Chronisten, Komödianten, Verwirrer: Das Poetenpack umspielt die Musik bei „Bach trifft Pulcinella“ in der Erlöserkirche

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Was passiert, wenn Pulcinella gleich vierköpfig sein Unwesen treibt und sich ganz ungeniert einmischt?

Es wird kein braves Konzert. Selbst Dirigent Ud Joffe muss wohl um seinen Taktstock bangen. Denn an diesem besonderen Abend mischt sich Pulcinella unters Volk. Wenn dieser Bürgerschreck in Erscheinung tritt, ist für Unruhe gesorgt. Und er wird sich sogar vierköpfig in das Geschehen einmischen: beim Konzert „Bach trifft Pulcinella“ am Donnerstag, den 2. Juni, in der Erlöserkirche. Weiterlesen

Das Rumi-Projekt lädt zum Fest der Stille, Ekstase und Hingabe

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Versunken. Meditative Gesänge entführen in spirituelle Welten.

Es plätschert. Zarte Flötentöne schweben nieder in den sanften Fall des Wassers. Die Fantasie malt weite bunte Wiesen, durch die sich quellfrisch Bäche schlängeln. Wer sich in die Rumi-Welt begibt, entflieht dem Alltag und taucht ein in die spirituelle Sphäre der Poesie.

Ich nähere mich erstmal online dieser mir eher fernen Welt, höre mich in die Klangproben ein und schaue auf die Fotos. Dort sind in sich versunkene Musiker zu sehen und tanzende Derwische, wie ich sie fasziniert in Istanbul erlebte.

Doch was und wer ist überhaupt Rumi, zu dem die überall in Potsdam ausliegenden schwarz-roten Flyer derzeit einladen? Am besten erfährt man es wohl, wenn man sich am Samstag, den 28. Mai um 20 Uhr selbst in das Zentrum für Therapie, Körperarbeit und Seminare in der Potsdamer Zeppelinstraße 47 A begibt: zu dem angekündigten „Fest der Stille, Ekstase und Hingabe“. Weiterlesen

Zuckerbrot und Peitsche: Ibsens „Peer Gynt“ am Hans Otto Theater

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Rita Feldmeier und Alexander Finkenwirth als Mutter und Sohn in einer spannungsgeladenen Beziehung. Foto: HOT/ HL BÖhme

Es ist eine sehr lange Reise, auf die sich dieser Peer Gynt begibt. Und auch für die Zuschauer, die am Mittwochabend die Reihen im Hans Otto Theater gut füllen, dehnt sich die Zeit. Am Ende sehnt man fast den Tod dieses skrupellosen abgehalfterten Weltenbummlers herbei. In Erinnerung bleiben die vieldeutige Bühnenschräge mit dem schwarzen Loch von Wolfgang Menardi und die großartige Wandelbarkeit von Alexander Finkenwirth. Weiterlesen

Kaufen, Klönen, Klettern: der neue Wochenmarkt in Potsdam-West

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Wie ein Lauffeuer hat sich die Nachricht über den neuen Wochenmarkt im Stadtteil verbreitet, für den die Initiatorin Tabea Gutschmidt so lange kämpfen musste und der am vergangenen Freitag erstmals stattfand. Es ist ein besonderer Tag für Potsdam-West. Der Duft der Pfingstrosen mischt sich mit dem der frisch gebackenen Waffeln und lockte nicht nur die Anwohner auf den anheimelnden Platz unter der großen Buche. Manch einer mag sich fragen, warum wegen ein paar Marktständen ein ganzes Viertel aus dem Häuschen ist. Vielleicht weil es weniger ums Obst kaufen, als vielmehr um den nachbarschaftlichen Austausch geht, der in diesem Kiez ohnehin groß geschrieben wird. Weiterlesen

LIT:potsdam bietet „Starke Worte. Schöne Orte“ / Der Kartenverkauf hat begonnen

03.07.2015; Potsdam; Festivaleroeffnung mit Lesung des „Writer in Residence“ 2015 Martin Walser. Im Anschluss Gespraech mit Monika Gruetters, Staatsministerin fuer Kultur und Medien; Moderation: Thea Dorn im Park der Villa Jacobs
Gartenidylle an der Villa Jacobs: Dort gastiert auch in diesem Jahr das Festival LIT:potsdam. Daniel Kehlmann trifft am 8. Juli auf Jörg Thadeusz.
 

