Sektlauniges Hüpfen über die Gräben der Selbstzweifel: eine kurzweilige Lesung in der Kulturgarage Werder

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Sie schlagen aus ihren einstigen Niederlagen im Bewerbungsmarathon kreatives Kapital: das Duo eve&tulipa, alias Julia Zimmermann und Clarissa Scheve .

Hier wird jeder mit Handschlag begrüßt: Hinter dem alten Metalltor in Werders Eisenbahnstraße 190 öffnet sich ein blüh-buntes Eldorado der Geselligkeit. Gabriele Zimmermann mit der wilden Lockenmähne hat im dicht umbauten Innenhof ihre kleine Musikschule angesiedelt. Während sie ihren Schülern die Flötentöne beibringt, können sich die wartenden Eltern an das überschäumende Blumenmeer in Töpfen, Kübeln, Trögen oder Wannen erfreuen. In den Sommermonaten lädt sie zudem im zweiten Jahr mit Tochter Julia in die Kulturgarage ein. Weiterlesen

Alter macht launisch: Das Neue Globe Theater mit einem actionreichen, aber zu langen König Lear

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König und Narr: Andreas Erfurth und Kilian Löttker. Foto: Gerrit Wittenberg

Diesem langen, zu langen Abend möchte ich ein kurzes Nachwort beifügen. Es ging heiß her, bei diesem „König Lear“ des Neuen Globe Theaters, das am Donnerstag im T-Werk Premiere feierte: bei gefühlten 40 Grad, die sich auch mit dem Programmheft nicht wegwedeln ließen. Die acht Mannen in schau-lustigen Frauen- und Männerkleidern kosteten den von Shakespeare tief gegrabenen Spielbrunnen genüsslich aus. Sie boten ganz im Sinne des großen Dramatikers pralles, derbes, witziges, bluttriefendes, zotiges und in seinen besten Momenten auch berührendes Theater. Weiterlesen

Die Idylle trägt Trauer: „Vor der Morgenröte“ ist ein Kino-Ereignis

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Josef Hader als Stefan Zweig: Heimweh in der Idylle. Foto: X-Filme

Nachdem ich aus dem Kino kam, griff ich sofort zur „Schachnovelle“. Es muss Jahrzehnte zurückliegen, als ich sie gelesen hatte. Jetzt drängte es mich, dieses vergilbte Reclam-Heftchen mit dem letzten, 1942 geschriebenen Werk Stefan Zweigs nochmal zur Hand zu nehmen. Grund war dieser überaus eindringliche, nachwirkende Film über ihn: „Vor der Morgenröte“ von Regisseurin Maria Schrader. Weiterlesen

„Für die Malediven hat’s nicht gereicht!“ Herzliche Grüße aus der Baruther Glashütte

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Das Kulturland Brandenburg beschlägt in diesem Jahr den lahm gewordenen Gaul „Handwerk“ mit goldenen Hufeisen. Landauf, landab gibt es Veranstaltungen, um wegbrechenden Traditionen liebevoll zu huldigen und ihnen neuen Schliff zu geben. An einige der Orte nehmen wir Sie mit auf Reisen: auf eine sommerliche Landpartie. Zum Auftakt schauen wir in die Baruther Glashütte, die in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag feiert und inzwischen ein Museumsdorf ist. Ja, es lohnt sich! Weiterlesen

Orientalischer Küchengruß von Lili: „Bratespargel“

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Bratespargel à la Lili

Noch zehn Tage und dann ist es wieder mal vorbei: Spargel adé. Wie immer endet die Saison am Johannistag und der ist am 24. Juni. Warum das so ist? Vom 24. Juni bis zum ersten Frost sind es mindestens 100 Tage. Diese Zeit braucht der Spargel, um genügend Kraft für das nächste Jahr zu sammeln. So sagt es die Bauernregel und an die wird sich (zumeist) gehalten.

