Das große Reale, das große Abstrakte: Geliehene Kostbarkeiten „Von Hopper bis Rothko“ im Barberini

In die leuchtende Abstraktion getrieben: „Die rote Sonne“ von Arthur Dove

Die Wände sind neu gestrichen und geben als taubenblauer Hintergrund den Gästen aus Amerika ihren kraftvollen Auftritt: Sie werden als „Kronjuwelen“ gehandelt, sind aber zumeist für uns noch ungeschliffene Diamanten. Kein Grund, den unbekannten „Fremden“ nicht die Aufwartung zu machen, zumal sich überraschende Verwandtschaften mit berühmten Europäern wie Matisse oder Cezanne ablesen lassen.

Die am morgigen Samstag im Museum Barberini beginnende Ausstellung „Von Hopper bis Rothko“ nimmt uns mit in die Weiten der Rocky Mountains, an den Pazifik oder in die enge Großstadt von New York oder Washington. Dorthin zog es die Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit ihren Staffeleien, um die Farben und Formen hautnah einzufangen. Anfangs ganz dicht dran an der Natur, später in freien Flächen abstrahierend. Berge, Schluchten, Himmel lösten sich auf in großen Farbfeldern. Weiterlesen

Kultur mit Kulisse – Fahrradkonzert der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci

Auftakt des Fahrradkonzerts am Alten Markt / Foto: So

Sieben Seen, sieben Kirchen, 24 Konzerte, 20 Orte – das ist das ambitionierte Programm des diesjährigen Fahrradkonzerts der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, das am vergangenen Sonntag in achter Auflage stattfand. 1500 gut gelaunte Radler schwangen sich bei schönsten Sommerwetter auf ihre Drahtesel, um auf 33 bzw. 24 Kilometern in den Genuss der vollen Packung Kultur zu kommen. Weiterlesen…

Über grausame Mahlzeiten und Liebesgezwitscher: Hanns-Josef Ortheil und Denis Scheck bei LIT:potsdam

Kultur am lauschigen Ort: Das Gartenreich der Villa Jacobs lädt zu Lesung, Wein und Gesellgkeit ein. Foto: LIT:potsdam

Wir haben die Decke abgewählt und uns für einen Sitzplatz entschieden. Auch für bewegte Frauen, die wöchentlich Bauch, Beine und Po tapfer malträtieren, lässt sich eine gewisse Abnutzung nicht leugnen. Also setzen wir uns am 7. Juli bequem auf einen Stuhl, lehnen uns samt unserer Trainerin Sybille entspannt zurück und lauschen im Gartenreich der Villa Jacobs den wohlfeilen Sätzen des Schriftstellers Hanns-Josef Ortheil. Diese Lesungen während des Festivals LIT:potsdam in der Weite des historischen Parks mit dem traumhaften Blick auf den Jungfernsee stehen inzwischen jedes Jahr auf unserem Kulturplan. Weiterlesen

Mit Luthers Tischreden an Bord des Theaterschiffs

Wo Luthers Reden einmal ansetzten, ist die Tafel heute leergefegt. Findet sich ganz hinten im Küchenschrank doch noch eine alte Geschichte, die uns Hoffnung schenkt? Darüber denkt das Theaterschiff ab 2. Juni in CONVIVIUM FABULOSUM laut nach: mit Christian Klischat als Martin Luther.  Foto: Caroline Schenk

