Politisch, erotisch, wild – Was ist los in Potsdams Galerien? Eine Oster-Offensive

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Das KUNST-KONTOR in der Bertinistraße frohlockt schon im Garten mit plastischer Schönheit.

Wohin des Weges? Welcher Ausstellung schenke ich zuerst mein Augenmerk? Potsdams Galerien starteten fast zeitgleich eine Frühjahrsoffensive, die es schwer macht, sich zu entscheiden. Aber man muss ja nichts überstürzen: die meisten aktuellen Ausstellungen ziehen sich bis in den Mai hinein … Weiterlesen

Impressonisten und Mattheuer zum Auftakt: Das Museum Barberini öffnet im Januar 2017

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Wolfgang Mattheuers „Ein merkwürdiger Abend“ (1975) aus der Sammlung Hasso Plattners. Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf, Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Nun steht der Eröffnungstermin fest: Ab 23. Januar 2017 gibt es im Museum Barberini am Potsdamer Alter Markt die erste Ausstellung. Zum Auftakt sind unter anderem Bilder von  Claude Monet, Auguste Renoir und Gustave Caillebotte zu sehen. Unter der Überschrift  Impressionismus. Die Kunst der Landschaft geht es um das Naturverständnis der Moderne. Weiterlesen

Vom Fliegen und Straucheln – Vertraute Stimmen aus „Made in Potsdam“

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Eine Poesie der Leichtigkeit und des fragilen Seins: Alice Bahras „Balance“ im Kunstraum.

Es ist nichts Neues: Die Zeit rast und schon wieder hat man verpasst, was auf der eigenen Wunschliste eigentlich ganz oben stand. Diese Ausstellung habe ich glücklicherweise auf seinen letzten Metern noch erwischt. Sonntag schließt sie nach vierwöchiger Dauer: „Made in Potsdam“. Diese Hommage von Potsdamern an Potsdam ist im Kunstraum des Waschhauses zu sehen und vereint sieben kraftvoll-künstlerische Stimmen. Weiterlesen

Kamingeflüster bei den Liebermanns

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Max Liebermanns Gemälde „Birken am Wannseeufer nach Ostern“, 1924  Foto: Julia Jungfer

Wir sind durchgefroren von unserer Winterwanderung am Ufer des Wannsees. Schnee klebt unter den Stiefeln. Beim Eintreten in die Villa Liebermann putzen wir ihn feinsäuberlich an der Schwelle ab. Anheimelnde Wärme schlägt uns entgegen. Der Kamin brennt, in der bauchigen Vase leuchten pinkfarbige Lilien im dunklen Tannengrün. Wir holen uns in der Küche einen Kaffee und eine Quiche und lassen es uns am Feuer gut gehen. Die Blicke schweifen über die Wände mit Fotos der ehemaligen Bewohner. Lautlos kommen wir mit ihnen ins Gespräch: mit Max und Martha Liebermann, mit ihrer Tochter Käthe und dem Enkelkind Maria. Weiterlesen

Von himmlischer Perspektive: „Doppeldotter“-Ausstellung im KunstHaus

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„Sunny Winter“ überschrieb der Maler Jub Mönster sein Aquarell auf Papier auf Leinwand

Die Frau im roten Mantel wirft einen langen blauen Schatten: wie einen Schweif zieht sie ihn hinter sich her. Fast schwebend bewegt sie sich in dieser weiten blauen Landschaft – zwischen Himmel und Erde. Ein eisiger Luftzug scheint dem Bild zu entspringen. Man spürt, wie der Wind die Zöpfe und Kleidung der Frau durchweht. Unerschrocken vergräbt sie ihre Hände in den Taschen und wirkt wie ein Ausrufezeichen: stark und zart zugleich. Der Bremer Künstler Jub Mönster, der ab Sonntag im KunstHaus Potsdam seine Arbeiten zeigt, betrachtet seine Figuren aus einer halb-himmlischen Perspektive: in einem geheimnisvollen Spiel zwischen Wissen und Ahnung. Weiterlesen

