Merkel, Snowden und der eigene Alltag. Gerhard Schöne singt auf seiner neuen CD „Summen, Singen, Schreien“ Lieder nach Psalmen

Ein wunderbarer musikalischer Erzähler: Gerhard Schöne. Für den 26. September ist ein Konzert im Waschhaus in Planung. Foto: promo

Auch Angela Merkel ist anwesend. Auf seiner neuen CD „Summen, Singen, Schreien“ hört man, dass der Liedermacher Gerhard Schöne Sympathien für die Bundeskanzlerin hegt, insbesondere in Sachen Flüchtlingspolitik. „Im letzten Wahlkampf hab ich es gespürt, wie leidenschaftlich mich so viele hassen, als hätte ich ihr Deutschland ruiniert, Menschen in Not hab ich herein gelassen“, lässt Schöne die Kanzlerin sagen.

Ein weiterer zeitgenössischer Protagonist hat es ebenfalls geschafft, in der Schöne-CD aufgenommen zu werden: Edward Snowden, der ehemalige und viel gescholtene Experte für die Computersicherheit der US-amerikanischen Geheimdienste. Bei Gerhard Schöne klingt Snowdens Resümee so: „Eine Riesenjauchengrube voller Lüge, Argwohn, Dreck war die Firma, der ich diente.“ Er hat nicht nur Merkel und Snowden auf dem Bildschirm, auch die Reichen und Schönen unserer Republik werden bedacht und was sie vermissen, ist nach Schönes Ansicht: „Ein reines, ein gutes Gewissen“.

Des Liedermachers Themenspektrum reicht von politischer  Brisanz bis hinein in den privaten Bereich. Da beleuchtet er immer wieder den Alltag, den eigenen und den seiner Freunde und Nachbarn. Die schönen Dinge des Lebens werden hervorgehoben, doch auch die traurigen Erfahrungen sind nicht vergessen. Gerhard Schöne lässt den Emotionen freien Lauf. Er polemisiert und kann sich gewaltig echauffieren. Doch auch Geschichten voll berührender Zärtlichkeit und Verschmitztheit sind auf seiner CD zu finden. Beispielsweise das Gebet der Eintagsfliege, dem der Liedermacher eine besonders feine und heiter-melancholische Stimmung gibt.

Die Texte sind nicht frei von Holprigkeiten, doch die überhört man zumeist, weil die so schonungslose Ehrlichkeit Gerhard Schönes überzeugt. Die Impulse erhielt der Poet aus den Psalmen des Alten Testaments. Der mehr als 3000 Jahre alten Sammlung von Preis- und Dankliedern, Klage- und Vertrauensliedern hat der Liedermacher mit dem heutigen Zeitgeist, mit der Dynamik unseres Lebens eingekleidet.

Schönes Musik ist so weit gefächert, wie seine Themen, mal rockig, poppig oder mal funkig. Teilweise haben die Melodien Ohrwurmqualität. Mit seiner Stimme geht Schöne immer noch gekonnt um. Er nutzt sie wunderbar fürs Erzählen, klingt je nach Bedarf weich, flehentlich oder markig. Mit ins Boot holte er sich Jens Goldhardt, Kantor der Margarethenkirche Gotha, sowie den Potsdamer Saxofonisten Ralf Benschu. Goldhardt begleitete Schöne auf seiner Schuke-Orgel in Gotha und gab den emotionalen Lieder  eine angenehme, doch nicht übertriebene klangliche  Vielschichtigkeit. Auch der virtuos und sensibel musizierende Ralf Benschu trägt zum Gelingen der Aufnahme bei.

Gerhard Schöne wird am 17. September, 19.30 Uhr mit dem Programm „Vielleicht wird’s nie wieder so schön“ in der Kulturkirche Neuruppin gastieren. In Planung ist zudem ein Konzert  am 26. September um 18 Uhr im Waschhaus Potsdam. Der Titel: „Vielleicht wirds nie wieder so schön“. Klaus Büstrin

 „Summen, Singen, Schreien“, Gerhard Schöne singt neue Lieder nach Psalmen. Mitwirkung: Ralf Benschu, Saxofon, und Jens Goldhardt, Orgel. BuschFunk Musikverlag GmbH. 15 Euro

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