„Alles Übel erwächst daraus, dass ein Weib nicht kochen kann.“ – soll Martin Luther gesagt haben. Seine Katharina konnte kochen: Der Tisch war immer reich gedeckt. Zu Mittag gab es Fleisch und Fisch. Dazu Getreidebrei, Rübenmus, Weißkohl mit Speck, Linsen, Brot oder ein Püree aus Hülsenfrüchten. Kartoffeln waren noch unbekannt. Zum Nachtisch servierte die Hausangestellte oft einen mit Honig und Gewürzen gefüllten Bratapfel. Fleisch und Fisch samt Zutaten stammten meist aus dem Gartenbetrieb der Luthers. Sie hatten neben Kühen, Schweinen und Geflügel einen Fischteich, einen Weingarten, Gemüsebeete und sogar eine eigene Brauerei. Getrunken wurde gerne Leichtbier und Wein – auch die Kinder tranken mit.
Weinbeseelt öffneten sich Zunge und Herz auf leichte Weise: Luthers fröhliche Tafelrunden, an denen neben den sechs Kindern oft 20 bis 50 Gäste Platz nahmen, waren wie geschaffen, um Lebensweisheiten auszuplaudern, über die Liebe und  Ehe nachzudenken und über Gott und die Welt zu räsonieren. Luther nutzte mit Vergnügen die Runde, um sein Herz auszuschütten. Mitunter wurde aus einem kleinen Bibelvers eine ganze Predigt. So mancher Braten wird wohl dabei kalt dabei geworden sein. Weiterlesen

Croissants statt Eiersalat: Ein Blick zurück durch die Rauchschwaden der Theaterklause

Mit Leckereien und einem frischen Wein in den Feierabend: Ab jetzt wohl öfter in der neu eröffneten Theaterklause in Potsdam-West | Foto: ro

Sie scheinen nur auf die Eröffnung gewartet zu haben: die Kiezbewohner von Potsdam-West. Wo findet man auch sonst Freiluftplätze in der Nachmittagssonne – noch dazu bei hausgebackenen Kuchen oder Potsdamer Stangeneis mit Blick auf die rutschenden und kletternden Kinder. Die Theaterklause in der Zimmerstraße – vis-à-vis vom Spielplatz – ist im Handumdrehen wieder zum Treffpunkt geworden.

Für mich ist es ein ganz besonderer Ort: drei Jahre lang holte ich mir hier fast täglich die beliebten Eiersalatbrötchen. Meist trug ich sie durch die rauchgeschwängerte Luft schnell nach oben an meinen Schreibtisch, in die Dramaturgie. Dort fühlte ich mich im Kreise meiner Kolleginnen sicherer. Denn die Schauspieler und Sänger, die selbstbewusst in der holzgetäfelten Kantine fläzten, schienen Lichtjahre von meinem kleinen Horizont entfernt. Weiterlesen

Forschen. Entdecken. Mitmachen.

Computer mit menschlichen Eigenschaften werden auch an der TH Brandenburg entwickelt (Foto: THB Mrkor)

Den Klang des Universums hören. Zum Licht der Sterne fliegen. Mit Fontane Geburtstag feiern. Und humanoide Roboter treffen.

Klingt nach einer Mischung aus Science-Fiction und Reise in die Vergangenheit. Und tatsächlich ist es dieser Spagat, der neben der Themenvielfalt den Potsdamer Tag der Wissenschaften ausmacht. Am 13. Mai werden bereits zum fünften Mal Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 40 Potsdamer und Brandenburger Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Schulen zusammenkommen, um Interessierten einen Einblick in ihren Arbeitsalltag zu gewähren. Weiterlesen

Laut kläffend: Lars von Triers „Dogville“ am Hans Otto Theater

Die Menschlichkeit wird ans Kreuz genagelt. Foto: HL Böhme/HOT

Dass dies ein schonungsloser Abend werden würde, war voraus zu sehen. Schließlich ist Lars von Triers Film „Dogville“ von so einer schmerzhaften Wucht, dass er atemlos macht. In von Triers düsterer Parabel spielte Nicole Kidman die Hauptrolle der Grace und ich erinnere mich noch sehr eindrücklich daran, wie angespannt ich um ihr Überleben bangte und wie überrascht ich schließlich von dem Ende war.