Kunst aus der Heimat – mitten in der Karibik

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Im Blitzlicht der Karibik: Seefahrende Kunst, die ihren Hafen auch in Potsdam hat. Foto: he

Ich gebe es zu: Ich war auf der Aida – auf dem Schiff, so groß wie ein Hochhaus und beargwöhnt wie ein Ungeheuer. Gemeinsam mit 2000 anderen Kreuzfahrern tauchten wir in die Karibik ein, erkundeten Inseln, deren Namen ich vorher noch nie gehört hatte. In dieser so weiten Ferne reiste aber auch ein Stückchen Heimat mit. Auf einen der vielen Decks überraschte mich eine Kunstnische.  Weiterlesen

Bevor die Schatztruhe geschlossen wird, noch schnell zu Hockney bis Holbein

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Stilles Versenken. Es ist eines der bedeutendsten Gemälde des 16. Jahrhunderts, die „Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen“ von Hans Holbein d. J. Foto: Sammlung Würth/ Pilipp Schönborn

Waren Sie schon bei Würth? Nein? Sie wissen gar nicht, wer das ist? Macht nichts: Er ist Milliardär und hat sein Geld mit Schrauben verdient. Dabei blieb so viel übrig, dass der Baden-Württemberger eine stattliche Summe in eine einmalige Kunstsammlung mit 17 000 Werken stecken konnte. Und die sollten sie kennen! Noch bis 10. Januar ist Zeit, die 400 meisterlichsten Schätze aus diesem Privatbesitz im Gropiusbau in Berlin anzuschauen. Weiterlesen

Frostige Stille im „Güldenen Arm“

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Wenn schon kein Schnee liegt, lassen uns wenigstens die Bilder von Rainer Meißle in den Winter eintauchen. Man spürt sie förmlich, die klirrende Kälte und den eisigen Wind, der um die Bäume fegt.  Fast malerisch muten die Landschaftsfotografien von Rainer Meißle an, die derzeit im Museumshaus „Zum Güldenen Arm“ zu sehen sind. Der in der Prignitz lebende Künstler nimmt sich Zeit, um dem empfindsamen, schnell vergänglichen Spiel von Licht und Schatten auf die Spur zu kommen. Er lauscht dem leise wispernden Dialog wundersame Zwischentöne ab. In der Ausstellung „Stille“ taucht der Besucher in entrückte Stimmungen ein, die in Melancholie versinken. Zugleich kann er sich an frühlingsfrischen, munter pfeifenden Akkorden laben. Es ist ein Vielklang, der den Betrachter umfängt und ihm zugleich den Spiegel vorhält. Weiterlesen

Wenn die Seele spricht – Magda Langenstrass-Uhlig im Potsdam-Museum

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Magda Langenstrass-Uhligs „Selbstportrait im blauen Kleid“, gemalt 1933

Sie ließ sich nicht eingrenzen und auch nicht entmutigen. Ihre Hände legte sie wohl nur für ihre Selbstporträts in den Schoß. Magda Langenstrass-Uhlig (1888 bis 1965), die vielseitige umtriebige Malerin, die das Potsdam-Museum durch eine interessante und sehr berührende Ausstellung dem Vergessen entriss, blieb zeitlebens eine Kämpferin. Sie malte in den Lazaretten des Ersten Weltkrieges verwundete Soldaten, durchdrang biblische Themen auf abstrakt-spirituelle Weise, probierte sich in immer neuen Formen aus und fand zu einer ganz eigenen, vielgesichtigen Sprache. Als eine der ersten Frauen in Deutschland absolvierte Magda Langenstrass-Uhlig mehrere Kunststudien und zahlte dafür einen hohen Preis. Denn nachdem sich ihr Mann – der Arzt Karl Langenstraß – in die USA abgesetzt hatte, musste sie sich um die beiden Kinder allein kümmern. Weiterlesen