„Von Eisenreich und KKD“. Kleider, Keramik und Kontraste

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Mit Schick und Frische: Feines aus Jersey und Ton

Die meisten kennen sie von der Bühne: Seit 26 Jahren spielt Ulrike Eisenreich bei 44 Leningrad und besticht am Akkordeon mit Temperament und Leidenschaft. Auch am morgigen Samstag greift sie kurz zu ihrer Quetschkommode und gibt mit ihren Bandkollegen drei, vier Lieder zum Besten. Denn dann ist Premierenzeit: Ulrike eröffnet gemeinsam mit Karin Klimsa ihr Geschäft „Von Eisenreich und KKD“: Textiles und Keramik. Die eine knall, peng und bunt, die andere schlicht, leise, zurückhaltend.

Das Auge kann sich also aufpeitschen lassen oder erholen oder beides zusammen genießen. Sie stehen abwechselnd im Laden, die regen Mütter, die schon ihre Kundenkreise haben und diese jetzt vereinen. Und wenn die zwei Künstlerinnen gerade nicht verkaufen, produzieren sie im eigenen Atelier Nachschub.

Ulrike Eisenreich schneidert für die Dame alltagstaugliche Kleider, die mit einer Kette aufgepeppt auch am Abend bestehen: Kleidung für alle Generationen, die auch ihre zehnjährige Tochter trägt, aber auch für die Oma geeignet ist. „Bei mir darf man auch ein Bäuchlein haben: Der Stoff wächst mit.“ Sie nimmt vor allem Jersey unter die Nadel.

Das zarte Klimsa-Design kennen ebenfalls viele. Meine eigene hauchdünne Schale mit dem eingeritzten Wort „Wunder“ ist leider beim knallharten Schuss meines Enkels mit dem Fußball zu Boden gegangen und zersplittert. Ein guter Grund, um in die Gutenbergstraße 18 einhalb – das ist um die Ecke von der Dortustraße 64 und hat keine richtige Nummer – reinzuschauen. Und Kleider kann man natürlich nicht oft genug anprobieren – zumal es ab einem bestimmten Alter nicht so leicht ist, das richtige, alle Schwachstellen verhüllende zu finden. Ulrike hat noch zwei weitere Marken im Angebot, die sie auch selber trägt: Tranquillo und Fadenrot. „Ich habe es nicht geschafft, alle Regale mit eigenen Kreationen zu füllen.“ Sie ist schließlich im Hauptberuf Szenenbild-Assistentin und stattet u.a. den Bremen-Tatort aus. Gerade dreht sie am Balaton einen Dreiteiler fürs ZDF, der über die Flucht an der Grünen Grenze in den 80er Jahren erzählt. Wenn dann noch ein Konzert mit 44 Leningrad und ihrem Russian Speed Folk ansteht, kommt sie eben abends schnell nach Hause gejettet.

Jetzt aber ist erstmal der letzte Schliff des Ladens dran: Morgen von 12 bis 18 Uhr geben die beiden Damen ihren Einstand als Chefinnen „Von Eisenreich und KKD“. Ansonsten ist montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr geöffnet und samstags von 11 bis 16 Uhr.  Wohl gemerkt: in  der Gutenbergstraße 18 einhalb, Eingang um die Ecke in der Dortustraße! (jä)

 

Weitere Info zu den Künstlerinnen:

www.karinklimsa.info

www.neuesglobetheater.de/ensemble/ulrike-eisenreich/

 

 

 

2 Kommentare

    1. Der Laden ist, wie schon im Text beschrieben, in der Gutenbergstraße 18 „einhalb“. Der Zugang ist um die Ecke von der Dortustraße 64 aus. Hört sich vielleicht etwas kompliziert an, aber bestimmt leicht zu finden.

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