Am Samstag brachte nun das Hans Otto Theater „Dogville“ in der Dramatisierug von Christian Lollike auf die Bühne. Für die Inszenierung dieses Höllentanzes holte sich das HOT erstmals den erfolgreichen Regisseur Christoph Mehler ans Haus, der viele Jahre die Spielstätte Box und Bar am Deutschen Theater leitete. Das Premierenpublikum war erstaunlich jung und folgte der ins Groteske getriebenen straffen Einstudierung mit Lachen und konzentriertem Innehalten. Weiterlesen

Klingende Leidenschaft in der Friedenskirche

Einer der gefragtesten Bandoneón-Solisten weltweit: Lothar Hensel.

Auch wir haben uns im Tango versucht. Wochenlang trafen wir uns jeden Mittwochabend nach der Arbeit in der „Theaterklause“, um gemeinsam über das Parkett zu gehen. Ja, zu gehen. Und zu stoppen. Und weiterzugehen. Was sich wie ein Kinderspiel anhört, verlangte von beiden Partnern größte Konzentration. Denn es war nicht wie beim Walzer, wo man vertraut fast blindlings  gemeinsam über den Boden schwebt. Tango lebt von den Überraschungen, von den Impulsen, die der eine gibt und denen der andere folgt. Kommen noch Schritte wie der „Übersteiger“ oder gar Drehungen dazu, gerät das Spiel schnell ins Wanken. Wir kamen jedenfalls bei jedem neuen Schritt ins Schwitzen, vor allem wenn auch noch die Partner getauscht werden mussten – was beim Tango so Brauch ist. Irgendwann gaben wir auf, obwohl uns die Musik und die gefühlvolle Zwiesprache durchaus gefielen. Bei einem Auffrischungskurs kürzlich in der „fabrik“ fühlten wir uns indes wie Analphabeten, die noch nie etwas vom Tango gehört haben. Aber wir bekamen auch wieder Lust, es erneut mit der Caminata und Cruzada zu versuchen. Denn so klangvoll geht es zu beim Tango Argentino!

Ganz entspannt kann man indes in der „Tango Bar“ in der Friedenskirche Platz nehmen. Dort wird am Freitag, den 28. April um 19.30 Uhr, allein der Musik gelauscht. Weiterlesen

Lilis Rezept des Monats: Lammcurry

Ein Gespräch vor wenigen Tagen in der Kultursegler-Redaktion:
„Das neue Monatsrezept von Lili ist da: Es gibt Lammcurry!“ – „Lamm!? Na das passt ja prima zu Ostern.“ – „Aber das mit dem Osterlamm ist doch schon irgendwie anders gemeint, oder?“ – „Hm, also ich mag Lamm.“ – „Was nehmen wir denn als Bild?“ – „Ich habe da mal ein ganz nettes Foto von einem Lamm gemacht. …hier, schaut mal!“ – „Oh nein, wie niiiiedlich!“  „Ich weiß, warum mir Lamm nicht schmeckt.“ – Und so weiter.

Wollen Sie sich schlicht an dem Bild eines süßen Osterlamms erfreuen, hören Sie an dieser Stelle auf zu lesen.

Sollten Sie Appetit verspüren: Es folgt das Rezept für ein leckeres Lammcurry. Ob zu Ostern oder zu jeder anderen Jahreszeit.

Wir wünschen allen Lesern entspannte Feiertage! Weiterlesen…

Die Höllenfahrt Christi im Kunstgespräch

„Auf Höllenfahrt“: ein Gemälde von Michel Ribestein, dem  „Brandenburgischen Cranach“ Foto: Andreas Miet

Wer das Osterfest nicht nur mit Geschenke suchen, Eiertrudeln und kulinarischen Freuden verbringen möchte, den lädt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zu einer Bildbetrachtung ein. Auf dem Gemälde geht es um die „Höllenfahrt Christi“, die uns den Sinn des Osterfestes malerisch vor Augen führt.  Weiterlesen