Sektlauniges Hüpfen über die Gräben der Selbstzweifel: eine kurzweilige Lesung in der Kulturgarage Werder

werbung
Sie schlagen aus ihren einstigen Niederlagen im Bewerbungsmarathon kreatives Kapital: das Duo eve&tulipa, alias Julia Zimmermann und Clarissa Scheve .

Hier wird jeder mit Handschlag begrüßt: Hinter dem alten Metalltor in Werders Eisenbahnstraße 190 öffnet sich ein blüh-buntes Eldorado der Geselligkeit. Gabriele Zimmermann mit der wilden Lockenmähne hat im dicht umbauten Innenhof ihre kleine Musikschule angesiedelt. Während sie ihren Schülern die Flötentöne beibringt, können sich die wartenden Eltern an das überschäumende Blumenmeer in Töpfen, Kübeln, Trögen oder Wannen erfreuen. In den Sommermonaten lädt sie zudem im zweiten Jahr mit Tochter Julia in die Kulturgarage ein. Weiterlesen

„Von Eisenreich und KKD“. Kleider, Keramik und Kontraste

IMG-20160609-WA0002
Mit Schick und Frische: Feines aus Jersey und Ton

Die meisten kennen sie von der Bühne: Seit 26 Jahren spielt Ulrike Eisenreich bei 44 Leningrad und besticht am Akkordeon mit Temperament und Leidenschaft. Auch am morgigen Samstag greift sie kurz zu ihrer Quetschkommode und gibt mit ihren Bandkollegen drei, vier Lieder zum Besten. Denn dann ist Premierenzeit: Ulrike eröffnet gemeinsam mit Karin Klimsa ihr Geschäft „Von Eisenreich und KKD“: Textiles und Keramik. Die eine knall, peng und bunt, die andere schlicht, leise, zurückhaltend. Weiterlesen

Vorsicht Zwerge! Die Kulturhauptstadt Wroclaw zeigt sich frech, bunt und lauschig

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nein, Herr Geheimrat, in diesem Falle muss ich Ihnen widersprechen! Ihr einziger Satz, den sie je über Breslau verfassten, ist nicht in Stein gemeißelt. „Breslau stinkt!“ wussten Sie, Herr von Goethe, anno 1790 zu berichten. Uns begegnete Ende Mai 2016 diese Stadt an der Oder indes mit herrlichen Holunder- und Akaziendüften, die sich quer durch die lauschigen farbenfrohen Plätze am Ring, Salzmarkt, Domplatz – und wie sie alle heißen – zogen. Weiterlesen

Über Kopfsteinpflaster zum Babyschwimmen – ein kleiner Erfahrungsbericht zum Kindertag

IMG-20150713-WA0015
Achtung, Muttis im Anmarsch!

Heute ist Kindertag. Eigentlich müsste die Stadt eine große Party schmeißen. Denn hier leben  ̶  bezogen auf die Einwohnerzahl  ̶  so viele Kinder wie nirgends sonst in Ostdeutschland. Die Carl-von-Ossietzky Straße bei mir um die Ecke gehört sogar zu den kinderreichsten Deutschlands. Auch im Bundesvergleich trumpft die Stadt mit seiner Kinderfreundlichkeit auf. Als Mutter einer einjährigen Tochter im familienfreundlichen Potsdam West weiß ich um die Attraktivität meiner Stadt. Weiterlesen

Chronisten, Komödianten, Verwirrer: Das Poetenpack umspielt die Musik bei „Bach trifft Pulcinella“ in der Erlöserkirche

hintergrundbild
Was passiert, wenn Pulcinella gleich vierköpfig sein Unwesen treibt und sich ganz ungeniert einmischt?

Es wird kein braves Konzert. Selbst Dirigent Ud Joffe muss wohl um seinen Taktstock bangen. Denn an diesem besonderen Abend mischt sich Pulcinella unters Volk. Wenn dieser Bürgerschreck in Erscheinung tritt, ist für Unruhe gesorgt. Und er wird sich sogar vierköpfig in das Geschehen einmischen: beim Konzert „Bach trifft Pulcinella“ am Donnerstag, den 2. Juni, in der Erlöserkirche. Weiterlesen

„Do-it-yourself“ – Selbstgemacht ist schöner!

IMG_6109

Ob Stricken, Nähen, Basteln, Gärtnern oder Bauen – Selbermachen ist absolut im Trend. Das Internet ist voll von Anleitungen, wie man aus Europaletten Möbel baut, Buchumschläge falzt, Samenbomben anrührt oder einen Lampenschirm aus einer Häkeldecke zaubert. Es gibt Blogs, die Bild für Bild erklären, welcher Schritt als nächstes folgt, so dass man selbst mit zwei linken Händen durchaus Ansehnliches schaffen kann. Vielleicht Gefäße aus Beton?

