Kurioses aus dem Hauptstadt-Kaff: „Neulich in Berlin“ erzählt über Muffelköppe mit Herz und Maikäfersuppe

Berliner Alltagsgeschichten: Erlebt man zum Beispiel beim Bahnfahren | Foto: pixabay

NEULICH fuhr ich am späten Nachmittag mit der S-Bahn von Berlin nach Potsdam. Ich war müde und froh, einen Sitzplatz gefunden zu haben. Doch ein kleiner Junge im Kinderwagen und im Dauerschreimodus ließ mich kurz überlegen, ob ich das Abteil wechsele. Der Mutter schien das Weinen weniger auszumachen. Sie telefonierte und schaute über alle fragenden Blicke der Mitreisenden stoisch hinweg. Schließlich erhob sich ein junger Mann, Mitte 30, von seinem Platz, ging zu dem Kind und sprach es freundlich an. Der Junge machte große Augen und vergaß vor Schreck sein Weinen. Keine zwei Minuten später war er eingeschlafen. Die Mutter hörte auf zu telefonieren. Und lächelte. Ob sie überhaupt jemand in der Leitung gehabt hatte?

Geschichten solcher Art erlebt jeder, doch die wenigsten schreiben sie auf. Ich hätte es auch nicht getan, wäre mir nicht das Buch NEULICH IN BERLIN in die Hand gefallen.→ weiterlesen

Helfer und Profiteur: Über das zwiespältige Verhältnis des Kunsthändlers Gurlitt zu dem Maler Beckmann

Beckmanns Familienbild 1920 Foto: Scala New York, Florence/ The Museum of Modern Art

Als ich mit einer Freundin über die Beckmann-Ausstellung im Museum Barberini sprach, empfahl sie mir das Buch „Gurlitts Schatz“. Darin ginge es auch darum, wie der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt als Handlanger Hitlers dem als „entartet“ diffamierten Künstler Max Beckmann geholfen habe. Das bestätigte bei einem Presserundgang durch das „Beckmannsche Welttheater“ die Enkelin Beckmanns, Mayen Beckmann. Sie erinnerte daran, dass Gurlitt und auch der Kunsthändler Erhard Göpel an Hitler vorbei, Arbeiten Beckmanns gekauft hätten. „Zum Glück, sonst wäre Beckmann in seinem Exil verhungert“, sagte sie. → weiterlesen

Ein Blick nach Teltow: Neu gegründeter Kulturklub lädt monatlich zum kulturellen Blind Date

Neues Kulturformat für Teltow - einmal im Monat lädt die Sneak Show ins alte Diana-Kino - Foto: Kulturclub Teltow

Von Gastautorin Annika Beyer

Die Premiere war vielversprechend. Mit seiner ersten „Sneak-Show – das kulturelle Blind Date“ wusste der neu gegründete Kulturklub Teltow e.V.  im Landhotel Diana zu überzeugen. Allein schon der ehemalige Kinosaal des Hotels ist eine Attraktion und somit die perfekte Bühne: für ein „Blind Date“, dass einmal im Monat vier Künstler vorstellt. Wer kommt, wird vorher nicht verraten.→ weiterlesen

Von Trauer und Neubeginn: „Gift“ bietet spannungsgeladenes Theater in der Kirche am Neuendorfer Anger

Aufwühlendes Theater mit Simone Kabst und Andreas Hueck vom Poetenpack. Foto: Henning

Fünf Stühle und zwei Schauspieler. Mehr braucht es nicht für diese spannungsgeladenen 90 Minuten. Simone Kabst und Andreas Hueck füllen diese Zeit mit Leere und Wut, Angst und Zynismus. Vor allem aber mit Trauer, die auch nach zehn Jahren nicht aufgebraucht ist. Solange ist es her, dass Sie und Er ihr Kind bei einem Unfall verloren haben. → weiterlesen