Eine Feier des Lebens. Bis in den Tod. Fotografien von Monika Schulz-Fieguth im Potsdam Museum

Klosterbuch A.89
Das „Klosterbuch“, 2010. Die Seiten springen fast heraus.

Es ist bereits ein paar Wochen her, als ich die Porträtwelt Monika Schulz-Fieguths im Potsdam Museum durchquerte. Mit einem gebrochenen Knöchel an die Couch gefesselt, blättere ich jetzt noch einmal durch den Katalog ihrer Ausstellung und bin erneut zutiefst berührt. Vor allem ihre Fotografien über das Sterben sind von einer Kraft, die atemlos machen. Unaufgeregt und doch aufwühlend. Weiterlesen

Italienischer Nudelsalat – Lilis Juli-Empfehlung

Nudelsalat
Der Süden auf dem Tisch der Daheimgebliebenen: Mediterraner Nudelsalat. Lecker – mit und ohne Beilage!

Es ist Sommer und die Grillsaison läuft auf Hochtouren. Grillgut – tierisch oder vegetarisch, eingelegt in allen möglichen Marinaden – gibt es genügend im Angebot. Deshalb hier unser Vorschlag für eine mediterrane Beilage:

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Lesung auf dem Feuer: Mit Fontane in der alten Ziegelei Glindow

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Gelesen wird allerorten, ob in Galerien, Buchhandlungen oder Gärten. Hier, in der alten Ziegelei Glindow, trifft indes die Kraft des Wortes auf die Kraft der Muskeln und des Schweißes. Während die Handstreicher die schweren nassen Tonbatzen in Holzformen wuchten, in die Ecken drücken und mit Draht abstreichen, lesen die Schauspieler Teo Vadersen und Andraes Hueck vom Poetenpack Texte von Fontane. Nicht irgendwelche, sondern die, die der Dichter einst an Ort und Stelle notierte. Weiterlesen

Unheilschwanger im Paradies: Malte Brekenfelds magisch-verrückte Welt in der Sperl Galerie

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„Sei unser Licht“, überschrieb Malte Brekenfeld dieses Bild. Also: Mir nach Kanaillen! Die Sperl Galerie lädt zu einer schaurig-schönen Ausstellung ein.

Seine Bilder erinnern mich an die Wimmelbücher, die mein Enkel so mag. Immer wieder gibt es aus irgendeiner Ecke eine neue Offenbarung. Genaues Hinsehen ist gefragt und dankt es dem Betrachter mit einer Fülle kleiner Geschichten. Auch bei Malte Brekenfeld bleibt keine Ecke ausgespart, um nicht ein weiteres Mal zu überraschen: Es zappelt, wimmelt und vibriert wie in einem unter Strom gesetzten Aquarium. Weiterlesen

Dr. Oetkers Verführung: Mit einem Backbuch auf Erinnerungsreise in die Kindheit

Backbuch
Klebrige Spuren der Erinnerung

Das Mehl klebt noch an der Seite des Rosinenkuchens. Sie ist herausgelöst und von großen braunen Flecken überzogen: Verschüttetes Backöl, das sich über die Schrift ausbreitet und tief eingezogen ist. Wie eine Landkarte der Erinnerung. Die Backanleitung ist kaum noch zu entziffern. Wie oft wurde nach dieser Rezeptur wohl das Pfund Mehl abgemessen, die vier Eier aufgeschlagen, die drei gestrichenen Esslöffel Kakao untergezogen und das Fläschchen Rum-Aroma reingeträufelt? Nein, wir nahmen nicht das Rum-Aroma von Dr. Oetker, wie es geschrieben steht in diesem abgegriffenen Buch, das nur noch kläglich von dem hellblau-weiß-gepunkteten Schutzumschlag zusammengehalten wird. Wir – Kinder des Ostens – mussten uns mit dem Aroma aus dem Konsum begnügen und waren nicht sicher, ob der Kuchen genauso schmeckte, wie es mit Dr. Oetker gewesen wäre. Weiterlesen

Sommercooler Ferienspaß mit WhatsArt: Jetzt anmelden!