Auch in seinem vierten Jahr verbindet das Festival LIT:potsdam ein hochambitioniertes Programm mit einem schönen Ambiente. Vom 7. bis 10. Juli bieten mehr als 20 namhafte Schriftsteller, Schauspieler und Verleger in Potsdams Gärten und am See ein geballtes Lesevergnügen und anspruchsvolle Debatten über Klimawandel, Migration, Recht und Gewalt. Weiterlesen

Lilis Rezept in der Maienzeit: Spargel „Altmärker Art“ mit Salbeibutter

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Spargel „Altmärker Art“  – in der Auflaufform zubereitet.
Es muss nicht immer das Schnitzel sein. Der Spargel kennt viele Begleiter. In diesem Rezept ist es das Ei, in das er saftig eingebettet wird: und zwar zubereitet nach einem alten Familienrezept. Lili hat es von ihrer Schwiegermutter übernommen, schon oft nachgekocht und jetzt für uns aufgeschrieben:

Spargel „Altmärker Art“ mit Salbeibutter

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Ich schreibe, was mich bewegt: ein Workshop im Biografischen Schreiben

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Wo komme ich her? Wo liegen meine Wurzeln? Im Biografischen Schreiben kehrt man zurück auf die bunte Wiese der Kindheit und nähert sich dem unverwechselbaren eigenen Leben.

Heute geht es in unserem Blog um Werbung in eigener Sache. Am Samstag, den 11. Juni, lade ich zu einem Workshop im Biografischen Schreiben ein.
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Erst Musik, dann Bier: Konzert zum 100. Todestag von Max Reger in der Friedenskirche Sanssouci

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Max Reger beim Komponieren: gemalt von Franz Nölken im Jahr 1913.

Von unserem Gastautor Klaus Büstrin

Der Komponist Max Reger, der ein leidenschaftlicher Genießer von Bier war, konnte Zeit seines Lebens kein Wortspiel und keinen Kalauer unterlassen. Viele von ihnen wurden aufgeschrieben und immer wieder gern zitiert. Zu dem Heidelberger Universitätsmusikdirektor Hermann Poppen sagte er einmal: „Als der liebe Gott den Humor verteilte, habe ich halt zweimal hier geschrien.“ Der Spätromantiker Max Reger ist ein Komponist mit vielen begeisterten Verehrern. Man muss aber auch, um der Gerechtigkeit willen, mitteilen, dass ihm nicht alle Hörer folgten und folgen. In Potsdam hat der am 11. Mai vor 100 Jahren Gestorbene eine gute Heimstatt gefunden. Hier wird er nun auch mit einem Konzert geehrt, das ihm als Komponist und Bierkenner gerecht wird.

Der ehemalige Kantor der Friedenskirche, Matthias Jacob, gestaltet am 10. Mai mit dem Vocalkreis in der Friedenskirche Sanssouci einen Abend, bei dem unter anederem Acht Geistliche Gesänge op. 138 aus dem Jahre 1914 zur Aufführung gelangen. Weiterlesen

Hinein in die Offenen Ateliers: Fragen und Mitmachen erwünscht

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Bildende Kunst und Musik im Dialog. Malou von Simson gestaltete im vergangenen Jahr zum Tag des Offenen Ateliers eine Eisskulptur. Auch am kommenden Sonntag gibt es viele originelle Ideen. Foto: Sebastian Gabsch

Rund 130 Künster beteiligen sich in diesem Jahr am Tag des Offenen Ateliers in Potsdam. Oh je. So viele, wie noch nie. Das macht es für den Besucher nicht leichter. Wohin lenke ich meine Schritte, was verspricht, am Spannendsten zu werden?!

Gespräche mit Künstlern sind eigentlich immer ein Gewinn. Man dringt in Geheimnisse vor, die ein Kunstwerk begreiflicher werden lassen, ihre Magie entblättern. Wie wird welche Farbe aufgetragen: mit dickem Pinsel oder bloßer Hand, in mehreren Schichten oder hauchdünn? Folgt der Maler seiner Intuition oder einem festen Plan? Was müssen Keramiker beachten, wenn sie ihre Tonschöpfung  dem Brennofen anvertrauen? Was ist der entscheidende Augenblick für einen Fotografen? Viele Fragen, die Sie am Sonntag los werden können. Denn mehr Wissen lässt mehr sehen. Weiterlesen

Löwin und Gazelle: Lisa Simone elektrisiert ihr Publikum im Nikolaisaal

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Feurig temperamentvoll: die großartige Lisa Simone. Foto: promo

Natürlich kaufen wir im Foyer ihre druckfrische CD, um sie gleich auf dem Nachhauseweg im Auto zu hören. Dieser Abend, dieses Fest soll einfach noch nicht zu Ende sein. Lisa Simone lädt den Nikolaisaal mit einer Energie auf, die sich wie ein Leuchtfeuer über das Publikum ergießt und es mit Glücksgefühlen erhellt. Grandios, fulminant, anrührend, sympathisch – jedes Kompliment ist nicht übertrieben für diese zarte Frau mit der Wahnsinnsstimme, die mal samtweich, dann wieder kantig scharf, in jedem Fall raumgreifend elektrisierend und federleicht die Welt durchmisst: von ihren erdigen Wurzeln bis in die Lichte des Himmels. Weiterlesen