings Residenz Carinhall, die sich unweit am Südostufer des Sees befand. Der Name der Residenz geht auf Görings erste Frau Carin zurück, eine Schwedin, die aber bereits 1931, also noch vor den Bau des Anwesens, starb. Von der Residenz zeugen heute nur noch zwei Torhäuser des Eingangsportals. Göring selbst ließ das Anwesen beim Näherrücken der Roten Armee am 28. April 1945 von Angehörigen seiner Wachmannschaft sprengen.

Das unversehrt gebliebene Gästehaus ging nach dem zweiten Weltkrieg in den Besitz der DDR-Jugendorganisation FDJ über und wurde bis Ende 1954 als Jugendherberge und anschließend von der DDR-Regierung als repräsentatives Ferien- und Gästehaus genutzt. Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und andere DDR-Prominente waren in dieser Zeit regelmäßig Gäste des Hauses „Döllnkrug“.

Nach dem Fall der Mauer erwarben bayerische Privatunternehmer das Grundstück von der Berliner Treuhandanstalt und schufen in den Folgejahren das heutige Hotel Döllnsee-Schorfheide, das 1994 seinen Betrieb aufnahm.

Kunst von Werner Stötzer im Hotelgarten.

Ich empfand vor allem die Größe des Hotels als sehr angenehm – keine langen Gänge zum Wellnessbereich oder Restaurant, kein Schlangestehen am Buffet. Außerdem ist das Hotel „janz weit draußen“ und bietet mit dem See und der Schorfheide, die übrigens das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschland sein soll, eine schöne Spazierkulisse.

Das Hotel ist noch bis Ende März über das Winterliche Brandenburg buchbar. Eine Nacht kostet mit dieser Pauschale für 2 Personen inkl. Frühstück 79 Euro.

3 Kommentare

  1. Liebe Kultursegler,
    Euern positiven Eindruck von diesem Hotel kann ich nur bestätigen. Gut gefallen hat mir das „Schippern“ auf dem See mit dem hoteleigenen Boot. Und auch die Ausflugsziele, die man von diesem schönen Ort erreichen kann, sind lohnenswert, z.B. das Kirchlein im Grünen in Placht.
    Außerdem freue ich mich darüber, dass der Kultursegler wieder aktiv ist. Bitte macht weiter so!

  2. Ja, auch wir haben uns in diesem „Winter“ dort eine Auszeit genommen und fanden es herrlich. Allein ein Spaziergang ( es muss nicht die ganze Seeumrundung sein) am See entlang in der Wintersonne….
    Sehr zu empfehlen sind auch Radwanderungen in den Wald ringsherum, die Waldwege lassen sich gut befahren; auch bis zum ehemalige Carinhall, wo eine sehr informative Gedenktafel von dem größenwahnsinnigen Göringschen Protzbau berichtet. Die kleinen Dörfchen im Umkreis sind idyllisch und die Räder kann man ausleihen!
    An der Stadtmauer in Templin entlang spazieren oder die dortige Therme benutzen…
    Es lohnt sich!

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