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Hier sind Balance, Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit gefragt: beim Bewegungkunst Parkour. Für Kids ab 12!

Schade, dass ich nicht mehr 12 bin. Oder gut so: Sonst müsste ich mich entscheiden für eines der tollen WhatsArt-Angebote. Gehe ich mit den Asphalt Piloten durch die Stadt und erforsche mit der Kamera Ecken und Winkel, die mir noch nie so richtig aufgefallen sind? Springe ich über Bänke, Treppen oder Mauern und mache meine Stadt zum Bewegungsabenteuer? Oder baue ich mir einen Riesen, der mit mir gemeinsam die Wände hochgeht?

Vom 25. bis 29. Juli bieten fabrik, T-Werk und Waschhaus zehn Workshops an.  Weiterlesen

Sektlauniges Hüpfen über die Gräben der Selbstzweifel: eine kurzweilige Lesung in der Kulturgarage Werder

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Sie schlagen aus ihren einstigen Niederlagen im Bewerbungsmarathon kreatives Kapital: das Duo eve&tulipa, alias Julia Zimmermann und Clarissa Scheve .

Hier wird jeder mit Handschlag begrüßt: Hinter dem alten Metalltor in Werders Eisenbahnstraße 190 öffnet sich ein blüh-buntes Eldorado der Geselligkeit. Gabriele Zimmermann mit der wilden Lockenmähne hat im dicht umbauten Innenhof ihre kleine Musikschule angesiedelt. Während sie ihren Schülern die Flötentöne beibringt, können sich die wartenden Eltern an das überschäumende Blumenmeer in Töpfen, Kübeln, Trögen oder Wannen erfreuen. In den Sommermonaten lädt sie zudem im zweiten Jahr mit Tochter Julia in die Kulturgarage ein. Weiterlesen

Alter macht launisch: Das Neue Globe Theater mit einem actionreichen, aber zu langen König Lear

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König und Narr: Andreas Erfurth und Kilian Löttker. Foto: Gerrit Wittenberg

Diesem langen, zu langen Abend möchte ich ein kurzes Nachwort beifügen. Es ging heiß her, bei diesem „König Lear“ des Neuen Globe Theaters, das am Donnerstag im T-Werk Premiere feierte: bei gefühlten 40 Grad, die sich auch mit dem Programmheft nicht wegwedeln ließen. Die acht Mannen in schau-lustigen Frauen- und Männerkleidern kosteten den von Shakespeare tief gegrabenen Spielbrunnen genüsslich aus. Sie boten ganz im Sinne des großen Dramatikers pralles, derbes, witziges, bluttriefendes, zotiges und in seinen besten Momenten auch berührendes Theater. Weiterlesen

Die Idylle trägt Trauer: „Vor der Morgenröte“ ist ein Kino-Ereignis

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Josef Hader als Stefan Zweig: Heimweh in der Idylle. Foto: X-Filme

Nachdem ich aus dem Kino kam, griff ich sofort zur „Schachnovelle“. Es muss Jahrzehnte zurückliegen, als ich sie gelesen hatte. Jetzt drängte es mich, dieses vergilbte Reclam-Heftchen mit dem letzten, 1942 geschriebenen Werk Stefan Zweigs nochmal zur Hand zu nehmen. Grund war dieser überaus eindringliche, nachwirkende Film über ihn: „Vor der Morgenröte“ von Regisseurin Maria Schrader. Weiterlesen

„Für die Malediven hat’s nicht gereicht!“ Herzliche Grüße aus der Baruther Glashütte

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Das Kulturland Brandenburg beschlägt in diesem Jahr den lahm gewordenen Gaul „Handwerk“ mit goldenen Hufeisen. Landauf, landab gibt es Veranstaltungen, um wegbrechenden Traditionen liebevoll zu huldigen und ihnen neuen Schliff zu geben. An einige der Orte nehmen wir Sie mit auf Reisen: auf eine sommerliche Landpartie. Zum Auftakt schauen wir in die Baruther Glashütte, die in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag feiert und inzwischen ein Museumsdorf ist. Ja, es lohnt sich! Weiterlesen