Bevor aber das Spargelkraut zartgrün in die Höhe schießt, gibt es noch ein Rezept mit den weißen Stangen. Dieses Mal gebraten! Weiterlesen

„Von Eisenreich und KKD“. Kleider, Keramik und Kontraste

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Mit Schick und Frische: Feines aus Jersey und Ton

Die meisten kennen sie von der Bühne: Seit 26 Jahren spielt Ulrike Eisenreich bei 44 Leningrad und besticht am Akkordeon mit Temperament und Leidenschaft. Auch am morgigen Samstag greift sie kurz zu ihrer Quetschkommode und gibt mit ihren Bandkollegen drei, vier Lieder zum Besten. Denn dann ist Premierenzeit: Ulrike eröffnet gemeinsam mit Karin Klimsa ihr Geschäft „Von Eisenreich und KKD“: Textiles und Keramik. Die eine knall, peng und bunt, die andere schlicht, leise, zurückhaltend. Weiterlesen

Vorsicht Zwerge! Die Kulturhauptstadt Wroclaw zeigt sich frech, bunt und lauschig

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Nein, Herr Geheimrat, in diesem Falle muss ich Ihnen widersprechen! Ihr einziger Satz, den sie je über Breslau verfassten, ist nicht in Stein gemeißelt. „Breslau stinkt!“ wussten Sie, Herr von Goethe, anno 1790 zu berichten. Uns begegnete Ende Mai 2016 diese Stadt an der Oder indes mit herrlichen Holunder- und Akaziendüften, die sich quer durch die lauschigen farbenfrohen Plätze am Ring, Salzmarkt, Domplatz – und wie sie alle heißen – zogen. Weiterlesen

„Dit is mir schnurzpiepejal“ – Lesung zur „Berliner Schnauze“ im Viktoriagarten

by Chris Grabert
Dit is Berlin! Foto: Chris Grabert

Meine Oma wird in ein paar Tagen 91 Jahre alt. Ein stolzes Alter. Genauso sicher wie sie sich in ihrer Wohnung bewegt, so rege ist auch noch ihr Geist. Und ihr loses Mundwerk sowieso. Manch einer mag bei dieser meist sehr direkten Art zusammenzucken, doch wir sind daran gewöhnt, wenn der eigene Schwiegersohn als „Nappsülze“ bezeichnet oder das neue Kleid der Enkelin mit einem „Wat hast’n dir da anjeschusselt?!“ kommentiert wird. Weiterlesen

Über Kopfsteinpflaster zum Babyschwimmen – ein kleiner Erfahrungsbericht zum Kindertag

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Achtung, Muttis im Anmarsch!

Heute ist Kindertag. Eigentlich müsste die Stadt eine große Party schmeißen. Denn hier leben  ̶  bezogen auf die Einwohnerzahl  ̶  so viele Kinder wie nirgends sonst in Ostdeutschland. Die Carl-von-Ossietzky Straße bei mir um die Ecke gehört sogar zu den kinderreichsten Deutschlands. Auch im Bundesvergleich trumpft die Stadt mit seiner Kinderfreundlichkeit auf. Als Mutter einer einjährigen Tochter im familienfreundlichen Potsdam West weiß ich um die Attraktivität meiner Stadt. Weiterlesen

Chronisten, Komödianten, Verwirrer: Das Poetenpack umspielt die Musik bei „Bach trifft Pulcinella“ in der Erlöserkirche

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Was passiert, wenn Pulcinella gleich vierköpfig sein Unwesen treibt und sich ganz ungeniert einmischt?

Es wird kein braves Konzert. Selbst Dirigent Ud Joffe muss wohl um seinen Taktstock bangen. Denn an diesem besonderen Abend mischt sich Pulcinella unters Volk. Wenn dieser Bürgerschreck in Erscheinung tritt, ist für Unruhe gesorgt. Und er wird sich sogar vierköpfig in das Geschehen einmischen: beim Konzert „Bach trifft Pulcinella“ am Donnerstag, den 2. Juni, in der Erlöserkirche. Weiterlesen