Helfer und Profiteur: Über das zwiespältige Verhältnis des Kunsthändlers Gurlitt zu dem Maler Beckmann

Beckmanns Familienbild 1920 Foto: Scala New York, Florence/ The Museum of Modern Art

Als ich mit einer Freundin über die Beckmann-Ausstellung im Museum Barberini sprach, empfahl sie mir das Buch „Gurlitts Schatz“. Darin ginge es auch darum, wie der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt als Handlanger Hitlers dem als „entartet“ diffamierten Künstler Max Beckmann geholfen habe. Das bestätigte bei einem Presserundgang durch das „Beckmannsche Welttheater“ die Enkelin Beckmanns, Mayen Beckmann. Sie erinnerte daran, dass Gurlitt und auch der Kunsthändler Erhard Göpel an Hitler vorbei, Arbeiten Beckmanns gekauft hätten. „Zum Glück, sonst wäre Beckmann in seinem Exil verhungert“, sagte sie. → weiterlesen

Ein Blick nach Teltow: Neu gegründeter Kulturklub lädt monatlich zum kulturellen Blind Date

Neues Kulturformat für Teltow - einmal im Monat lädt die Sneak Show ins alte Diana-Kino - Foto: Kulturclub Teltow

Von Gastautorin Annika Beyer

Die Premiere war vielversprechend. Mit seiner ersten „Sneak-Show – das kulturelle Blind Date“ wusste der neu gegründete Kulturklub Teltow e.V.  im Landhotel Diana zu überzeugen. Allein schon der ehemalige Kinosaal des Hotels ist eine Attraktion und somit die perfekte Bühne: für ein „Blind Date“, dass einmal im Monat vier Künstler vorstellt. Wer kommt, wird vorher nicht verraten.→ weiterlesen

Von Trauer und Neubeginn: „Gift“ bietet spannungsgeladenes Theater in der Kirche am Neuendorfer Anger

Aufwühlendes Theater mit Simone Kabst und Andreas Hueck vom Poetenpack. Foto: Henning

Fünf Stühle und zwei Schauspieler. Mehr braucht es nicht für diese spannungsgeladenen 90 Minuten. Simone Kabst und Andreas Hueck füllen diese Zeit mit Leere und Wut, Angst und Zynismus. Vor allem aber mit Trauer, die auch nach zehn Jahren nicht aufgebraucht ist. Solange ist es her, dass Sie und Er ihr Kind bei einem Unfall verloren haben. → weiterlesen

Nur beste Zutaten – Avishai Cohen trifft im Nikolaisaal auf das Filmorchester Babelsberg

Avishai Cohen und Orchester | Foto: promo

Ich lernte Avishai Cohen vor einigen Jahren in einem kleinen polnischen Dorf kennen. Gemeinsam mit anderen jungen Leuten aus ganz Europa nahm ich dort an einem Workshop im Rahmen eines Austauschprogramms teil. An einem gemütlichen Abend spielten wir uns gegenseitig Musik aus aller Welt vor. „Du machst doch Musik. Erklär mir mal – was zum Henker ist denn das hier für ein Rhythmus?“, sagte jemand aus Lettland in meine Richtung und drückte auf Play. Es war Cohens Song „Seven Seas“. Eine Antwort konnte ich ihm nicht geben – aber ich war sofort fasziniert von dem, was ich hörte. Seit dem ist die Musik des israelischen Jazz-Kontrabassisten, Komponisten und Sängers Avishai Cohen ein regelmäßiger Begleiter in meinen Kopfhörern.

Am Samstagabend besuchte Avishai Cohen nun mit seinem Trio den Nikolaisaal Potsdam. Gemeinsam mit dem Babelsberger Filmorchester unter der Leitung von Bastien Stil entstand eine Fusion aus Modern Jazz, nahöstlicher Musik, Latin und Klassik. Ein Abend, wie ein köstliches Mezze-Buffet! → weiterlesen