Blass und seelenlos: „Der Besuch der alten Dame“ am Hans Otto Theater

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Alissa Kohlbusch baute die Bühne als Katakomben. Für die Schauspieler wurden die Schrägen in die Unterwelt zur Rutschpartie. Foto: HOT

Sie verlassen nicht das sinkende Schiff. Nein, diese Ratten kommen aus allen Löchern und feiern fröhlich Urständ …

Wir sitzen im Theater und schauen zur Premiere von Dürrenmatts tragischer Komödie „Der Besuch der alten Dame“ in die Katakomben von Güllen. Rauch steigt aus der Unterwelt des verarmten seelenlosen Dorfes auf. Es riecht förmlich nach Verwesung. Die raumgreifende Bühne von Alissa Kolbusch mit den in den Abgrund führenden Schrägen gehört zu den eindringlichsten Bildern dieser Inszenierung am Hans Otto Theater. Ansonsten wabert der Abend in der Regie von Niklas Ritter vorhersehbar dahin: mit überflüssigen szenischen Zutaten – wie dem Oratoriengesang oder die Fahrt mit dem Pappauto – die die Handlung spannungsarm zerfasern lässt. Weiterlesen