Obwohl mein Papa gelernter Maurer ist, beschränkt sich mein Wissen über Zement auf die Kindheitserinnerung des sich immer drehenden Mischers in unserem Garten. Dieser übte zwar eine gewisse Faszination auf mich als kleines Mädchen aus, was da aber nun genau vor sich ging, kann ich nicht sagen. Interessierte mich eigentlich auch nicht. Nur dass wir immer schnell aus den Weg springen mussten, wenn die Trommel gestoppt und die homogene graue Masse ins Fundament gegossen wurde, das weiß ich noch. Dann schippte mein Papa, was das Zeug hielt. Ähnlich erging es mir bei meinem neuesten „Do-it-yourself“-Projekt: Kerzenständer und Vasen aus Beton gießen. Weiterlesen

„EIN NACHMITTAG FÜR DAS SCALA“: Am 24. April wird bei Musik und Film Geld für neue Kino-Technik gesammelt

10
Hineinspaziert. Dieser Kulturpalast besticht durch seinen Charme aus alten Kintopp-Zeiten und Aufbruchstimmung. Foto: Nathan Zaghdoud

Das „Picknick mit Bären“ teilten wir mit nur acht Gästen. Dennoch fühlten wir uns wohl: in der gut beheizten Loge mit gekühltem Riesling und knackigem Popcorn. Dieser Film über die letzte Mutprobe im Alter war zwar – ähnlich wie seine Hauptdarsteller Robert Redford und Nick Nolte − nicht mehr taufrisch, aber durchaus sehenswert. Gern würde Scala-Betreiber Gösta Oelstrom indes mit aktuellen Kinohits das Publikum anziehen. Allein es fehlt die Technik, die große Verleiher voraussetzen, um ihre neuesten Filme spielen zu lassen. Doch die kostet 50 000 Euro. Die Hälfte davon würde zwar Medienboard Berlin-Brandenburg fördern, doch für den anderen Teil muss das Scala selbst aufkommen. Deshalb lädt Gösta Oelstrom am Sonntag, den 24. April um 16 Uhr zu der Benefizveranstaltung: „EIN NACHMITTAG FÜR DAS SCALA“ ein. „Dort sammeln wir bei freiem Eintritt Geld für die technische Umstellung der Kinoprojektionsanlage. Es gibt ein musikalisches Rahmenprogramm, wir versteigern Kinoinventar, Plakate, CDs von Künstlern, die bei uns aufgetreten sind, und vieles mehr. Außerdem zeigen wir Trailer von Filmen, die wir demnächst aufführen, sowie musikalische Highlights aus unserem Programm.“ Weiterlesen

Spritzig-pointiert durch die Welt der Weine – Lesungen im „Vanille und Koriander“

DSC_0523-2
Zwei, die sich in der Kunst des Genusses gefunden haben: Tobias Böttcher (l.) und Stephan Dierichs. Beide veranstalten einmal im Monat Weinlesungen im „Vanille und Koriander“: Der eine kocht, der andere fabuliert.        Foto: Emma Werler

Es ist fast wie in der Toskana: In der Mitte steht ein langer Holztisch, an dem sich die Gäste dicht gedrängt und erwartungsfroh versammeln. Auch die kleinen Gartentische drum herum, das Sofa und die mit Kissen ausgelegten Fensterbretter sind besetzt. Vor den Besuchern funkelt der Rotwein in bauchigen Gläsern, in Regalen frohlocken liebevoll hergestellte Köstlichkeiten vom Kürbiskernspinatöl bis zur Apfel-Marzipan-Marmelade. Die meisten Zuschauer wissen, was sie an diesem kerzenbeschienenen Abend in dem Feinkostladen „Vanille und Koriander“ erwartet. Sie sind Eingeweihte des spritzig-vergnüglichen Duetts, das der schauspielernde Sommelier Stephan Dierichs und der ausgewiesene Küchenexperte Tobias Böttcher einmal im Monat anstimmen. Zum Auftakt ihres dritten Jahres in gemeinsamer Wein- und Whisky-Seligkeit geht es an diesem Freitag also in die Toskana: Der eine begibt sich mit zerzaustem Haar, Turnschuhen und ausgefranster Jeans auf die Reise, der andere im zurückhaltend-eleganten Schwarz. Beide offensichtlich mit sich im Einklang. Denn sie haben gefunden, wonach jeder sucht: Erfüllung. Weiterlesen

Potsdam erleuchtet

Lichtertag

 

Es ist matschig, grau und ungemütlich. Nur ungern setzt man da einen Fuß vor die Tür; zieht sich lieber auf die Couch zurück und wartet mit Blick auf den Tulpenstrauß geduldig auf den Frühling. Auch für das kommende Wochenende sind nichts als dicke Wolken angesagt. Nicht eine Sonnenstunde soll uns vergönnt sein. Auch wenn zunächst also nichts nach in die Kälte zu locken scheint, so sollte man doch einen Gang nach draußen wagen – „unterwegs im Licht“. Denn unter diesem Slogan erstrahlt am Samstag Potsdams historische Mitte. Weiterlesen

Wenn Kulturen verschmelzen: Beim compARTE Festival gibt es keine Grenzen

tumblr_o0fjdyCgPF1ule660o1_1280

Sie haben sich viel vorgenommen. In einem Romanistik-Seminar entwickelten Studierende der Uni Potsdam ein Konzept für ein Festival. Nachdem sie sich in der Theorie mit Transkulturalität auseinander gesetzt hatten, wollten sie den Begriff raus aus den Büchern hinein ins Leben holen. Ab Samstag zeigen sie nun, warum Bilder größer, Musik farbiger, Grenzen fließender werden. Weiterlesen