Rein in die Tanzschuhe: zu Hause zwischen fremden Menschen. Die fabrik lädt zum Grand Bal digital.

Tanz braucht Nähe, sehnt sich nach Berührung. Er trägt uns weg aus dem Alltagsgrau, lässt die Seele schweben. Das Herz pulsiert in wallenden Farben. Ja, Tanz vermag es, düstere Gedanken beiseite zu schieben, den Moment zu feiern. Im Miteinander.

Wenn jetzt die fabrik ihr 30. Jubiläum mit einem „Grand Bal“ digital begeht, „berühren“ sich die Freunde des Tanzes im Netz. Eine Tanzparty, die die heimischen Wohnzimmer zu einem großen Saal vereinen soll. „Lieblingsbewegungen aus Potsdam und der Welt werden getanzt, Wegbegleiter*innen der fabrik performen ihre persönlichen Briefe an den Tanz – musikalisch live durch einen DJ begleitet“, heißt es in der Ankündigung zu dieser Online-Party am 17. April. Also: „Schnappt Euch Kind und Kegel, stellt den Sekt kalt, zieht das Tanzdress über und los geht’s – alle sind eingeladen mitzufeiern!“

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„Wir sind die schrecklichsten Eltern“, schreibt die Potsdamer Autorin Janina Kürschner in ihrem munteren Buch über den ganz normalen Familienwahnsinn

Ein  ganzes Bündel vielfältiger kultureller Veranstaltungen tut sich beim Lesen dieses Satzes auf: Morgens Theater, abends Zirkus und zwischendurch ganz großes Kino. Man kann ihn so lesen, als ob er uns in eine gehobene Stimmung versetzen will, doch auch mit einem gedehnten Duktus, bei dem man einen kleinen Seufzer heraushört. „Unsagbares Glück und hin und wieder ein Stöhnen liegen im Familenalltag dicht beieinander“, sagt die Potsdamer Autorin Janina Kürschner in einem Gespräch. Im Marburger Francke Verlag hat sie ein Buch mit dem Titel „Morgens Theater, abends Zirkus und zwischendurch ganz großes Kino“ veröffentlicht. Damit macht sie deutlich, was alles in einer Familie möglich ist.

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Die Fantasie führte Regie: „Rembrandts Orient“ im Museum Barberini

Auf altmeisterlichem Grün sprechen sie von den Wänden: die alten Männer mit ihren silberdurchzogenen Rauschebärten. Unter ihren goldschimmernden Turbanen schauen sie nachdenklich mit verschattetem Gesicht auf die Besucher des Museums Barberini. Diese Porträts sind Magier von unaufdringlicher Zauberkraft, feinkomponierte Gestalten aus der Werkstatt Rembrandts, deren Sog man sich nicht entziehen kann.→ weiterlesen

Im Netflix-Sog: versunken auf der Fernsehcouch

Der Weg aus der Angst. Unorthodox schaut auf die Drangsal in abgeschotteten Gemeinden. (Foto: dpa)

Auch ich bin jetzt Netflixerin, ja sogar eine binge watching-Anwärterin. Was das ist? Man kann es auch als Komaglotzen bezeichnen oder als Serienmarathon. Schuld an dieser Sucht sind Tom Hanks und die 12-jährige Helena Zengel. Vor allem aber das Teufelszeug Corona. Eigentlich wollte ich nie auf die verführerische Netflix-Couch, in der fast jeder, der sie abonniert, versinkt. Mein Fernsehpensum bestritt ich bislang vor allem mit Arte und 3Sat – und hatte damit voll auf zu tun. Auch dem Sonntag-Abend-Tatort halte ich noch immer die Treue, obwohl er mich oft wütend macht, wie kürzlich die „Hetzjagd“ in Ludwigshafen, die das Thema Rechtsradikalismus butterweich kredenzte. Nun aber Hanks und Zwengel in „Neues aus der Welt“. In meiner Tageszeitung las ich die Kritik und wollte diesen Western natürlich sofort sehen. Doch Kinopremieren sind Dinge aus einer fernen Zeit, also fand die Erstausstrahlung bei Netflix statt.

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